Umerziehung à la Hollywood

Fadegrad Hasta la vista, Winterthur - Onlinebote SVP des Kantons Zürich
Fadegrad


Es kommt nicht mehr allzu oft vor, aber neulich hatte ich mal wieder Lust, mir einen richtigen Hollywoodblockbuster anzuschauen. Meine Wahl beim Streaming-Anbieter des Vertrauens fiel auf einen Science-Fiction- Streifen mit Natalie Portman in der Hauptrolle. Der Film war, um das vorwegzunehmen, sosolala, wie so oft in Hollywood packend in der ersten Hälfte, zum Schluss aber enttäuschend. Doch darum geht es heute nicht. Viel mehr möchte ich auf eine Unsitte eingehen, die in amerikanischen Produktionen heute Standard ist: von Beginn weg fällt dem Zuschauer die penetrant zur Schau gestellte «Diversity» auf; damit ist das zwanghafte Einbeziehen ethnischer und sonstiger Minderheiten in den Plot gemeint. Gleich in der allerersten Szene ist eine Studentin mit einem Hijab zu sehen, die in einer Vorlesung sitzt und fleissig mitschreibt. Später lernen wir die Hauptdarstellerinnen kennen: die Handlung dreht sich um fünf Frauen, die unerklärliche Vorkommnisse erforschen sollen. Von den fünf Damen sind drei weiss, eine afroamerikanischer und eine lateinamerikanischer Herkunft. Und ganz nebenbei muss Letztere gleich in der ersten Szene klar machen, dass sie lesbisch ist, obwohl dies null und nichts zur Entwicklung der weiteren Geschichte beiträgt. Hauptsache «divers» und «inklusiv» – wo kämen wir denn hin, wenn nur noch heterosexuelle, weisse Männer die Welt retten würden? Verstehen Sie mich nicht falsch: ich bin mir durchaus bewusst, dass wir in einer immer bunteren Welt leben und ich habe auch überhaupt kein Problem mit Diversität, im Gegenteil. Was mich aber stört, ist die penetrante Art und Weise, wie dem Zuschauer diese «Diversity» aufs Auge gedrückt wird. Insbesondere Hollywood wandelt sich immer mehr von einer Unterhaltungs- zu einer Umerziehungsfabrik: Selbst die Oscar-Academy hat vor Kurzem neue Kriterien zur Bewertung von Filmen eingeführt. Wer zukünftig den Oscar für den besten Film gewinnen will, muss diverse «Vielfaltsstandards » erfüllen: So muss ein bestimmter Prozentsatz der Besetzung oder der Produktionscrew einer ethnischen, sexuellen oder sonstigen Minderheit angehören. Historische Filme, in denen nun mal vorwiegend weisse Männer für die Hauptrollen infrage kommen, dürften zukünftig also kaum noch Chancen auf den Oscar für den besten Film haben – egal wie gut oder schlecht sie sind oder wie sie beim Publikum ankommen. Politisch korrekter Quoten- Gaga in Reinkultur. Die Quittung für diese billige Anbiederung an den linksliberalen Zeitgeist hat die Oscar-Academy glücklicherweise bereits erhalten: die Einschaltquoten der letzten Oscar- Verleihungen sind ins Bodenlose gesunken. Offenbar hat kaum jemand mehr Lust, sich diesen grauenhaften Gottesdienst der politischen Korrektheit anzusehen. Gut so – als Zuschauer will ich nämlich unterhalten und nicht umerzogen werden.

16. Juli 2021 Ueli Bamert