50 Jahre Frauenstimmrecht…

Kolumne 50 Jahre Frauenstimmrecht... - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Frauenquote in der Haute Cuisine oder doch eher Mann am Herd? In der Schweiz haben 117 Männer, aber nur 5 Frauen einen Michelin-Stern. Bild Pixabay

… UND 50 ERFUNDENE PROBLEME
In diesem Jahr feiert das Frauenstimmrecht in der Schweiz seinen 50. Geburtstag. Doch in den Medien wurde weniger gefeiert, sondern mehr gejammert. Man habe keinen Grund zur Freude, weil noch viel zu viele Ungerechtigkeiten gegenüber den Frauen bestünden. Ein Journalist machte sich sogar extra die Mühe, passend zum 50. Jahrestag 50 Ungerechtigkeiten aufzuzählen.

Die meisten davon sind zwar absurd, aber immerhin unterhaltsam. Wer immer nur nach negativen Dingen sucht, findet diese auch in seinem Lieblingskuchen. Anstatt sich über das grosse Ganze zu freuen, verdirbt einem dann ein Detail die gute Laune. Und manchmal wird ein positives Ereignis auch absichtlich schlechtgeredet, um ein Thema weiterhin bewirtschaften zu können. Auf den fleissigen Journalisten, der 50 Ungerechtigkeiten zusammengetragen hat, um zu beweisen, dass die Frauen in der Schweiz nach wie vor benachteiligt seien, trifft vermutlich beides zu. Zudem beherrscht er es einwandfrei, Argumente an den Haaren herbeizuziehen, wie seine Aufzählung beweist.

Liebesfilme oder Kriegsfilme?

So darf man lesen, dass in Spielfilmen Frauen häufiger in häuslicher Umgebung zu sehen seien als Männer und im Vergleich zu den Männern nur halb so oft im Auto. Ein klares Zeichen von Sexismus also, wie eine Studie herausfand. Ist einem das Lesen bis hierhin noch nicht vergangen, erfährt man, dass gerade einmal 40 Filme für diese Studie herhalten mussten. Wem die Geschlechtergerechtigkeit in Filmen wichtig ist, sollte vielleicht eher Liebesfilme als Kriegsfilme schauen. Aber gefühlsbetonte Menschen konsumieren vielleicht sowieso nur unser gebührenfinanziertes SRF. Auch Museen sind sexistisch, ist doch tatsächlich nur jede vierte Ausstellung einer Künstlerin gewidmet.

Sport ist unfair

Noch schlimmer als die Kunst ist aber der Sport, denn nur 15 Prozent der Sportübertragungen im Fernsehen sind Frauensportarten. Und 89 Prozent aller Sportmoderatoren sind männlich. Also wenn das kein Skandal ist. Zudem seien die Löhne von Sportlerinnen tiefer als diejenigen von Sportlern. Nun ja, das könnte damit zusammenhängen, dass Männersportarten mehr Zuschauer anlocken und damit mehr Werbeeinnahmen generieren. Aber nur Sexisten denken so. Auch die Nachrichten sind ungerecht, wird doch viel häufiger über Männer als über Frauen berichtet. Da müsste unbedingt eine Quote her.

Herr Nobel war offenbar keine Frau

Schlecht kommt auch die Wissenschaft weg, es erhielt nämlich noch nie eine Schweizerin den Nobelpreis. Ein klarer Fall von Diskriminierung. Dass der Nobelpreis nach einem Mann benannt ist, scheint dem Journalisten entgangen zu sein, sonst hätte es sicher auch hierfür noch Kritik gehagelt. Gegen dieses Übermass an Ungerechtigkeit hilft aber sicher ein Blick in die Küche, könnte man denken, besagt doch das Klischee, dass dort mehrheitlich die Frauen den Kochlöffel schwingen. Aber nein, zu früh gefreut, in der Schweiz haben 117 Männer, aber nur 5 Frauen einen Michelin-Stern, also die bekannte Auszeichnung als Koch. Diese Zahlen verderben jedem guten Menschen sofort den Appetit.

Unterversorgung bei Verhütungsmitteln

Weiter wird behauptet, geflüchtete Frauen würden in der Schweiz systematisch diskriminiert. Das klingt jetzt tatsächlich dramatisch, weshalb die dazu zitierte Studie genauer betrachtet werden sollte. In dieser Studie darf man dann allerdings erfahren, dass mit Diskriminierung in erster Linie die Übergriffe und die Gewalt in Asylunterkünften gemeint sind. Die Täter sind hierbei zwar keine Schweizer, aber die Schuld trägt natürlich dennoch die Schweiz. Zudem herrsche in den Asylunterkünften eine Unterversorgung bei Verhütungsmitteln. Damit werde den Frauen das Menschenrecht auf Familienplanung verwehrt.

Die schlimmste Partei ist die SVP

Ganz schlimm steht natürlich wie immer die SVP da, weil auf ihren Wahllisten dreimal mehr Männer als Frauen zu finden seien. Zum Ausgleich bietet der Zürcher Bote der SVP diesem wichtigen Thema mit diesem Beitrag nun aber eine Plattform. Hoffentlich wird das in der nächsten Bewertung des entrüsteten Journalisten berücksichtigt. Auf jeden Fall darf man aber froh sein, dass das Frauenstimmrecht erst vor 50 Jahren eingeführt wurde und nicht schon vor 100 Jahren, sonst hätte sich der Mann hinter der Aufzählung noch weitere 50 Ungerechtigkeiten ausdenken müssen.

25. Juni 2021 Tobias Infortuna