730 Jahre Schweizerische Eidgenossenschaft

Eidgenössische Politik 730 Jahre Schweizerische Eidgenossenschaft - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Seit 730 Jahren gibt es die Schweizerische Eidgenossenschaft. Bild pixabay

SORGE TRAGEN ZU UNSEREM SYSTEM
Stell dir vor, es ist 1. August, und keiner geht hin! Diese etwas plumpe Abwandlung eines Zitats von Carl Sandburg (1878–1976) ist in diesem Jahr beinahe Wirklichkeit geworden: Wegen Covid-19 waren viele Anlässe zum Nationalfeiertag abgesagt, und das schlechte Wetter tat noch etwas dazu.

Einige der Mitglieder der obersten Landesregierung hielten Ansprachen: über die Gräben im Land (Karin Keller-Sutter), über die Solidarität mit unseren Nächsten (Guy Parmelin) und in der Corona-Krise (Alain Berset). Dabei ist die Hauptsache untergegangen. Offenbar ist sie so selbstverständlich, dass sie uns gar nicht bewusst ist. Nämlich, dass es die Schweiz überhaupt gibt, und zwar seit ganzen 730 Jahren! Warum ist das so wichtig? Es gibt doch noch viele andere schöne Länder auf der Welt? Sicher. Aber nur in der Schweiz wird diese einzigartige direkte Demokratie gepflegt, wo mehrmals im Jahr das Volk selbst über mehrere Vorlagen entscheidet, und zwar auf allen Ebenen von der Gemeinde bis zum Bundesstaat.

Überall sonst dürfen die Bürger (natürlich auch die Bürgerinnen) bestenfalls alle paar Jahre ihre Lieblingspartei wählen. Diese bestimmt dann in Koalition mit anderen Parteien im Parlament die Regierung. Und die Regierung regiert dank ihrer Parlamentsmehrheit von oben herab bis zur nächsten Wahl, die Bürger(innen) haben dazu nichts mehr zu sagen. Die Parlamentsmitglieder (und die Regierenden ohnehin) sind gut bezahlte Vollberufspolitiker, die also vom arbeitenden Volk und seiner Wirtschaft, von deren Erträgnissen und Steuerabgaben leben. In der Schweiz dagegen führen Parlaments- und teils auch Regierungsmitglieder ihre Mandate im Nebenamt aus. Das stellt sicher, dass sie noch einen Fuss in der wirklichen Welt haben und diese darum auch korrekt repräsentieren können.

Kurz: anderswo sind die Bürger für den Staat da, in der Schweiz ist es umgekehrt. Dieses besondere Schweizer Modell ist im weltweiten Vergleich auch noch besonders erfolgreich – nicht politisch, aber wirtschaftlich: In der «Liste der Länder nach Vermögen pro Kopf» rangiert die Schweiz mit durchschnittlich US$ 673 962 zuoberst, noch vor den USA mit US$ 505 421.

Mit einem Median von US$ 146 733 stehen wir zwar nur noch auf Platz 8 (von 163), aber das ist noch immer sehr hoch. Obwohl die Schweiz keine Bodenschätze besitzt! Grund dafür ist unter anderem unsere direkte Bürgerbeteiligung an der Regierung. Warum kopiert man denn dieses Erfolgsmodell anderswo nicht? Weil die Regierungen dann Macht an das Volk abgeben und sich mit unbequemen Volksentscheiden auseinander setzen müssten. Tragen wir darum diesem System Sorge!

Lassen wir uns weiter von keinem von oben herab regieren, sei dies ein Kaiser, ein König, ein Führer oder ein Kommissar!

8. September 2021 Hans Finsler