Alain Bersets Masterplan

Kolumne Alain Bersets Masterplan - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Berset und die Pharmabranche: enge Beziehungen sehen anders aus. Bild Pixabay

Für Corona-Frontmann Alain Berset bedeutet die Pharmaindustrie Feindesland. Dass Medikamente teuer sind, weil die Forschung finanziert werden muss, geht schwer in seinen sozialdemokratischen Kopf. Laut «NZZ» hat Berset während der Pandemie weder mit dem CEO der Roche noch mit jenem der Novartis gesprochen. Bei «Big Pharma » sieht der Rote rot. Darum hat Berset auch das Angebot des Lonza- Chefs für eine nationalstaatliche Covid-Impfproduktion nicht aufgegriffen. Weil er lieber nach Brüssel schaut als nach Visp. Und sowieso andere Lebensprioritäten setzt. Berset betont, er habe Albert Baehny am 11. März telefonisch zu erreichen versucht.

Just an diesem 11. März erschien im «Tages-Anzeiger » der Artikel, der aufzeigte, dass Berset keine eigene Produktionslinie für die Impfstoffproduktion wollte. Der Bundesrat wollte am Telefon weniger über die Impfstoffe reden als verhindern, dass Baehny Bersets Versagen weiterhin öffentlich macht. Mittlerweile haben beim «Tagi» wieder die Berset-Freunde Oberwasser. Und so lautet die Schlagzeile: «Moderna-Chef stützt Berset im Streit um Impfstoffe». Vor den Medien parliert der Gesundheitsminister von «extrem engen Kontakten» zu den Pharma-Unternehmen, die «absolut konstant» seien: «Wir haben vor einigen Jahren einen Masterplan in diesem Sinn ins Leben gerufen.» Das tönt nach vorzüglicher Vorausschau. Tatsächlich datiert dieser «Masterplan » über die Rahmenbedingungen für die biomedizinische Forschung und Technologie von 2013.

Das Wort Pandemie kommt darin kein einziges Mal vor. Ein Hinweis auf die neuen RNA-Techniken findet sich nirgends. Auch nicht über die Möglichkeit einer Zusammenarbeit von Bund und Industrie bei der Impfstoffproduktion. Aber das Wort «Masterplan» sticht immer. Die Journalisten schwiegen eingeschüchtert. Und Alain Berset musste sich nicht weiter über die verschlafene Möglichkeit einer Schweizer Produktionslinie erklären. Jetzt wird schleppend geimpft. Richtigerweise freiwillig. Nicht dass ein Geimpfter auf die Frage, wogegen er geimpft worden sei, antwortet: «Gegen meinen Willen.»

23. April 2021 Christoph Mörgeli