Alternative Energieproduktion ist sehr kostspielig

Energie Alternative Energieproduktion ist sehr kostspielig - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Der überschüssige Solarstrom wie hier vom Trülliker Kirchendach soll ungeachtet der Nachfrage zu festgesetzten Preisen ins Netz abgegeben werden.

WIEVIEL KOSTET STROM IN DER PRODUKTION?
Wenn es um die Produktion von elektrischer Energie geht, kennt kaum jemand den Einstandspreis des Stroms, zu welchem er ins Netz gelangt. Es zeigt sich aber, dass es massive Differenzen zwischen den konventionellen und alternativen Stromquellen gibt. Werden die politischen Ziele mit mehr erneuerbarer Energie umgesetzt, wird Strom massiv teurer.

RoMü. Immer mehr kleine Stromproduzenten, welche auf ihren Dächern Photovoltaikanlagen installiert haben oder dies planen, klagen, dass sie bezüglich Abnahme ihres nicht selber benötigten Solarstroms keine Investitionssicherheit haben, weil sie keine klaren verbindlichen Preise dafür erhalten. Ein Problem, mit welchem auch die grossen Player in der Stromproduktion zu kämpfen haben. Denn die kleinen Produzenten möchten die über dem Eigenbedarf liegende Strommenge möglichst teuer und unabhängig von der Nachfrage verkaufen.

Gleichzeitig haben aber die grossen Stromproduzenten, welche diese überschüssige Energie übernehmen müssen, auch keine Preisgarantie und sind den internationalen Märkten ausgesetzt. Dort bilden knallhart das Angebot und die ständig wechselnde Nachfrage den Preis. «Für den Überschuss, den Photovoltaikpanels an einem sonnigen Tag nun einmal produzieren und der dann ins öffentliche Netz fliesst, gibt es vom lokalen Stromversorger nur Almosen: 7 bis 10 Rappen pro Kilowattstunde», war jüngst in einer grossen Tageszeitung zu lesen.

Dies zeigt deutlich, dass wahrscheinlich weder die Solarpanelbesitzer noch die Autoren detaillierte Kenntnisse vom Strommarkt und dessen Preisen haben. Denn es sind jene Stromproduzenten, welche mit ihrer Produktion die Versorgung der sehr wichtigen und stabilen Bandenergie sicherstellen und zugleich auch dank der Speicherkraft in der Lage sind, die Verbrauchsspitzen am Morgen, über den Mittag und am frühen Abend mit eher höheren Preisen auch dann die Versorgung sicherstellen, wenn die Energie von Wind und Sonne fehlt. Diese Spitzen zu guten Preisen wären gerade für die Speicherkraftwerke wichtig, damit sie überhaupt wirtschaftlich betrieben werden können. Doch hier erweist sich vor allem der Solarstrom als grosser Störenfried. Er sorgt dafür, dass vor allem im Sommer die Stromspitzen über den Mittag mit bereits massiv subventioniertem und gefördertem Strom abgedeckt werden.

Doch mit der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) und anderen vor allem in Deutschland entsprechend dem «Erneuerbare-Energie-Gesetz» (EEG) eingesetzten Fördermassnahmen wurde der Strommarkt völlig aus den Fugen gehoben, indem nun plötzlich viel staatlich geförderter Strom billig zur Abdeckung der Spitze zur Verfügung steht. Das unterminiert die Wirtschaftlichkeit der Speicherkraftwerke.

Deutlich tiefere Preise

Blickt man aber auf die Produktionspreise für konventionellen Strom aus Wasser- und Atomkraft, so zeigen diese durchaus ein anderes Bild. Das eher kleine Flusskraftwerk am Rheinfall hat 2020 rund 45 Mio. kWh Strom produziert und diesen für 2,9 Rappen je kWh ins Netz abgegeben. Das deutlich grössere Walliser Wasserkraftwerk Aletsch produzierte für je 2,9 Rappen 471 Mio. kWh Strom. Auch das Wasserkraftwerk Lötschen lieferte bei einer Produktion von 338 Mio. kWh Strom für 2,8 Rappen. Das AKW Beznau produzierte 2020 beachtliche 9,050 Mia. kWh Stunden Strom, welcher für 4,99 Rappen ins Netz geflossen ist. Gleichzeitig hat der Bund 2020 landesweit über die kostendeckende Einspeiseverfügung (KEV) mit 15 Rappen pro kWh die Produktion von 116,118 Mio. kWh Windstrom, mit 12 Rappen die Produktion von 220,938 Mio. kWh Wasserkraftstrom und mit 29 Rappen die Produktion von 676,729 Mio. kWh Solarenergie gefördert.

Doch auch die Stromgewinnung aus Biomasse von Biogasanlagen, ARA oder Blockheizkraftwerken ist nur mit enormen Subventionen aus dem Topf der KEV möglich.

So sind 383,917 Mio. kWh-Strom mit 16 Rappen gefördert worden, obwohl beispielsweise in Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) bereits der da­für eingesetzte Abfall als Brennstoff durch die Lieferanten teuer entschädigt werden musste. Vergleicht man die Zahlen im Kanton Schaffhausen vom eher kleinen Flusskraftwerk Rheinfall, wo vom Ertrag von 2,9 Rappen noch 1,4 Rappen je kWh an die Kantone Schaffhausen und Zürich als Konzessionen fliessen mit den im Kanton geförderten KEV-Anlagen, so zeigen diese Zahlen noch eindrücklicher die Differenzen auf. In die Photovoltaikstromproduktion flossen im vorletzten Jahr 32 Rappen je kWh für die Produktion von 6,570 Mio. kWh.

Doch auch im Biomassebereich wa­ren es gar 34 Rappen für die Produk­tion von 3,135 Mio. kWh. Dies zeigt, dass erneuerbare Energieträger zu ei­ner massiven Verteuerung des Stroms führen, wenn die staatlichen Beihilfen und Quersubventionen wegfallen.

Es ist somit so oder so bei einem weiteren Anstieg dieser Energieträger mit einem massiven Anstieg des Strompreises zu rechnen, welcher nicht nur die Haushalte, sondern auch die gesamte Wirtschaft treffen und so zu einer Verteuerung der Produkte führen wird.

1. April 2022 SVP Kanton Zürich