Angriffig wie ein Rottweiler

Kolumne Angriffig wie ein Rottweiler - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

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Neuerdings plustert sich der Europa- Abgeordnete Andreas Schwab auf, als wäre er Aussenminister der Europäischen Union. «Diese Chuzpe muss man haben», empörte sich der Berufspolitiker nach dem Scheitern des EURahmenvertrags. Die 1,3 Milliarden Kohäsionszahlungen beurteilt Schwab als «kleinen Betrag ». Dann gab er noch einen drauf: «Wir haben uns dreissig Jahre weiterentwickelt » – während die Zeit in der Schweiz offenbar stehengeblieben ist. Abgesehen vielleicht von einem Plus von zwei Millionen Menschen. Schwab findet auch, dass die Schweiz dank der EU «gut verdient». Nur verdient die EU dank der Schweiz zwanzig Milliarden Franken mehr. Im «Spiegel» meinte Andreas Schwab: «Die Welt dreht sich nicht nur um die Schweiz.» Doch dreht sich die Welt etwa um die EU? Laut Gewerkschaftszeitung «Work» ist Schwab ein Lobbyist süddeutscher Firmen, die im Nachbarland «weniger kontrolliert, erwischt und gebüsst» werden wollen. Sein Nachname ist Programm, hat doch das Wort «Schwab» hierzulande einen eher unfreundlichen Klang. Weit unpassender ist der Vorname Andreas, eigentlich der «Tapfere». Doch was ist tapfer daran, als selbst ernanntes Sprachrohr von 450 Millionen ein 8,6-Millionen-Volk zu drangsalieren? Andreas Schwab stammt aus Rottweil. Und macht der dort beheimateten Hunderasse alle Ehre. Seit 1463 war diese Stadt ein «zugewandter Ort» der Eidgenossenschaft. 1519 beschworen alle männlichen Einwohner den  «ewigen Bund» mit den Schweizern. Das Rathaus schmückten die Wappen der Bündnispartner. Auf dem Rottweiler Marktbrunnen steht ein Schweizer Fahnenträger. Nach dem Stadtbrand von 1696 zeigte sich die Schweiz solidarisch und half beim Wiederaufbau nach Kräften mit. Die Rottweiler verpflichteten sich, nur mit Zustimmung der Eidgenossen Kriege anzufangen. Andreas Schwab hat diese Zustimmung leider nicht eingeholt. Übrigens musste der Bischof von Chur dem Schultheissen von Rottweil seit dem Mittelalter jährlich einen Habicht schenken. Das mag erklären, dass gewisse Rottweiler wie Andreas Schwab bis heute einen Vogel haben.

12. Juni 2021 Christoph Mörgeli