Angst als Marketing-Masche

Zuschrift Angst als Marketing-Masche - Onlinebote SVP des Kantons Zürich
LESERBRIEF

Eines muss man den Initianten der Agrarinitiativen lassen: Das Marketing ist perfekt aufgezogen. Die Plakate am Strassenrand mit den Schlagwörtern «Trinkwasser» und «Pestizide» holen so ziemlich jeden ab. Jeder will sauberes Wasser und jeder denkt bei Pestiziden an Umweltverschmutzung. Beim Ersten läuft die Angstmache, beim Zweiten rührt man an das schlechte Konsumgewissen. Echte Aufklärung geht anders. Wie wär’s z.B. damit: Diese Initiativen werden zum ganz bösen Bumerang, wenn genau der Teil der Betriebe auf Direktzahlungen verzichten wird, bei denen die Direktzahlungen nur einen kleinen Teil des Einkommens ausmachen und somit eher noch mehr Pestizide verwendet werden als bisher, da keine Beschränkungen mehr gelten. Oder dass der Bauer dann seine Tiere notschlachten muss, wenn er nicht genügend eigenes Futter aufgrund reduzierter Erträge hat. Oder dass der Pestizidverbrauch eh ständig am Sinken ist – ganz ohne Zwängerei. Oder dass unser Trinkwasser eine herausragende Qualität hat, sodass es qualitativ oft besser ist als die in Plastik abgefüllten Wässerchen (ganz abgesehen von der katastrophalen Ökobilanz dieser Getränke). Oder dass dann lastwagenweise Nahrungsmittel importiert werden aus zweifelhaften Herstellungsprozessen und durch die Transporte die Umwelt noch zusätzlich verschmutzt wird. Die Schweiz hat mit Abstand die strengsten Richtlinien für die Nahrungsmittelproduktion – weshalb sollte ich mich künftig mit minderwertigen Nahrungsmitteln aus dem Ausland eindecken müssen, weil eine vernünftige inländische Produktion verunmöglicht wird? Deshalb stimme ich überzeugt 2× NEIN.

Romaine Rogenmoser Kantonsrätin SVP, Bülach

23. April 2021 Leserbrief