Arrogante Regierungen in den Städten Zürich und Winterthur

Worte des... Von Richtplanung, Teilrichtplan eines Gesundheitsgebietes und weiteren Baugeschäften - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Die Städte Zürich und Winterthur haben ihre rein ideologisch begründeten 30er-Zonen-Strategien nicht mit den kantonalen Behörden abgesprochen.

WORTE DES PRÄSIDENTEN DER SVP STADT ZÜRICH

Fast zeitgleich kündeten die rot-grünen Regierungen der Städte Zürich und Winterthur an, flächendeckende und lückenlose Tempo-30-Zonen in den beiden Städten einzuführen. Wohlbemerkt auch auf kantonalen Hauptverkehrsachsen und Hauptdurchgangsachsen. Vor einigen Jahren hat man bewusst in den Quartieren, wo die Menschen hauptsächlich wohnen und Schulhäuser sind, 30er-Zonen eingeführt. Diese dienen der Sicherheit und haben das Verkehrsaufkommen in den besagten Gebieten deutlich reduziert. Es gibt kaum Schleichverkehr, weil sich der motorisierte Individualverkehr auf die schnelleren Hauptverkehrsachsen mit Tempo-50-Beschränkungen zurückzog. Für die Quartierbewohner ein Segen.

Auf diesen Hauptverkehrsachsen fahren in den Städten auch Busse. In den beiden Grossstädten Zürich und Winterthur ist deren Fahrplan komplex und ein ausgeklügeltes System. Es gilt, Abfahrzeiten von anderen öffentlichen Verkehrsmitteln zu koordinieren. Die Abstände zwischen den Bussen und Ankunftszeiten an Umsteigehaltestellen sind präzise aufeinander abgestimmt. Verzögerungen verursachen bei den Pendlern ein komplettes Durcheinander.

Durch die Einführung von flächendeckenden Tempo-30-Zonen gerät der Fahrplan gänzlich durcheinander. Will man das nur einigermassen korrigieren, braucht es unzählige zusätzliche Busse und Fahrpersonal. Heute kostet ein einzelner zusätzlicher Linienbus der Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich (VBZ) gegen 1 Mio. Franken.

Der öffentliche Verkehr im Grossraum Zürich kostet pro Jahr rund eine Milliarde Franken. Die Verkehrsunternehmen liefern dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) ihre Erträge ab, der ZVV ersetzt im Gegenzug ihren Betriebsaufwand. Der Kostendeckungsgrad liegt bei 69 Prozent. Die Differenz, also jährlich rund 310 Mio. Franken, bezahlen die kantonalen Steuerzahler. Im Klartext heisst das: Für jeden einzelnen zusätzlichen Bus in Zürich und Winterthur infolge der Einführung von 30er-Zonen auf Hauptstrassen berappen die Kantonalzürcher Steuerzahlenden anteilsmässig ungefähr 31 Prozent.

Die Städte Zürich und Winterthur haben ihre rein ideologisch begründeten 30er-Zonen-Strategien nicht mit den kantonalen Behörden abgesprochen. Die beiden Stadtratsgremien gehen einfach davon aus, dass der Kanton die immensen Mehrkosten von zig Millionen Franken zulasten der kantonalen Steuerzahlenden sicherlich bezahlen werde. Die Kantonsregierung und der Kantonsrat sind aufgefordert, hier entschieden Widerstand zu leisten. Wo kämen wir hin, wenn jeder einfach tun und machen kann, was er will. Frei nach dem Motto: Der Kanton bezahlts dann schon.

23. Juli 2021 Mauro Tuena