Auch der Kanton Zürich unterstützt die Abschaffung des Eigenmietwertes

Kantonsrat Auch der Kanton Zürich unterstützt die Abschaffung des Eigenmietwertes - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

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SYSTEMWECHSEL BEI DER WOHNEIGENTUMSBESTEUERUNG
Mit einem Vorstoss wurde der Regierungsrat eingeladen, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass bei der Wohneigentumsbesteuerung ein genereller Systemwechsel vollzogen und der Eigenmietwert abgeschafft wird. Der Kantonsrat hat am 27. August 2018 der Überweisung dieses SVP-Postulates zugestimmt.

In der Folge musste sich der Regierungsrat in der Vernehmlassung und in der Finanzdirektorenkonferenz für den Systemwechsel stark machen. Das heutige System der Besteuerung des selbstgenutzten Wohneigentums hat zahlreiche Nachteile:

  1. Es bietet einen starken Anreiz zur Verschuldung, weil in der Regel Steuerpflichtige mit einer hohen Hypothekarverschuldung deutlich weniger Steuern zahlen. Wer seine Schulden abzahlt, wird steuerlich bestraft. Wenn Sie Schulden machen, werden Sie vom Staat belohnt – wenn Sie keine Schulden machen, werden Sie dafür bestraft. Und das in einem Land mit einer der höchsten Privatverschuldungraten Europas.
  2. Es ist in der Handhabung für die Steuerpflichtigen wie für den Staat sehr aufwendig. Die Erhebung und Festsetzung der Eigenmietwerte gibt immer wieder zu Differenzen Anlass.
  3. Es führt zu Ungleichheiten zwischen den Steuerpflichtigen in verschiedenen Kantonen, weil nicht alle Kantone die Eigenmietwerte nach den gleichen Massstäben veranschlagen.

Gerade in der jetzigen tiefen Zinssituation setzt das heutige System unerwünschte Anreize zur Verschuldung und trägt damit auch zur teilweise enormen Preissteigerung bei Wohneigentum und somit zur Blasenbildung bei. Wir haben aber alle ein Interesse an einem stabilen Finanzmarkt.

Die Anreize im heutigen System sind einfach falsch gesetzt. Nachdem der Ständerat einer Vorlage der WAK-S zugestimmt hat, unterstützt nun auch der Bundesrat den Systemwechsel. Am 9. November 2021 hat auch die WAK-N ein Eintreten auf die Vorlage beschlossen. Der Regierungsrat muss sich daher unbedingt weiterhin beim Bund für die Interessen des Kantons Zürich einsetzen. Vor allem in der Finanzdirektorenkonferenz müssen Überzeugungsarbeit geleistet und für die Kantone mit einem hohen Zweitwohnungsanteil pragmatische Lösungen gesucht werden.

18. November 2021 Martin Hübscher