Bau des Brüttenertunnels geht voran…

Kantonsrat Bau des Brüttenertunnels geht voran… - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Fragwürdige Routenführung in Wallisellen. Quelle: google maps 2020

Velonetz-Planung im Kanton Zürich
Die kantonale Velo-Netzplanung wurde am 15. Juni 2016 vom Regierungsrat beschlossen. Es ist das Ziel des Regierungsrates, eine bedarfsgerechte, direkte und sicherer Velo-Infrastruktur zu erstellen. Nur so kann das Ziel, den Anteil des Velo-Verkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen zu erhöhen, erreicht werden.

Der Kantonsrat sprach den Kredit zur Objektbewilligung für die Neubauprojekte „Velo-Verbindungen und Busspur im Zusammenhang mit dem Bau des Brüttener-Tunnels der SBB in den Gemeinden Wallisellen, Dietlikon, Wangen-Brüttisellen und Bassersdorfgut.

Dabei handelt es sich um einen Kredit zu Lasten der Investitionsrechnung von 73’097’000 Franken.

Mit dem Grossprojekt Brüttenertunnel verfolgen die SBB das Ziel, den Kapazitätsengpass auf dem Bahnkorridor Zürich-Winterthur durch die Erstellung einer durchgehenden vierspurigen Verbindung zu beseitigen. Das Kernstück ist der rund neun Kilometer lange Brüttenertunnel, der im Bereich der Portale in der Stadt Winterthur und den Gemeinden Dietlikon und Bassersdorf in das bestehende Streckennetz eingebunden wird. Die Überprüfung der Leistungsfähigkeit des Gesamt-Eisenbahnsystems Zürich-Winterthur hat zudem gezeigt, dass die Bahnhöfe Wallisellen, Bassersdorf, Dietlikon sowie Winterthur Töss und der Güterbahnhof Winterthur den Verkehrs-Anforderungen nicht mehr genügen und neu gebaut werden müssen.

Gesamtkonzept

Für die Erarbeitung des Gesamtkonzepts war und ist die Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeindeexekutiven, den SBB und den kantonalen Stellen sehr gut verlaufen.

Die zuständige Kommission des Kantonsrates, die KPB, hat die betroffenen Gemeinden angehört und kam zur Einsicht, dass die vorhandenen Symbiosen gut genutzt und das grosse Projekt wohl nie mehr zu diesem Preis zu haben sein wird.

Auch die SVP/EDU-Kantonsrats-Fraktion ist sich in diesem Fall sicher, dass die Kosten-Nutzen in Verbindung mit dem geplanten Gesamt-Vorhaben der SBB gut ausgewogen und sinnvoll sind,

die Grundsatzfrage betreffend Notwendigkeit der Velonetzplanung Kanton Zürich mal ausser Betracht gelassen.

Streckenführung Veloschnellroute

Lediglich der Abschnitt der Veloschnellroute (VSR) in Wallisellen kann kritisiert werden. Dort soll das Vorhaben durch ein Mehrzweckgebäude, namentlich durch das Feuerwehr- und Werkgebäude führen.

Im regionalen Richtplan verläuft die VSR im Bereich des Werk- und Feuerwehrs-Gebäude Wallisellen parallel zur Bahnlinie. Dort ist indessen wegen der geplanten Massnahmen an der angrenzenden SBB-Infrastruktur kein Platz zwischen Bahnlinie und Gebäude für eine neue Velo-Infrastruktur vorhanden, auch nicht für eine schmalere Wegführung. Daher verbleiben entweder eine Linienführung UM das Gebäude herum oder DURCH das Gebäude hindurch.

Die Variante UM das Feuerwehr-Gebäude herum ist, salopp gesagt, so blöd, dass selbst pro Velo sich negativ dazu geäussert hat. Eine VSR nämlich vor einer Feuerwehrausfahrt durchzuführen, wäre nebst den unermesslichen hohen logistischen Aufwendungen und Kosten einfach schlicht zu gefährlich und würde mit Sicherheit die Unfallstatistik in die Höhe schnellen lassen.

Die Variante DURCH das Gebäude hindurch ist somit die einzige überhaupt mögliche Variante, sofern die VSR entsprechend dem Richtplan-Eintrag verlaufen soll.

Auch diese Variante birgt hohe Anforderungen an die Logistik des Feuerwehrstützpunktes Wallisellen und generiert hohe Um- und Anbau-Kosten. Der Feuerwehr-Stützpunkt muss nämlich die Vorgaben des Kantons, bzw. der GVZ, auftrags- und zeitgerecht erfüllen können.

Ein relativ neues Feuerwehrgebäude (2010 fertiggestellt) nun in diesem Masse umzuändern zeugt nicht von grosser Weitsicht hinsichtlich Planung was die gesamte Raumplanung angeht.

Hierfür müsste, oder hätte sich die Gemeinde Wallisellen vehementer einsetzen müssen. Es stellt sich daher die Frage, ob die Bevölkerung von Wallisellen in Sachen VSR informiert ist und weiss, was und wie geplant ist und vor allem auch, was das Ganze kosten wird.

Zur Erläuterung der Problematik muss gesagt sein, dass eine VSR eine Breite von 4.8 Metern zu erfüllen hat. Durchaus könnte man auf einem Abschnitt von gut 150 Metern (betroffene Gebäudelänge) auf die maximale Breite von 4.8 m verzichten und diese einfachheitshalber auf eine Breite von 3.6 m (Norm Velo-Hauptverbindungsachsen) oder gar auf 2.4 m (Norm Velo-Nebenverbindunsachsen) reduzieren, sodass die baulichen Eingriffe für die Durchfahrt durch das Gebäude auf ein Minimum reduziert würden oder immerhin weniger logistischen Aufwand generieren würden…

Dem Kantonsrat als Legislativ-Parlament steht in diesem Fall lediglich die Zustimmung oder Ablehnung des Gesamtkredites für das Projekt zu. Umsetzung und Detailplanung obliegen den Exekutiven von Kanton und Gemeinden.

Um das sonst sehr gut geplante Gesamtkonzept nicht zu gefährden, stimmte die SVP/EDU Kantonsrats-Fraktion dem Bewilligungskredit zu.

 

1. Dezember 2021 Barbara Grueter