Beim Bluffen ertappt

Kolumne Beim Bluffen ertappt - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Politiker Hans-Peter Portmann hat kein gutes Blatt. Schon beim oberflächlichsten Faktencheck wird sein Bluff offensichtlich. Bild Pixabay

Gegen ihn war der frühere  «Schattenaussenminister» Ernst Mühlemann bloss der Schatten eines Schattens. Wo immer es auf dem Globus brennt, brodelt und ballert, ist er nicht weit: FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann. Ohne den Hampi geht weltweit gar nichts. Dank Twitter dürfen wir alle am aufregenden Reiseleben des Aussenpolitikers teilnehmen: «Die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU zu entwickeln, ist eine anhaltende und herausfordernde Aufgabe, die mich immer wieder in die belgische Hauptstadt bringt.»

Im letzten «Sonntalk» von Tele Züri behauptete Hans-Peter Portmann: «Ich bin in der Offiziersschule noch ausgebildet worden, wie wir mit dem P-26-Kommando hätten zusammenarbeiten müssen. » In Wahrheit war die Kaderorganisation P-26 zur Aufrechterhaltung des schweizerischen Widerstands so geheim, dass mit Ausnahme des Generalstabschefs kein einziger Miliz- oder Berufsoffizier davon wusste. Der damals 21-jährige Offiziersaspirant Hans-Peter Portmann hatte von P-26 genauso viel Ahnung wie ein westafrikanisches Zwergschaf vom Multiplizieren.

Ganz und gar ins Märchenland gehört auch Portmanns Aussage, er habe die «Zusammenarbeit» mit der P-26 geübt. Eine solche konnte überhaupt nicht stattfinden, weil die nicht kombattante Kaderorganisation erst nach dem Zusammenbruch der kombattanten Schweizer Armee zum Einsatz gekommen wäre. Bei Aktivierung der Widerstandsorganisation P-26 durch den Bundesrat hätte in ihrem Einsatzbereich überhaupt keine kämpfende Truppe mehr existiert.

Warum um Himmelswillen lässt sich der Politiker Hans-Peter Portmann schon beim oberflächlichsten Faktencheck als Bluffer und Dummschwätzer enttarnen? Warum plagt ihn die Selbstgefälligkeit selbst bei Abwesenheit aller Gründe? Welcher Teufel reitet ihn, wenn er sich aus Geltungssucht mit leicht widerlegbaren Falschaussagen wichtigmacht? Warum lässt er keine Möglichkeit aus, sich mit frei erfundenen Räubergeschichten in Szene zu setzen? Manche Menschen sind nun einmal so eitel, sie sehen sogar noch im Brett vor ihrem Kopf einen Spiegel.

26. November 2021 Christoph Mörgeli