Bio-Zwang für alle

Kritik Bio-Zwang für alle - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Ein dosierter Pestizideinsatz ist für eine effiziente Landwirtschaft und die Grundversorgung aus eigener Kraft unabdingbar. Bild Pixabay

DIE PESTIZIDINITIATIVE
Am 13. Juni wird ausser über die Trinkwasserinitiative auch über die Pestizidinitiative entschieden. Die Pestizidinitiative will den Einsatz synthetischer Pestizide in der Schweiz verbieten. Ebenso den Import von Produkten, welche mit synthetischen Pestiziden produziert worden sind. Für die Umsetzung ist eine Übergangsfrist von 10 Jahren vorgesehen.

Das komplette Verbot von synthetischen Pestiziden betrifft zahlreiche Branchen. Neben der konventionellen Landwirtschaft sind auch zahlreiche Biobetriebe betroffen. Gemüse und Obst kann auch im Biolandbau nur mithilfe von Pflanzenschutzmitteln in der gewünschten Qualität produziert werden. Die verwendeten Pflanzenschutzmittel sind zwar biologisch von der Art des Wirkstoffes, werden aber auch synthetisch hergestellt und wären somit nicht mehr zugelassen. Konsumenten sollen bluten Die Befürworter der Initiative argumentieren, dass auch der Konsument in die Pflicht genommen wird, da er nur noch biologische Lebensmittel kaufen kann oder muss. Die Auswahl wird im Sinn eines verantwortungsvollen Konsums eingeschränkt. Soweit die Theorie. In der Praxis wird der Selbstversorgungsgrad in der Schweiz stark zurückgehen, weil die Produktivität in der Schweiz deutlich abnehmen wird. Da die Produktion in der Schweiz grundsätzlich in einem höheren Kostenumfeld stattfindet, wird sich die Menge an importierten Lebensmitteln massiv steigern. Die bereits heute grosse Abhängigkeit vom Ausland wird nochmals deutlich verschärft. Wie und ob überhaupt die Kontrolle beim Einkaufstourismus erfolgen wird, steht ebenfalls in den Sternen, auch hier ist nochmals eine starke Zunahme zu erwarten. Werden vermehrt Lebensmittel importiert, macht in vielen Fällen die Verarbeitung in der Schweiz keinen Sinn. Die Herstellung von Chips und Frites aus ausländischen Biokartoffeln in der Schweiz wird keine Zukunft haben. Deutlich tiefere Produktionskosten im Ausland und das fehlende Argument der Regionalität wird die Abwanderung Tausender Arbeitsplätze ins Ausland zur Folge haben. Notabene viele Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich, die Sozialhilfekosten werden steigen. Wenn keine biologischen Rohstoffe in genügender Menge oder der gewünschten Qualität zur Verfügung stehen, müssen sich Unternehmen wie Nespresso oder Firmen der Schokoladenbranche überlegen, ob der Standort Schweiz eine Zukunft hat. Die Pestizidinitiative verordnet per Gesetz Bio für alle. Der Lebensmittelmarkt dümpelt seit bald 30 Jahren bei ca. 10% Bioprodukten. Trotz massiver Werbung seitens der Grossverteiler. Die Biooffensive der letzten Jahre hat in der Vermarktung bereits zu grossen Herausforderungen geführt, der Markt ist gesättigt. Wird nur noch Bio produziert, kommen die Preise der Biobauern unter Druck. Gleichzeitig werden die Konsumentenpreise nur wenig sinken. Bauern und Konsumenten sind die Verlierer! Dass mit der Pestizidinitiative zusätzlich noch internationales Recht verletzt wird, ist ein weiterer Punkt, welcher gegen die Initiative spricht. Radikaler Bruch Wir Bauern sind bereit, unsere Produktion geänderten Wertvorstellungen, genaueren Analysemethoden und all den weiteren Herausforderungen unserer Zivilisation anzupassen. Nachdem aber die letzten 30 Jahre der Agrarpolitik unter der Maxime des Wettbewerbs standen, ist es uns schlicht nicht möglich, innert kürzester Zeit das Ruder herumzureissen. Wir haben unsere Betriebe auf Effizienz getrimmt, in tierfreundliche Ställe investiert und mit immer weniger Arbeitskräften ein steigendes Arbeitsvolumen bewältigt. Die anstehenden Agrarinitiativen wollen einen radikalen Bruch, der nur Verlierer hinterlassen wird. Deshalb NEIN zur Pestizidinitiative und NEIN zur Trinkwasserinitiative!

14. Mai 2021 SVP Kanton Zürich