Blühende Rapsfelder sind vielleicht bald Geschichte

News Blühende Rapsfelder sind vielleicht bald Geschichte - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Heimisches Rapsöl dient übrigens auch bei mittlerweile beliebten Fleischersatzprokuten als Rohstoffbasis.

ENTSCHEIDUNG FÄLLT AM 13. JUNI AN DER URNE
Der inländische Rapsanbau ist eine der Kulturen, welche bei einem Ja zu den Agrarinitiativen aus dem Landschaftsbild verschwinden werden. Denn diese Ölsaat lässt sich im Biolandbau und ohne Pflanzenschutzmittel kaum produzieren.

RoMü. Es sind einerseits das goldgelbe Blütenmeer und anderseits die speziellen Düfte der Rapsfelder, welche das Landschaftsbild prägen und riechbar machen. Doch dieses Bild mit dem bunten, aber auch wieder vergänglichen Farbtupfer in der Landschaft könnte zum Beispiel im Weinland, wo rund 330ha angebaut werden, bald Geschichte sein. Raps als hochwertige Ölsaat ist eine der im Inland angebauten Kulturen, welche unbedingt Pflanzenschutz benötigt und im pestizidfreien Anbau keine Chancen hat. 88 000 Tonnen letztes Jahr Im vergangenen Jahr sind in der Schweiz 88000 Tonnen Raps geerntet worden. Der Bioanteil liegt dabei gerade einmal bei 0,6 Prozent, obwohl bereits rund 7500 Betriebe nach den Richtlinien des biologischen Landbaues bewirtschaftet werden. Fritz Glauser, Präsident vom Schweizer Getreideproduzentenverband und selber Biobauer aus dem Kanton Freiburg, machte kürzlich deutlich, dass der biologische Anbau dieser Ölsaat nur bedingt möglich ist: «2020 wurden 520  Tonnen Raps biologisch produziert. Die Erträge schwanken im Bioanbau und können in schlechten Jahren bei 0 liegen.» Dies wurde in den letzten Tagen auch im Zürcher Weinland einmal mehr Realität, indem grössere Bio-Rapsflächen gemulcht worden sind, weil ihnen Schädlinge derart zugesetzt hatten, dass kein Ertrag mehr möglich war. Denn der Raps mit einer Vegetationsdauer von mehr als 10 Monaten kennt viele Feinde. Bereits nach der Saat im August oder Anfang September lauert Rapserdflöhe, welche im ersten Wachstumsstadium den jungen Pflanzen massiv zusetzen können. Nach der Winterruhe und dem Vegetationsstart im Februar oder März ist der gefrässige Rapsstängelrüssler unterwegs. Die Weibchen legen dabei ihre Eier im Haupttrieb ab, was gravierende Folgen für die weitere Pflanzenentwicklung hat. Danach folgt noch der Rapsglanzkäfer, welcher sich von den Pollen der Blüten ernährt. Um an diese zu gelangen, frisst er bereits die Knospen an, um an die noch nicht freigelegten Pollen zu gelangen. Können diese nicht bekämpft werden, so ist ein Anbau kaum möglich. Alternative zur Urwaldrodung Erst kürzlich wurden hitzige Diskussionen rund um das Freihandelsabkommen mit Indonesien geführt, wobei insbesondere das Palmöl und dessen Import in die Schweiz aus diesem Land umstritten waren. Jährlich werden für die Ausdehnung der Anbauflächen Tausende von Hektaren Urwald gerodet, um der globalen ständig wachsenden Nachfrage nach diesem Rohstoff gerecht zu werden. Entsprechend favorisieren in der Schweiz lebensmittelverarbeitende Betriebe sowie der Detailhandel mit Blick auf den schwindenden Urwald palmölfreie Produkte, indem sie auf die Alternative mit einheimischem Rapsöl setzen. Entsprechend konnte in den letzten Jahren der Anbau von Raps seit 2000 mehr als verdoppelt werden. Stimmt das Schweizer Stimmvolk nun den beiden Agrarinitiativen zu, so wird der Rapsanbau in der Schweiz verschwinden. Entweder muss er dann weiterhin aus dem konventionellen Anbau importiert oder durch neue Importe von Palmöl ersetzt werden, um den inländischen ständig steigenden Bedarf an Speiseöl zu decken. Denn gerade auch verstärkt nachgefragte Fleischersatzprodukte haben oftmals Rapsöl als Rohstoffbasis.

21. Mai 2021 SVP Kanton Zürich