Corona-Berset als «Macher»?

Zuschrift Corona-Berset als
DIE LAST TRAGEN BÜRGER UND UNTERNEHMER

Ob bei der jeweiligen Behandlung der Corona-Traktanden bei Bundesratssitzungen tatsächlich gerungen wird – wie es sein sollte – ist zu bezweifeln. Der Gesundheitsvorsteher SP-Berset gibt sich als «Macher» und der Restbundesrat nickt (mit Ausnahme von Ueli Maurer). Dieser politisch einseitige und daher auch einfältige Vorgang in Bundesbern hinterlässt in der Bevölkerung einen zunehmenden Vertrauensverlust in die oberste Landesbehörde. Haben die fünf bürgerlichen Bundesräte ihre Eigenverantwortung quasi selbst aufgegeben? Haben sie vergessen, dass die eigentliche Last Bürger und Unternehmer tragen. Als Risikopatient ist man in diesen Tagen sehr interessiert, welche Informationen bezüglich Impfprognosen aus dem BAG kommen, das Berset unterstellt ist. Tatsächlich waren die Protagonisten im Gesundheitsdepartement – seit Beginn der Pandemie – zu keinem Zeitpunkt Herr der Lage. Weder ist eine BAG-Strategie zu erkennen, noch sind die Leute fähig, rasch dazuzulernen. Das Departement war und ist konstant zu spät dran. Und jetzt geht diese besondere Art des «Fliegens ohne Sicht» mit der neuen Direktorin weiter. Tatsächlich verärgern Falschmeldungen die Bevölkerung nach wie vor und bei der Impfstoffbeschaffung und -verteilung herrscht aktuell ein Chaos. Zuerst funktionierte das Impf- Anmeldetool des BAG nicht und jetzt fehlt es an Impfstoff. Liegt es an den Lieferverträgen?

Als eine der ersten Amtshandlungen im BAG setzte die neue Leiterin durch, dass Hunde mit ihren Herrchen und Frauchen ins Büro kommen dürfen. Wer führt die täglich zwei- bis dreimal aus? Derzeit gibt es – insbesondere für die Schwächsten – noch immer kein nationales, verbindliches Schutzkonzept. Die Hälfte der Corona-Opfer verstarb oder verstirbt in Alters- und Pflegeheimen. Dass das Virus vor allem durch Mitarbeiter/-innen eingeschleppt wird, liegt auf der Hand. Doch die Verantwortlichen im Gesundheitswesen weichen diesem Thema hartnäckig aus. Die Mitarbeiter in den Heimen müssten endlich konsequent auf das Virus hin getestet und geimpft werden. Jene Pflegenden, die das nicht wollen, haben in Alters- und Pflegeheimen nichts verloren, unabhängig von ihrer Herkunft. Oder wer kontrolliert an den Landesgrenzen? Schnelltests und Quarantäneregeln sucht man vergebens. Viel lieber konzentriert sich Berset schon jetzt auf eine Verschiebung des Lockdown-Endes auf Frühjahr. Anstatt die Wissenslücken endlich zu schliessen – widersprüchliche Thesen überwiegen – operiert Berset offenbar lieber mit Faustregeln. Das hilft, seine zentralistische Planwirtschaft umzusetzen. Der volkswirtschaftliche Schaden ist gigantisch.

Karl Meier-Zoller, Effretikon  

11. Februar 2021 Leserbrief