Das Leben einer Diskriminierten

Kolumne Kunstmuseum oder Gedenkstätte? - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

«Wir Frauen haben jeden Tag einen Grund zum Streiken», rief eine empörte Irène Kälin am 1. Mai. Skandalös stehe es um die Gleichstellung und die Lohngleichheit. Es herrsche «geschlechterbedingte Ungerechtigkeit». Weiter wetterte Kälin laut «Aargauer Zeitung»: «Solange eine Frau diskriminiert wird, weil sie eine Frau ist, solange muss der Missstand benannt, dagegen gekämpft werden.» Jetzt wurde die kämpferische Grüne Nationalratspräsidentin. Und reklamierte sofort wegen «Vereinbarkeitsproblemen » als Mutter.

Man darf sich wundern, wenn die höchste Schweizerin über Diskriminierung und Ungleichheit lamentiert. Glaubt sie im Ernst, sie sässe heute auf diesem Stuhl, wenn sie nicht eine junge Frau von 34 Jahren wäre? Meint Irène Kälin wirklich, ein Mann in ihrem Alter mit ihrem Leistungsausweis hätte das auch geschafft? Ist ihr Jahreslohn von 170 000 Franken für ein Nebenamt diskriminierend? Wo bleibt die Diskriminierung, wenn sie rund um die Uhr einen Dienstwagen mit Chauffeur kommandiert? Zudem amtet Kälin als gut bezahlte Präsidentin des kantonalen Gewerkschaftsdachverbands. Und als gut bezahlte Präsidentin des Dachverbands der sozialen und beruflichen Integration.

«Wenn man nichts fordert, wird nichts besser», so die neue Parlamentspräsidentin der Eidgenossenschaft: «Wir wollen das Stück vom Kuchen, das uns zusteht.» Ihr steht ziemlich alles zu. Mit 22 war Irène Kälin Grossrätin, mit 27 Vizepräsidentin der Grünen Schweiz, mit 30 Nationalrätin. Irgendetwas qualifizierte die Islamwissenschaftlerin auch als Sekretärin der Baugewerkschaft Unia.

Nach ihrer Wahl dankte Irène Kälin den Magistraten und Bürokraten. Den «geehrten Gästen aus Oberflachs». Dem «Herrn Gemeindeschreiber ». Vielen namentlich genannten nahestehenden Personen. Allen abwesenden «Lieblingsmenschen». Dem Amtsvorgänger Andreas Aebi, einem «Freund fürs Leben». Dem «herzallerliebsten » Sohn Elija. Nur dem anwesenden Vater ihres Kindes, ihrem Lebenspartner, dankte die diskriminierte Irène Kälin nicht. Wenn einer sich diskriminiert fühlen muss, ist es Werner De Schepper.

4. Dezember 2021 Christoph Mörgeli