Der Sieg des Königs

Ostern Der Sieg des Königs - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Das Grab war leer. Jesus ist auferstanden. Bild Pixabay

OSTERN
Ostern, ein Ereignis von enormer Tragweite. Für die Einen eine Zeitenwende, ein ultimativer Sieg, für Andere eine Dummheit. Eines ist sicher: Es ist ein Ereignis, welches die Menschen auch knapp 2000 Jahre später noch beschäftigt und reichlich Stoff für Diskussionen liefert.

Ein Mann, an dem keine Schuld festgestellt wurde, wurde zum Tode durch das Kreuz verurteilt. Eine qualvolle Hinrichtung, die sich tagelang hinziehen konnte, bis der Gekreuzigte erstickte. Was macht diese Hinrichtung aus, sodass man dieser mit einem Feiertag gedenkt?

Jesus aus Sicht des Alten Testaments

Beginnen wir mit der Person, die verurteilt wurde. Jesus von Nazareth ist eine bekannte Persönlichkeit, welche im ersten Jahrhundert in Judäa im heutigen Israel gelebt hat. Vieles zu seinem Leben und Sterben findet sich im neuen Testament. Allerdings ergibt die Betrachtung des Alten Testaments mit Blick auf Jesus ein tieferes Verständnis für sein Leben und Sterben. Auch wenn Jesus im Alten Testament nicht namentlich erwähnt wird, wird im Zusammenhang mit dem Neuen Testament klar, wer gemeint ist. Daniel Kapitel 7 beschreibt einen «Sohn des Menschen», welchem «Herrschaft, Ehre und Königtum» gegeben wurden und «seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft.» Wenn immer im Neuen Testament vom Menschensohn gesprochen wird, hatten damals alle Beteiligten diese Vision aus dem Buch Daniel im Kopf. Jesaja beschreibt im Kapitel 53 einen leidenden Gottesknecht, welcher stirbt und dadurch sein Volk rettet. «Wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird.» In den Büchern Sacharja, Hesekiel und in den Psalmen gibt es weitere Verse, die auf Jesus und sein Leben hinweisen. Um das Leben und Sterben verstehen zu können, genügt das alleinige Studium des Neuen Testaments nicht, zu eng sind beide Bibelteile miteinander verbunden.

Der ganz andere König

Im Judentum zur Zeit Jesu gab es eine Messias-Hoffnung. Die Hoffnung, dass ein Mensch kommt, der sie von der Knechtschaft der Römer befreit und ihre Feinde besiegt. Durch die vielen Bibelstellen aus dem Alten Testament starb diese Hoffnung nie und war in der Zeit Jesu besonders ausgeprägt. Und dann kam Jesus, geboren in einem Stall, predigte, man solle seine Feinde lieben, und lehnte Gewalt komplett ab. Für viele Juden, die auf einen König, einen Befreier hofften, war er es sicher nicht. Und dann wurde er auch noch gefangen genommen und gekreuzigt, was für ein erbärmlicher Befreier. Nun: Diese Juden hatten eine irdische Vorstellung von einem König. Jesus starb am Kreuz und hat gesiegt, kein Sieg, der die Unterdrückung durch die Römer beendet hätte, sondern ein Sieg gegen den Feind jedes Menschen, den Tod. Die Kreuzigung ist der ultimative Sieg über die Mächte, die Mensch und Welt versklavt hatten. Das Kreuz, das Zeichen der Schande und der Folter, wurde durch Jesus ein Zeichen der Liebe und des Sieges. Der Tod verliert in Jesus seine Macht. «Tod wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg?» 1. Korinther 15,55.

Die Bedeutung der Auferstehung

Im ersten Korintherbrief 15, 14 & 17 steht: «Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist unsere Verkündigung vergeblich, und vergeblich auch euer Glaube! Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden.» Ohne die Auferstehung am Ostersonntag hat auch der Karfreitag keine Bedeutung. Nur das Zusammenspiel von Kreuzigung und Auferstehung ergibt ein Ereignis, welches noch 2000 Jahre später gefeiert wird. Für Paulus war klar, so versteht Nicholas Thomas Wright ihn, dass die Kreuzigung und die Auferstehung das Ende eines Zeitalters waren und durch diese Ereignisse ein neues Zeitalter begonnen hat. Jetzt sollte die gute Nachricht des Sieges auf der ganzen Welt verkündet werden. Die Juden waren das erwählte Volk Gottes. Diese Volksgemeinschaft steht durch Jesus nun allen Menschen auf der ganzen Welt offen. Das ist der Grund, weshalb Paulus die griechische und römische Welt bereiste und den Sieg seines Königs allen verkündete.

4. April 2021 Benjamin Stricker