Die Armee und ihre Mauerblümchen

Landesverteidigung Die Armee und ihre Mauerblümchen - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Frauen führen anders als Männer. Aber sicher nicht schlechter. Bild Pixabay

FRAUEN UND MILITÄR
Aktuell ist die Flugzeugbeschaffung in aller Munde, wenn es um das Thema Militär geht. Ob Fussgänger, Autofahrer oder Trampilot – jeder masst sich an, bei diesem Sachverhalt fundiert mitreden zu können. Weit weniger auf dem Radar der Armeediskussion sind dagegen die Frauen. 

Wenn es um die Armee geht, fristen die Frauen ein regelrechtes Mauerblümchendasein. Denn sie sind die grossen Abwesenden im Militärdienst – mickrige 0,9% der AdAs (Angehörige der Armee) sind Frauen. Dies alleine darauf zurückzuführen, dass die Frauen aktuell keinen Militärdienst leisten und auch keinen Wehrpflichtersatz entrichten müssen, greift wohl zu kurz. Mit dem aktuellen Gleichstellungshype der nach absoluter Gleichberechtigung lechzenden Emanzen und Dauerdiskriminierten* Innen (immer schön auf die Pause achten beim Stern – ein kleines Beispiel zum Niedergang der Sprache, die auf dem Altar der Gleichstellung geopfert wird) wäre es das Einfachste, endlich diese Wehrpflicht für Frauen einzuführen. Nichts liegt näher, als die Damen endlich in die Pflicht zu nehmen, eben auch ihren Beitrag zu leisten an das Allgemeinwohl. Also eben nicht immer nur zu fordern, sondern endlich auch mal abzuliefern.

Aber so einfach ist es allerdings nicht. Das System krankt leider an vielen Orten. Den heiligen Gral wird man deshalb vermutlich nicht finden mit der Einführung der obligatorischen Dienstpflicht auch für Frauen. Klar gibt es schon diverse Länder, in denen die Frauen obligatorisch Militärdienst leisten müssen. Die wenigsten dieser Länder können aber als Massstab für schweizerische Verhältnisse genommen werden. Deshalb ist es müssig, darauf hinzuweisen, dass dies tatsächlich praktikabel ist, wie etwa in Israel, Bolivien, Eritrea, Nordkorea, Tschad oder Sudan.

Mehr als nette Werbefilme

 Wenn man von einer generellen Wehrpflicht für Frauen absieht, drängt sich geradezu die Frage auf: Was bitte könnte man denn anders machen, als einfach ein paar nette Werbefilme ins Netz zu stellen, um die Damen anzulocken bzw. von der Sinnhaftigkeit eines Einsatzes für das Schweizer Vaterland zu überzeugen? Ein Patentrezept gibt es leider nicht – aber doch die eine oder andere Stellschraube. Das alles übergreifende Thema ist die Kommunikation. Es genügt einfach nicht, coole Werbevideos zu drehen mit ein paar ebenso coolen Frauen. Seien wir ehrlich: Die bestätigen nur die schon überproportional Interessierten, die sich sowieso auf die Homepage der Schweizer Armee gewagt haben. Der grosse Rest der Frauen wird nie davon erfahren, was für tolle Angebote und Möglichkeiten die Armee gerade auch für das weibliche Geschlecht zu bieten hat. Die Armee macht grundsätzlich zu wenig Eigenwerbung.

Zwar werden irgendwelche Module für den Unterricht angeboten, aber diese befassen sich eher mit recht abstrakten Themen, wie z.B.: «Sie können mithilfe eines Hörtextes den Begriff »Krieg« erschliessen und drei verschiedene Kriegsarten unterscheiden.» Es leuchtet wohl dem Letzten ein, dass damit weder Männlein noch Weiblein für den Militärdienst gewonnen werden können. Wie wäre es damit, den jungen Leuten aufzuzeigen, was sie denn alles lernen können bzw. wo ihnen der Dienst auch im Berufsleben Vorteile bringt. Gestärktes Selbstbewusstsein, Führungsqualitäten, verbesserte Kommunikationstechniken, die Liste der Vorteile ist praktisch unendlich – gerade auch für Frauen. Weshalb gelangen diese Infos nicht an die Schüler und Studenten? Vermutlich hat es keinen Platz mehr im Stundenplan neben all den NGO wie Greenpeace oder WWF, die von den leider meist pazifistisch und sozialistisch angehauchten Lehrkräften (natürlich nicht allen) noch so gerne für die alltägliche, politisch korrekte Gehirnwäsche engagiert werden. Die Armee muss wieder sexy werden. So, dass die Jugendlichen dort mitmachen wollen und nicht im klimaneutralen Überlebenscamp der Antifa.

Keine Extrazüglein

Extrazüglein bzw. eine Extrabehandlung für Frauen in der Armee braucht es nicht. Das sehen insbesondere die Frauen selber so, die Dienst leisten. Weder mit speziellen Frauenklos noch mit besonders zarter Behandlung. Aber die Armee täte gut daran, die neuen Facetten, die die Frauen zweifelsohne in die bisherigen Strukturen und Umgangsweisen einbringen, noch mehr zu fördern und als Chance zu nutzen. Frauen führen anders als Männer – und sicher nicht schlechter. Frauen sind zwar körperlich meistens weniger stark, aber mindestens so ausdauernd. Sie haben feinere Antennen für die zwischenmenschlichen Beziehungen und verbessern das Umgangsklima – um nur ein paar Unterschiede aufzuzählen.

Als ehemalige AdA (Pilotenausbildung) erlaube ich mir ein persönliches Fazit: Mir ist lieber, in der Armee finden sich 9 motivierte Frauen unter 1000 AdAs – die eingangs erwähnten 0,9% –, statt 900 Frauen, die unmotiviert sind, weil sie zur Wehrpflicht «verdonnert» wurden und somit sicher keinen Mehrwert bringen. Gleichzeitig appelliere ich aber auch an die Frauen, diese phantastische Chance endlich zu nutzen, die die Armee ihnen auf dem Silbertablett präsentiert. Alles andere ist ein Armutszeugnis – insbesondere für alle Frauen, die nach Gleichberechtigung schreien, dann aber nur die Rosinen herauspicken. Mauerblümchen, VERSTANDEN?

11. November 2021 Romaine Rogenmoser