«Die Impfung bringt uns unsere Freiheiten zurück»

Gesundheitspolitik «Die Impfung bringt uns unsere Freiheiten zurück» - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

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INTERVIEW MIT REGIERUNGSRÄTIN NATALIE RICKLI
Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli ist für die Impfkampagne im Kanton Zürich verantwortlich. Warum diese für eine nachhaltige Überwindung der Pandemie entscheidend ist, erläutert sie in unserem Interview.

Frau Regierungsrätin Rickli, in den letzten Wochen holte der Kanton Zürich bei der Impfquote massiv auf, zu Beginn mussten Sie viel Kritik einstecken, weil sich nur ein geringer Anteil der Bevölkerung impfen lassen konnte. Was hat sich geändert?

Nachdem kurz vor Weihnachten die Zulassung für den ersten Impfstoff kam und der Bundesrat sagte: «Jetzt wird geimpft!», wurden Erwartungen geweckt, dass es nun ruck, zuck gehe. Aber tatsächlich kam drei Monate lang nur wenig Impfstoff. Wir konzentrierten uns in dieser Zeit auf das Impfen der Bewohnenden und des Personals in den rund 400 Heimen sowie über die Spitäler und Hausarztpraxen um die Hochrisikopatienten. Als der Bund dann ab April mehr Impfstoff lieferte, öffneten wir die 11 Impfzentren. Zusätzlich impfen bis heute 160 Apotheken. Zeitweise verabreichten wir fast 25 000 Impfungen pro Tag. Bisher haben wir im Kanton Zürich bereits knapp 1,5 Millionen Impfdosen verabreicht. Unsere Impfquote ist jetzt gut, aber es wäre besser, wenn sich noch mehr Leute impfen liessen.

Warum denn? Die Impfquote liegt doch schon über 60 Prozent und bei Personen ab 60 Jahren sogar über 70 Prozent.

Je mehr Leute geimpft sind, desto weniger gut kann sich der Virus ausbreiten. Das ist umso wichtiger, weil die Delta-Variante noch ansteckender und aggressiver ist. Je mehr Leute sich impfen, desto mehr Freiheiten können wir als Gesellschaft, aber auch als Wirtschaft behalten. Ein guter Impfschutz bringt uns unsere Freiheiten zurück. Auch verhindern wir mit einer hohen Durchimpfung der Bevölkerung erneute Schliessungen, wovon insbesondere unser Gewerbe hart betroffen war und für welches sich unsere Partei stark einsetzt.

Aber haben Sie Verständnis für Leute, die sich nicht impfen lassen wollen. Sich impfen zu lassen, ist doch ein persönlicher Entscheid. Und gerade für Junge ist die Krankheit ja keine Bedrohung.

Ich habe auf den Intensivstationen auch junge Menschen gesehen, die wegen Covid-19 an Beatmungsmaschinen angeschlossen waren. Und wie wir heute wissen, kann die Krankheit auch bei einem milden Verlauf mühsame Langzeitfolgen haben. Die Impfung bietet dagegen einen wirksamen Schutz. Sich impfen zu lassen, ist ein persönlicher, eigenverantwortlicher Entscheid. Es gibt keinen Impfzwang. Ich empfehle allen Zürcherinnen und Zürchern, sich zu impfen. Man schützt sich selber und trägt zum Schutz der Mitmenschen bei.

Die meisten, die das wollten, sind geimpft. Wie wollen Sie die Quote noch weiter steigern?

Wir bieten in allen Impfzentren weiterhin Impftermine an, es gibt die Möglichkeit, sich unangemeldet zu impfen. Unsere Informationskampagne läuft weiter. Wir haben die Kampagne bspw. auch auf Englisch, Albanisch oder Portugiesisch übersetzt, um die Migrationsbevölkerung fürs Impfen zu sensibilisieren. Aktuell überlegen wir uns, ob wir mit einem Impfbus in die Dörfer fahren. Wir sind mit unseren Partnern daran, es allen Leuten so einfach wie möglich zu machen, sich impfen zu lassen. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Impfquote in den kommenden Wochen noch steigern und damit den Schutz der Bevölkerung weiter verbessern können.

Seit einigen Tagen steigen die Fallzahlen wieder. Wie beurteilen Sie dies?

Diese Entwicklung war zu erwarten. Wir haben einen grossen Teil unserer Freiheiten zurückerhalten. Jede und jeder muss sich für sich entscheiden, ob sie oder er sich jetzt impfen möchte und somit über einen hohen Impfschutz verfügt. Oder ob er darauf verzichtet und somit in Kauf nimmt, angesteckt zu werden. Ein Vorteil des Impfens ist, dass man wie die Genesenen, nicht mehr in Quarantäne muss, wenn man mit einer infizierten Person in Kontakt kam. Davon profitiert man als Privatperson, den man kann weiterhin Sport machen, seine Hobbies ausüben und zur Arbeit gehen. Davon profitieren letztendlich auch die Arbeitgeber.

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Natalie Rickli: «Aktuell überlegen wir uns, ob wir mit einem Impfbus in die Dörfer fahren. Wir sind mit unseren Partnern daran, es allen Leuten so einfach wie möglich zu machen, sich impfen zu lassen.» Bild zVg

8. Juli 2021 SVP Kanton Zürich