Die Passahfeier als Prototyp der Heilsgeschichte

Hintergrund Die Passahfeier als Prototyp der Heilsgeschichte - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt! Darstellung von Jan van Eyck (15. Jahrhundert)    

OSTERN 2022
Es kam aber der Tag des Festes der ungesäuerten Brote, an dem das Passahlamm geschlachtet werden musste. […] Und Jesus nahm Brot, dankte, brach und gab es seinen Jüngern und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Dies tut zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird. (Lukasevangelium 22,7 und 19–20)

Das christliche Osterfest findet seinen Ursprung im jüdischen Passahfest, das vor ca. 3500 Jahren zum ersten Mal begangen wurde. Darauf folgte dann der berühmte «Exodus», der Auszug Israels aus Ägypten. Die Passahfeier, der zuvor durch Gottes Hand zehn furchteinflössende Plagen vorausgingen, ist zugleich der wichtigste Prototyp der Heilsgeschichte. Die Verordnung für das Fest bestand darin, dass jede israelitische Familie für sich ein fehlloses Lamm aussondern und es am bestimmten Passahabend schlachten und über dem Feuer bratend verzehren musste.

«Wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden.» (Römerbrief 10,8–9).»

Das Blut des Lammes musste dabei an die Türpfosten gestrichen werden, um den Todesengel abzuwehren, der in Ägypten soeben die zehnte und letzte Plage verursachen würde: den Tod al­ler erstgeborenen ägyptischen Männern und Tieren. Daher auch der Name «Pas­sah» (oder «Pessach»), der im Hebräischen «vorübergehen» bedeutet. Durch das Blut des Lammes bewahrt musste der Tod an den israelitischen Familien vorübergehen und konnte ihnen nicht schaden.

Die Sklaverei der Menschheit

Was die Bibel hier deutlich macht, ist Folgendes: Die zehn Plagen demons­trierten zwar Gottes Überlegenheit über die okkulten Kräfte der ägyptischen Götter, doch reichten sie noch nicht für die Befreiung Israels aus der Sklaverei. Die eigentliche Kraft zur Befreiung kam erst durch das Opfer und das Blut des Passahlammes zustande. Die Parallelen zur göttlichen Heilsgeschich­te liegen auf der Hand: So, wie Israel unter die Zwangsarbeit der Ägypter versklavt war, befindet sich auch die gesamte Menschheit unter der Sklaverei der Sünde. Wie die letzte Plage schliesslich den Tod in die Häuser der Ägypter brachte, ist der Tod für uns Menschen die letztendliche Konsequenz der Sünde – wie der Apostel Paulus sagt: «Denn der Lohn der Sünde ist der Tod…» (Römerbrief 6,23a). Um dem To­desengel zu entfliehen, benötigten die israelitischen Familien das Blut eines Lammes. Genauso bedarf es auch für uns Menschen eines Opferlammes, um dem ewigen Tod entfliehen zu können.

Karfreitag: Gottes Antwort auf die Sünde

Treffend fasste Johannes der Täufer die Essenz des Evangeliums im Bildnis der Passahfeier zusammen, als er über Jesus ausrief: «Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!» (Johannes­evangelium 1,29). In Jesus erfüllt sich der eigentliche Sinn hinter dem Passah, denn durch seinen Kreuzestod wurde er zu unserem Opferlamm. Mit seinem Blut, das er vergoss, ebnete er uns den Weg heraus aus der Sklaverei der Sünde. Wie dies persönlich erfahrbar wird, sehen wir ebenfalls beim Prototyp: Nachdem das Passahlamm geschlachtet war, musste dessen Blut mit einem Ysop-Büschel an die beiden Türpfosten und den Querbalken des Hauses gestrichen werden.

Der Ysop-Büschel verkörpert unseren Glauben an das Erlösungswerk Jesu Christi, wodurch sein Blut an die Türpfosten unseres inneren Herzens gelangt.

Ostern: Gottes Antwort auf den Tod

Wie oben beschrieben, ist der Opfertod Jesu Gottes Antwort auf das Problem unserer Sünde. Doch um die totale Wirksamkeit des Erlösungswerks Jesu zu beweisen, besiegte Jesus nicht nur die Macht der Sünde am Kreuz, als er starb. Er bezwang auch die letztendliche Konsequenz der Sünde – den Tod, als er durch Gottes Kraft am dritten Tag wieder auferstand. Die Auferstehung Jesu ist Gottes Antwort auf den Tod. Und sie ist unsere Garantie, dass das Blut Jesu uns auch heute noch mit geballter Kraft von der Sünde befreien und in uns ein neues Leben erschaffen kann. Die Besinnung auf Karfreitag und Ostern in ihrem eigentlichen Sin­ne öffnet unser Inneres, um auf den Ruf Gottes reagieren zu können. Gott hat seinen Teil getan und alles für uns bereitgestellt: Das Lamm und das Blut. Wir benötigen lediglich noch den «Ysop-Büschel» (unseren Glauben), um das Seelenheil persönlich erfahrbar zu machen. Aber auch danach muss nicht lange gesucht werden. Denn – um noch­mals Paulus zu zitieren:

«Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen. Das ist das Wort des Glaubens, das wir predigen, dass, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du gerettet werden wirst.» (Römerbrief 10,8–9)

Diese Rettung wünsche ich allen Lesenden von ganzem Herzen.

 

«Wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden.»
(Römerbrief 10,8–9).»

 

 

 

14. April 2022 Timotheus Bruderer