Die Staatshörigkeit nimmt weiter zu

Stadt Zürich Die Staatshörigkeit nimmt weiter zu - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Der Staat bzw. die Stadt soll engmaschige Sport-Infrastruktur bereitstellen, damit möglichst viele Menschen im öffentlichen Raum Klimmzüge machen können.

AUS DEM ZÜRCHER GEMEINDERAT
In der Sitzung am Mittwochabend deutete auf den ersten Blick nichts auf heisse Diskussionen hin. Eher business as usual, was in der jetzigen Rats-Konstellation stets Sorge bereitet. Bei näherer Betrachtung zeigte sich die Dominanz der links-grünen Anspruchshaltung, gekoppelt mit interventionistischem Grundmuster, immer wieder klar.

Der Sozialismus machte sich einmal mehr im Bausegment bemerkbar. So bei der geplanten Grossüberbauung Areal Thurgauerstrasse West, neben der Ausfallsachse hinter dem Hallenstadion stadtauswärts, dort wo die vielen Familiengärten sind. Auch wenn es hier nur um eine Fristverlängerung der Behandlung ging, weil das Geschäft selbst den Linksgrünen zu umfangreich wurde, um es rechtzeitig abzuschliessen, zeigte sich das bekannte Schema. Nämlich, dass die Pflicht zur Realisierung von einem Drittel subventionierter Wohnungen pro Baufeld bei Gewährung eines Baurechts eingefordert wurde. Irgendwo muss man ja die vielen Zugewanderten ohne Geld in neuen subventionierten Wohnungen unterbringen können. Meint man.

Kennen Sie das Dolder-Wellenbad und die Kunsteisbahn daneben? Beide sind schön gelegen in einer Waldlichtung und beide sind in einem schlechten Zustand. Die geplante Instandsetzung stiess auch von unserer Seite nicht auf Ablehnung. Ebenso wurde die Wiederinbetriebnahme der Wellenturbine zur Erzeugung von Wellen nach langer Diskussion genehmigt. Soweit ok. Der neue Baurechtsvertrag zwischen der Dolder Hotel AG und der Stadt Zürich endet nach einer Laufzeit von 30 Jahren. Hier kamen die Grünen, Roten und Zugeneigte und stellten weitere Forderungen, den Pro-Dolder-Elan ausnutzend. Sie wollten einen weiteren Aktionsplan für in 30 Jahren! Die Stadt solle mit der Dolder Hotel AG jetzt schon nach einer Anschlusslösung fürs Dolder- Bad suchen. Man kann ja nicht genug früh seine Forderungen zu platzieren versuchen.

Da fragte ich mich dann, wieso die Stadt einen Baurechtsvertrag nicht gerade für 50 Jahre oder länger gemacht hat? Klar, es war die Gegenseite, die nicht länger wollte oder konnte. Aber eben, das kümmerte die Rot-Grünen keinen Deut. Sie versuchen es wieder und immer wieder. Sie wollten nicht vorerst 10 Jahre warten und später schauen, wie die Situation dann sein wird.

«Street Workout Parks»

Traktandiert war ein Postulat, bei dem es auch um die Volksgesundheit ging. Der Staat nämlich, wird uns weisgemacht, soll möglichst viel Sport-Infrastruktur bereitstellen, damit möglichst viele Menschen im öffentlichen Raum Klimmzüge machen können. Das Postulat zur Erhöhung der Anzahl Street Workout Parks will möglichst viele Outdoor-Fitness-Parks bauen. Ich musste zuerst mal schauen, was das ist. Denn ich gehe eher in die Berge wandern als nach L.A. an den Strand, Krafttraining machen.

Rings um das schon gut besuchte Seebecken sollen viele neue Sportgeräte platziert werden. Ebenso ist jeweils eine finanzielle Trägerschaft in Form von Partnerschaften mit Firmen zu prüfen. Die Parks sind zwar spartanisch eingerichtet und kostengünstig. Die Frage aber, wer für Unfälle und Vandalismus aufkommen soll, wird ausgeblendet. Auch die Frage, ob eine angefragte Firma als mögliche Mitfinanziererin einfach Nein sagen kann, wenn sie z.B. mit der öffentlichen Hand schon geschäftet, wird weggeschwiegen. Denn die öffentliche Hand, hat sie mal einen links-grünen Auftrag gefasst, wird diesen durchzusetzen versuchen. Und weitere Forderungen werden kommen.

Vielleicht alle 500 Meter eine neue Kletteranlage? Oder eine Luftseilbahn über den See? Oh, pardon, das scheint den Naturschutz etc. doch zu sehr zu stören. Am Seeufer wird es noch enger. Denn hierzulande hat es nun mal nicht mehr Platz für immer mehr Wohnungen, mehr Grünflächen, mehr Parkanlagen, mehr Velowege, mehr Krafträume, mehr Forderungen, mehr Menschen, mehr Abfall, mehr Subventionen. Aufgrund intensiver Debatten davor musste die Abstimmung über dieses Geschäft vertagt werden. Dennoch werde ich weiterhin Liegestützen in unserem schönen Wald machen auf einem Baumstrunk. Ohne Zusatzkosten.

12. November 2021 Jean-Marc Jung