Die Ursprünge von Pfingsten

Feiertag Die Ursprünge von Pfingsten - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Von Jerusalem ausgehend breitete sich das Christentum über den ganzen Globus aus. Bild Pixabay

GEBURTSSTUNDE DER CHRISTLICHEN KIRCHE
Zehn Tage nach der Auffahrt findet der christliche Feiertag Pfingsten statt. Der Begriff Pfingsten kommt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich am 50.Tag. Dies bezieht sich darauf, dass Pfingsten am 50.Tag nach Ostern stattfindet. Weshalb wird dieser Tag denn überhaupt von Christen gefeiert?

Der Feiertag geht auf ein Ereignis aus der Apostelgeschichte zurück. In der Apostelgeschichte 2,1–13 steht die Geschichte, um die es sich dreht. Jesus war mittlerweile in den Himmel gefahren und die Jünger waren in Jerusalem zusammen.

Dann passierte das, was von mehreren Propheten des Alten Testaments viel früher vorausgesagt wurde. In der Apostelgeschichte 2,4 steht: «Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt, und sie begannen, in fremden Sprachen zu reden; jeder sprach so, wie der Geist es ihm eingab.» Petrus selbst beschreibt das aussergewöhnliche Ereignis folgendermassen: «(…) Was hier geschieht, ist nichts anderes als die Erfüllung dessen, was Gott durch den Propheten Joel angekündigt hat. ‹Am Ende der Zeit›, so sagt Gott, ‹werde ich meinen Geist über alle Menschen ausgiessen›.» (Apg. 2,16–17a)

An Pfingsten erinnern wir uns an dieses Ereignis, dass der Heilige Geist über die Jünger von Jesus ausgegossen wurde. Doch was oder wer ist der «Heilige Geist»?

Der Heilige Geist von Gott gesendet

Im Johannesevangelium (14,16) sprach Jesus über Pfingsten: «Und der Vater wird euch an meiner Stelle einen anderen Helfer geben, der für immer bei euch sein wird; ich werde ihn darum bitten.» Jesus wusste, dass er nur für einen verhältnismässig kurzen Zeitraum auf dieser Welt wandeln wird, aber ihm war auch klar, dass Gott einen Helfer bzw. den Heiligen Geist senden wird. Weiter sagte Jesus in diesem Abschnitt (14,26): «Der Helfer, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, wird euch alles Weitere lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.»

Im letzten Vers des Matthäusevangeliums (28,20) sprach Jesus: «Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt.»

Der Heilige Geist macht es möglich, dass Jesus bis heute bei uns ist. Der Geist Gottes kann übernatürlich wirken. Bereits in der Pfingstgeschichte kann von den unterschiedlichsten Sprachen gelesen werden, welche plötzlich gesprochen wurden.

In der Bibel wird von unterschiedlichen Gaben und Früchten des Geistes berichtet. Dies sind u.a. Heilung, Prophetie, Sanftmut, Güte, Freude, Liebe und noch vieles mehr.

Der neue Bund

Durch die Ausgiessung des Geistes wurde der neue Bund komplettiert. Bis zur Wiederkunft Jesu wird dieser Bund Bestand haben. Selbst im Alten Testament kann vom alten und neuen Bund gelesen werden. Die Gesetze von Mose machten den alten Bund aus. Der Tempel und die Opferungen waren Teil dieses Bundes. Doch Gott hatte einen Plan für einen neuen Bund, nicht mehr mit einem Tempelgebäude und Tieropfe­rungen. Jeremia (31,31–33) prophezeite diesen neuen Bund: «Siehe, es kommen Tage, spricht der HERR, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schliessen werde; nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloss an dem Tag, da ich sie bei der Hand ergriff, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen; denn sie haben meinen Bund gebrochen, obwohl ich doch ihr Eheherr war, spricht der HERR. Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schliessen werde, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.» In diesem Text verstehe ich den Teil: «Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben» als Prophetie auf die Ausgiessung des Heiligen Geistes.

In meinen Augen hat sich diese Weissagung durch den Heiligen Geist, der in den Christen wohnt, erfüllt. Der menschliche Körper wurde zum Tempel des neuen Bundes. Paulus schreibt im 1. Korintherbrief mehrmals, dass der Heilige Geist sich in den Gläubigen einquartiert. «Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt.» (1. Kor 6,19). Der Heilige Geist hat die Jünger Jesu bestärkt und sie haben anschliessend mit den Missionsreisen begonnen. Pfingsten gilt als Geburtsstunde der christlichen Kirche. Erst danach breitete sich das Christentum von Jerusalem ausgehend auf Antiochia, Damaskus, in die Antike Welt und über den gesamten Globus aus, bis in die Schweiz. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen schöne Pfingsten.

3. Juni 2022 Benjamin Stricker