Die Verliererin heisst – Frankreich

Kolumne Die Verliererin heisst - Frankreich - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

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«Der Nationalismus wird zur unkontrollierbaren Bestie», lamentierte in der «NZZ am Sonntag» ein linker australischer Politiker. Für diesen Ex-Diplomaten stellt der Internationalismus das Mass aller Dinge dar. Zurecht? Der Wettstreit unter den Ländern fördert doch den Wettbewerb. Nehmen wir das Beispiel des Impfens.

Da können wir heute folgende Bilanz ziehen: Die grossen Atommächte haben allesamt ihren eigenen Covid-Impfstoff entwickelt. Die USA verimpfen die von Donald Trump mit Milliarden geförderten Dosen von Moderna. Und ebenso den vom damaligen Präsidenten früh zugelassenen Impfstoff von Pfizer/Biontech. Grossbritannien kam dank Forschern der Universität Oxford zu AstraZeneca. Das bezüglich wissenschaftlicher Innovation oft unterschätzte Russland entwickelte Sputnik, China ein Vakzin des Staatskonzerns Sinopharm.

Indien beliefert mit Dosen seiner Firma Bharat Biotech gratis die Malediven, Bangladesch, Nepal und Myanmar. Das kleine Gebirgsland Bhutan, wo unser Hilfswerk Helvetas seit fünfzig Jahren Entwicklungshilfe leistet, wird dank Indien demnächst durchgeimpft sein – viele Monate vor der Schweiz. Die meisten Atommächte mit eigenem Impfstoff sind zugleich Mitglieder des Uno-Sicherheitsrates. Es gibt eine grosse, aber auffallende Ausnahme: Das stolze Frankreich verfügt über kein eigenentwickeltes Präventionsmittel. Genau wie sein einziger Flugzeugträger, die «Charles de Gaulle», einfach nicht funktionieren will und meistens im Trockendock repariert wird.

Der fehlende Impfstoff und die stotternde Impfaktion sind schwere Hiebe auf die empfindliche französische Seele. Schon wackelt der Thron von Staatspräsident Emanuel Macron. Vielleicht wird sein Impfdebakel bei den Wahlen 2022 zum persönlichen Waterloo – und zum Raketenantrieb für Marine Le Pen. Die siegreichen Impfstoffe sind Kinder von Nationalisten. Vor allem von «America-first»-Trump und Brexit-Johnson. Beide hatten schon Corona. Typisch für Donald und Boris. Sie wollen immer alles haben.

1. April 2021 Christoph Mörgeli