Drei Abstellanlagen und zwei Serviceanlagen für ein Halleluja

Kanton Drei Abstellanlagen und zwei Serviceanlagen für ein Halleluja - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Kanton und SBB rechnen langfristig mit steigenden Fahrgastzahlen. Bild pixabay

SERVICE- UND ABSTELLANLAGEN FÜR DIE ZÜRCHER S-BAHN
Für den «zukünftigen Ausbau des S-Bahn-Angebots werden zusätzlich eine neue Serviceanlage und drei Abstellanlagen für die S-Bahn im Kanton Zürich benötigt» (Medienmitteilung Kanton Zürich und SBB). Ebenfalls geplant ist ein neues Instandhaltezentrum (IHZ) für die Forchbahn AG, welche von der VBZ «gemanagt» wird und zum ZVV gehört.

Diese Anlagen sind bei der lokalen Bevölkerung höchst umstritten und es haben sich lokale Komitees und Interessengemeinschaften dagegen formiert.

Informationen anlässlich Medienkonferenz von Volkswirtschaftsdirektion, Baudirektion und SBB

Anlässlich einer Medienkonferenz vom 14. September 2021 betonten die Volkswirtschaftsdirektorin des Kantons Zürich, Regierungsrätin Carmen Walker- Späh (FDP), und der Baudirektor, Regierungsrat Martin Neukom (Grüne), ausdrücklich, der Kanton Zürich setze auf den öffentlichen Verkehr, um seine Verkehrs- und Klimaziele zu erreichen.

Nachdem die Nachfrage infolge der Corona-Pandemie zurückgegangen ist, rechnen Kanton und SBB langfristig und aufgrund des prognostizierten Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums wieder mit steigenden Fahrgastzahlen im Kanton Zürich. Mit dem «Ausbauschritt 2035 der Zürcher S-Bahn» sollen zusätzliche 9 km Rollmaterial und 60 neue Züge angeschafft werden, was neben den derzeitigen Serviceanlagen Zürich-Herdern und Oberwinterthur bedingt, dass eine zusätzliche Serviceanlage im Züricher Oberland gebaut wird.

Neue Richtplaneinträge – voraussichtlich mehrjähriges, neues Planauflageverfahren

Vorhaben mit gewichtigen Auswirkungen auf Raum und Umwelt sind in den kantonalen Richtplan aufzunehmen. Im Frühjahr 2021 wurden im Rahmen der öffentlichen Auflage der Richtplanteilrevision 2020 von der SBB drei mögliche Standorte für Abstellanlagen in den Gemeinden Bubikon, Hombrechtikon (Feldbach) und Eglisau vorgeschlagen. Für die drei Standorte habe die SBB umfangreiche Abklärungen getroffen. Aufgrund der öffentlichen Diskussion und massiver Opposition (rund 2300 Stellungnahmen) seitens der Bevölkerung (insbesondere betreffend Schutz von Fruchtfolgeflächen und ungenügenden Einbezug der Standortgemeinden in den Planungsprozess) wird der «Variantenfächer» für potenziell nutzbare Flächen noch einmal geöffnet, wobei auch die bestehenden Depots in den Planungsprozess einbezogen werden. Neu soll der gesamte Perimeter der Zürcher S-Bahn in den Planungsprozess einbezogen werden (inklusive Standort Rapperswil), wobei das Zürcher Oberland im Vordergrund stehe. Vor allem die Planungsregionen, aber auch die Gemeinden und weitere Interessengruppen in den Regionen, sollen stärker einbezogen werden. Gemeinsam sollen nebst den bisherigen (geplanten) Standorten mögliche Alternativen diskutiert, evaluiert und geprüft werden. Der Planungsprozess für die drei neuen Abstellanlagen und die neue SBB- Serviceanlage wird gemäss Baudirektor Martin Neukomm und SBB-Konzernleitungsmitglied Produktion Personenverkehr, Linus Looser, ganz neu aufgelegt. Das öffentliche Planauflageverfahren soll in ca. 2 Jahren neu starten.

Utopische Planung eines neuen Instandhaltezentrums (IHZ) der Forchbahn AG

Von diesem zusätzlichen-, durch die Bevölkerung erzwungenen Planungsschritt profitiert das auf der Forch geplante Instandhaltezentrum (IHZ) nicht, wird es doch in Eigenregie von der Forchbahn AG erarbeitet. Das geplante IHZ Forch befindet sich in einem Gebiet von nationaler Bedeutung, in welchem bis dato aufgrund der geltenden Bauordnung keine grösseren Bauten erstellt werden durften. Neben einer neuen 17 Meter hohen Industriehalle sollen zwei neue Brücken, eine davon mit Wendegeleis, parallel zur Forch-Autostrasse, erstellt werden. Und die Forchbahn AG plant die Anschaffung neuer 75 Meter langer Zugkompositionen sowie den Doppelspurausbau zwischen den Stationen Forch und Neue Forch. Wie die neuen, überlangen Fahrzeugkompositionen u.a. in den Hegibachplatz und an die Haltestelle Balgrist passen sollen, steht in den Sternen. Und die Wirtschaftlichkeit eines solchen Instandhaltezentrums ist gemäss Bahnspezialisten nicht gegeben. Beide an der Medienkonferenz anwesenden Zürcher Magistraten gaben sich betreffend IHZ Forch ostentativ unwissend und der neue ZVV-Direktor beantwortete entsprechende Fragen nur sehr reserviert.

17. September 2021 Hans-Peter Amrein