Droht uns ein Blackout?

Energie Droht uns ein Blackout? - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Wenn die Schweiz energetisch eine hohe Versorgungssicherheit haben will, darf Kernkraft kein Tabuthema sein. Bild KKW Gösgen, Wikipedia

SICHERUNG DER ZUKÜNFTIGEN ENERGIEVERSORGUNG
Der Kanton Zürich ist als Wirtschaftsmotor der ganzen Schweiz auf eine zuverlässige Stromversorgung angewiesen. Wenn Firmen ins Ausland abwandern und die Wirtschaft im Kanton Zürich stottert, leidet die ganze Schweiz.

In unserem Land ist die Sicherheit der eigenen Stromversorgung nicht mehr garantiert. So haben die Netzbetreiber auf Anordnung der OSTRAL (Organisation für Stromversorgung in ausserordentlichen Lagen) allen Grosskunden über 100 MWh Verbrauch mitteilen müssen, dass sie bei einer Strommangellage ihren Verbrauch einschränken müssen. Soweit darf es nicht kommen! Eine zuverlässige Stromversorgung ist für unsere Bevölkerung und für unsere Wirtschaft unverzichtbar. Darum müssen wir wieder über den Bau neuer moderner Atomkraftwerke reden dürfen. Dieses Thema darf kein Tabu mehr sein.
In der Schweiz wird Strom zu 58,1% aus Wasserkraft, zu 32,9% aus Kernkraft, zu 2,3% aus fossilen und zu knapp 6,7% aus neuen erneuerbaren Energien produziert (Schweizer Produktionsmix 2020).
Eine sichere, umweltfreundliche und bezahlbare Energieversorgung müssen wir mit höchster Priorität vorantreiben. Dabei gilt es, weiterhin unseren Standortvorteil als Wasserreservoir von Europa zu nutzen und die Stromerzeugung aus Wasserkraft zu fördern.

Wasserkraft zum einen …
Genau bei der Wasserkraft müssen wir den Hebel ansetzen und die Produktion in der Schweiz noch deutlich steigern. Es ist erstaunlich, dass die gleichen Kreise, die neue erneuerbare Energie fordern, an vorderster Front jeden Ausbau eines Wasserkraftwerkes und jede Erhöhung einer Staumauer bekämpfen, torpedieren und lange Rechtsstreitigkeiten verursachen, um ihre eigenen Ideologien durchzusetzen. Das schweizerische Verbandsbeschwerderecht schlägt mit seiner ganzen Kraft zu. Wie aus dem Schweizer Produktionsmix ersichtlich ist, ist auch die Kernkraft ein wichtiger Lieferant, nämlich von nahezu einem Drittel der gesamten Stromproduktion. Auf diesen Stromlieferanten werden wir zukünftig nicht verzichten können.
Dies hat auch Frankreich erkannt. Kürzlich sprach der französische Präsident Emmanuel Macron zu Unternehmern und Studenten über seine «Vision Frankreich 2030». Digital, dynamisch und grün soll das Land werden, so der französische Präsident. Einer der Schwerpunkte von Macron: Atomkraft. Dass Frankreich über viele Atomkraftwerke verfügt, bezeichnete er als «Glücksfall».
Bereits jetzt ist die CO2-Bilanz von Frankreich deutlich besser als die der meisten anderen Nachbarländer. Rund 70 Prozent des Stroms stammen aus Atomkraft – allerdings sind die Reaktoren mittlerweile veraltet. Macron hat den Bau neuer Atomkraftwerke angekündigt – und setzt dabei auch auf neuartige Minireaktoren.
Und was geschieht im Rest der Welt? China will 44 neue Atomkraftwerke bauen, Russland deren 24, Indien 12 und das Vereinigte Königreich plant 2 neue Atomkraftwerke.
In den Luzerner Nachrichten vom 15. September 2021 konnte man Folgendes lesen:
«Schweiz fürchtet sich vor Stromlücke – aber was, wenn auch in Europa die Lichter ausgehen?» Und weiter durfte der interessierte Leser erfahren: «Um die Energiewende zu schaffen, ist die Schweiz auf die EU angewiesen. Doch auch dort dürfte der Strom in Zukunft knapper werden.»
Bereits 2025 könnte es in der Schweiz zu Versorgungsengpässen und Stabilitätsproblemen kommen. Vor allem im Winter, wenn die Produktion aus Photovoltaik und Wasserkraft tiefer ausfällt. Vor einer solchen «Stromlücke» warnte Werner Luginbühl, der Präsident der Schweizer Aufsichtsbehörde ElCom, kürzlich im Interview mit CH Media. Die ElCom ist die unabhängige staatliche Regulierungsbehörde im Elektrizitätsbereich. Sie überwacht die Einhaltung des Stromversorgungs- und Energiegesetzes.
In der Schweiz werden Gaskraftwerke als temporärer Ersatz für die Bandenergie aus den AKW gefordert. Tatsächlich hat selbst der Bundesrat den Bau von Gaskraftwerken nicht ausgeschlossen. Mit seiner Botschaft zum Energiegesetz gab er der ElCom den Auftrag, ein entsprechendes Konzept zu erstellen. Und im Gegenzug hat im Kanton Zürich der Souverän ein Energiegesetz, welches die Handschrift des grünen Baudirektors trägt, gutgeheissen, welches Gas- und Öl-Heizungen zukünftig verbietet!

… und Kernenergie zum anderen
Die Schweiz ist erfolgreich, weil wir stets den Weg der Eigenverantwortung gegangen sind. Diesen müssen wir auch weiterhin gehen. Der Bau von neuen Kernkraftwerken oder die Erneuerung der bestehenden Kernkraftwerke dürfen daher keine Tabuthemen sein. Ich glaube nicht daran, dass wir uns auf unsere Nachbarn verlassen können, wenn tatsächlich eine Stromlücke in Europa entsteht. Die Beschaffung von Schutzmasken und Beatmungsgeräten im letzten Jahr hat uns etwas anderes gelehrt.

9. Dezember 2021 Bruno Walliser