Duale Bildung – der Königsweg

Worte des... Dem Gesundheitswesen den Puls fühlen - Onlinebote SVP des Kantons Zürich 2

Erfolge sollen gefeiert werden. Bild zvg

WORTE DES FRAKTIONSPRÄSIDENTEN

Landauf, landab finden aktuell Abschluss- und Diplomfeiern statt. Einige feiern die bestandene Maturitäts- oder Berufsmaturitätsprüfung. Andere bekommen das begehrte Diplom ihrer zwei-, drei-, oder vierjährigen Berufslehre. Gemeinsam für alle ist, dass sie ein Etappenziel geschafft haben und stolz auf das Erreichte sein können.

Glücklicherweise lässt die Pandemiesituation für kreative Schul- oder Branchenorganisationen auch wieder würdige Abschlussfeiern zu, an denen die Diplome in würdevollem Rahmen den Absolventinnen und Absolventen überreicht werden können. Eigentlich als Quittung für alles, was während der Lehrzeit absolviert wurde. Nebst Fachlichem und Allgemeinbildendem gehören Zwischenmenschliches, Interdisziplinäres und vor allem auch viel Selbstkompetenz dazu. Und da hat unser duales Bildungssystem genau seine Stärken. Im Lehrbetrieb lernen die Jugendlichen, sich in einem Team einzuordnen, mit anderen – nicht selbst ausgewählten – Personen zusammenzuarbeiten. Auch Effizienz und doch Sorgfalt, Genauigkeit, Ausdauer und Beharrlichkeit gehören bei der Arbeit dazu. Zuverlässigkeit gegenüber Kunden und anderen Mitarbeitern, Verantwortung zu übernehmen, Entscheide zu treffen und Prioritäten zu setzen, aber auch andere Entscheidungen und Spielregeln zu akzeptieren, um nur einige weitere Kompetenzen zu nennen. Das alles sind entscheidend wichtige Tugenden, die gerade in unserem dualen Bildungssystem zentrale Pfeiler sind, die sozusagen im Seitenwagen inbegriffen sind, ohne dass diese explizit in einem Lehrplan festgeschrieben sind. Es nützt auch wenig, wenn diese in der Theorie gelehrt werden. Sie müssen verinnerlicht sein, denn es sind essenzielle Kompetenzen für den erfolgreichen Einstieg ins Erwerbsleben.

Das Sprichwort «Bildung ist das, was bleibt, wenn Sie alles vergessen haben, was Sie gelernt haben» bringt genau das zum Ausdruck. Es sind die Verhaltensänderungen und Selbstkompetenzen, die bleiben, und genau das sind die entscheidenden Qualifikationen, welche unser Bildungssystem auszeichnen. Verbürokratisieren wir die Lehren nicht und blähen wir nicht den Verwaltungsaufwand für die Ausbildung auf, letztlich sind es nicht irgendwelche Formulare, die entscheidend sind für eine erfolgreiche Ausbildungszeit, sondern das Zusammenwirken von Berufsbildner, Berufsschule und Überbetrieblichen Kursen. Und ganz allgemein: Geben wir den Abschlüssen die nötige Wertschätzung. Stärken wir die Absolventinnen und Absolventen, indem wir mit ihnen diese Etappe verdient feiern.

Nicht umsonst ist die Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz um ein Vielfaches tiefer als im umliegenden Ausland. Tragen wir Sorge zu unserem dualen Bildungssystem. Es soll auch in Zukunft der Königsweg in der Ausbildung bleiben.

8. Juli 2021 Martin Hübscher