E-Manie

Fadegrad Nimmersatt - Onlinebote SVP des Kantons Zürich 1

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Die Elektromobilität beschäftigt den Zürcher Gemeinderat seit Jahren. Während die SP, die Grünen und die AL jegliche Art von Autos gleich ganz aus dem Stadtgebiet verbannen möchten, setzen die FDP und die GLP auf die Elektromobilität. Um die Zürcher zum Umsteigen zum batteriebetriebenen Motor zu bewegen, braucht es allerdings noch einiges an Überzeugungsarbeit und die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur. Die GLP forderte deshalb kürzlich den Stadtrat zur Förderung der Installation von Elektroladestationen auf öffentlichem Grund auf, denn diesbezüglich hinke die Stadt Zürich im Vergleich zu anderen Schweizer Städten hinten nach.

Tatsächlich kann ein Elektromotor mit modernen Elektro-Tanksäulen innert rund 15 Minuten aufgeladen werden. Dafür braucht es aber eine Spannung von ca. 350 Kilowatt, was einem ziemlich hohen Energieverbrauch gleichkommt. Trotzdem meinte die GLP, das von ihr angestrebte Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft könne dadurch schneller erreicht werden, da die «fossil angetriebenen Fahrten» ersetzt würden. Ins gleiche Horn bläst die FDP, die vor einem halben Jahr in einer Anfrage an den Stadtrat prophezeite, dass die «Attraktivität einer Stadt in naher Zukunft auch daran gemessen wird, ob eine flächendeckende Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge vorhanden ist». In einer Anfrage fordert die Partei vom Stadtrat ein Bekenntnis zur «umweltfreundlichen Elektromobilität» und machte auch gleich einen Vorschlag zu deren Förderung: Nachtfahrverbote sollen für Elektrofahrzeuge aufgehoben werden, um der Bevölkerung dadurch «einen Anreiz zum Umstieg von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor» zu geben.

Die GLP und die FDP, sonst stets im Wettkampf um den Titel der «innovativsten Partei», senden hier die gleiche Message: Der Elektroverkehr ist umweltfreundlich und gehört gefördert. Nicht zum gleichen Schluss kommt eine kürzlich veröffentlichte, breit angelegte Studie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). «Die CO2-Bilanz von Elektroautos ist keineswegs besser als die CO2-Bilanz von Autos mit Verbrennungsmotor» heisst es darin. Die meisten Autohersteller lassen ihre E-Batterien nämlich in China herstellen. Für die energieintensive Herstellung dieser Batterien wird dort hauptsächlich billiger Kohlestrom verwendet. Gemäss der Studie verbraucht die Herstellung eines Elektroautos rund doppelt so viel CO2 wie diejenige eines dieselbetriebenen Fahrzeuges. Auch bezüglich des Recyclings der Batterien für die Elektromobile fehlen nachhaltige Lösungen. Die Studie kommt zum Schluss, dass Autos mit Verbrennungsmotor momentan «mit deutlichem Abstand die klimafreundlichere Wahl» seien. Doch die «innovativen» Lokalpolitiker von FDP und GLP lassen sich trotz dieser ernüchternden Erkenntnisse nicht von ihrer E-Manie abbringen.

8. Mai 2021 Stefan Urech