Effiziente Renovation statt Prestige-Ersatzneubau

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Die Bausubstanz in der Hardau I ist nach wie vor sehr gut. Eine angemessene Instandsetzung ist viel günstiger als der Ersatzneubau. Bild Wikipedia

 HARDAU I: ERNEUT MIT GROSSER KELLE FÜR EIGENE KLIENTEL GEPLANT
Die fast 60-jährige Wohnsiedlung Hardau I entspricht in Bezug auf Wohnungsgrössen, Wohnungsmix, Energieeffizienz und Hindernisfreiheit nicht mehr dem heutigen Standard. Mit einem teuren Ersatzneubau soll die Zahl der Wohnungen von 80 auf 122 erhöht werden. Die SVP hat die NEIN-Parole beschlossen.

Die Wohnungen werden in der Kostenmiete vermietet. Ein Drittel der Wohnungen wird subventioniert, wofür der Stadtrat aus dem Rahmenkredit 3,6 Mio. Franken Subventionen beisteuert. Das Wohnangebot ergänzen Gewerbeund Dienstleistungsflächen, Ateliers, mehrere Musikübungsräume, ein Gemeinschaftsraum, ein Kindergarten mit Betreuung (Betriebskosten pro Jahr / 0,9 Mio. Franken), der Verein OJA sowie das Personenmeldeamt West. Die Überbauung wird als autoarme Wohnsiedlung konzipiert. Für die Ausführung wird ein Objektkredit von insgesamt 70 714 Mio. Franken beantragt. Tricks zur Verschleierung der Kostenwahrheit Damit die Mietpreise sehr günstig werden, wird aus verschiedenen Töpfen Geld entnommen, auch buchhalterische Tricks werden angewendet. Der Bodenpreis wird mit lediglich ca. 800 Franken/m2 eingesetzt, marktüblich wären mittlere vierstellige Beträge. Dies entspricht nicht der Kostenwahrheit. Ausserdem werden zur Vergünstigung der Wohnungen rund 8,8 Mio. Franken aus dem Liegenschaftsfonds verwendet, welche die neuen Wohnungen subventionieren sollen. Bei notwendigem Stromkonsum wird den Mietenden die Wahlfreiheit genommen. «Die LSZ gründet eine Eigenverbrauchsgemeinschaft ». Die Mietenden müssen diesen Strom konsumieren und kaufen, ohne eine bisherige Wahlfreiheit. Strom liefern die Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern. Um der 2000-Watt- Gesellschaft gerecht zu werden, spricht das ewz noch Förderbeiträge für sogenannte TopTen-Elektrogeräte. Gebaut wird klientelgerecht: Autoarme Siedlung mit sehr geringer Anzahl Parkflächen, aber 400 Velo-Parkplätzen. Für die geplanten 400 Bewohner ist nach PPV ein Minimalstandard von 41 PP zu realisieren, diese Minimalvorgabe wird um 49% unterschritten, es werden lediglich 21 PP realisiert. Zum Vergleich: In der bestehenden Wohnsiedlung Hardau I bestehen 249 Parkplätze, dies für 80 Wohnungen. Nun wird die neue Wohnsiedlung geplant, mit 31 Parkplätzen für 122 Wohnungen. Alternative zwei Drittel günstiger Die SVP beurteilt das vorliegende Projekt als ungenügend und nicht sinnvoll. Viel besser wäre es, in der Hardau I statt einen Ersatzneubau, eine zweckmässige, kosteneffiziente Instandsetzung zu realisieren. Die 60-jährige Siedlung weist belegbar eine sehr gute Gebäudesubstanz auf. Als Alternative lässt sich auf das bestehende Planungsmodell Instandsetzung- und Renovationsarbeiten Hardau I zurückgreifen. In ihm beziffern die städtischen Baufachleute die Kosten massiv günstiger mit 25 Mio. Franken. Dies ist knapp ein Drittel der vom Stadtrat beantragten 71 Mio. Franken. Insofern soll der Bau als Renovation sinngemäss und nachhaltig realisiert werden. Hingegen soll auf jegliche Luxus- und Prestige-Instandsetzungen und klientelgerechten Neubau verzichtet werden.

28. Oktober 2021 Martin Götzl