Ehe für alle und Corona

Worte des... Ehe für alle und Corona - Onlinebote SVP des Kantons Zürich
WORTE DES PARTEISEKRETAERS

Was haben die Abstimmungsvorlage «Ehe für alle», über die wir im September abstimmen werden, und die ständigen Corona-Diskussionen gemeinsam? Beide Themen gehören nicht zu den Kernanliegen unserer Partei.

Vor einem Jahr, zu Beginn der Corona- Pandemie, haben sich die allermeisten SVP-Vertreter wie auch die breite Basis hinter die Massnahmen gestellt. Niemand wusste, was auf uns zukommt und wie schlimm die Pandemie wirklich sein wird. Je länger die «Sondermassnahmen» gegolten haben, umso mehr sind andere Meinungen aufgekommen. Was ist stärker zu gewichten, die Frage der Sicherheit und der Gesundheit oder die darbende Wirtschaft und der damit einhergehende Wechsel zu linken Lösungen, bis hin zum bedingungslosen Grundeinkommen, zumindest für Künstler?

Die SVP musste einige Austritte von Mitgliedern in Kauf nehmen, die von der SVP mehr Restriktionen erwartet haben. Einzelne sind wiederum ausgetreten, weil die SVP zu wenig gegen die Einschränkungen unternommen hätte. Unter dem Strich sind allerdings mehr neue Mitglieder der SVP beigetreten, als dass ausgetreten sind. Die klare Haltung der SVP in der Frage zum Umgang mit Covid-19 hat zu einem erfreulichen Mitgliederzuwachs geführt.

Die Corona-Diskussionen werden uns noch einige Zeit beschäftigen. Die finanziellen Lasten werden uns noch Jahrzehnte begleiten. Und schon steht ein neues Thema an, welches innerhalb der Partei sehr differenziert beurteilt wird. Am 3. September wird die SVP des Kantons Zürich die Parole zur Vorlage «Ehe für alle» fassen. Bereits am 26. September findet der Urnengang statt.

Die Ehe für homosexuelle Paare ist für die einen die logische Konsequenz unserer modernen Gesellschaft, für andere ein Tabubruch, der unbedingt verhindert werden muss. Je nach Standpunkt des Einzelnen haben beide Seiten stichhaltige Argumente, die zu einem Ja oder Nein führen. Eine Kompromisslösung gibt es nicht.

Es zeigt sich bereits jetzt, vier Monate vor diesem Urnengang, dass mit harten Bandagen gekämpft wird. Für einige SVP-Exponenten kommt nur ein klares Nein, für andere SVPler ein klartes Ja infrage. Führen wir diese Diskussion bis zur Parolenfassung am 3. September. Einstimmig dürfte diese Ausmarchung nicht ausfallen.

Die SVP als grösste Schweizer Volkspartei kann nicht zu jeder Frage Einstimmigkeit erreichen. Bei all den Diskussionen, derzeit um Corona und «Ehe für alle», geht es aber letztendlich nicht um die Themen, die uns Mitglieder in der SVP vereinen. Ich freue mich auf die Zeit «danach» und auf die Behandlung «der wirklichen Herausforderungen » unseres Landes. Wir wollen unsere Freiheit bewahren, unsere Unabhängigkeit leben und unsere schöne Schweiz erhalten!

9. Juni 2021 Martin Suter