Ende gut, alles gut?

Worte des... Ende gut, alles gut? - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Roman Schmid an seiner letzten Ratssitzung als Kantonsratspräsident. Bild SVP Kanton Zürich

WORTE DES KANTONSRATSPRAESIDENTEN

Dies war sie also, meine letzte Kantonsratssitzung, die ich als Kantonsratspräsident am Montag, 26. April, führen durfte. Nächsten Montag darf ich noch ein neues Ratsmitglied vereidigen, meine Abschiedsrede halten und das Wahlprotokoll meines designierten Nachfolgers verlesen. 364 Tage zuvor wurde ich noch im Lockdown gewählt und übergebe das Zepter nun in einer allgemein hoffnungsvolleren Situation. Aber es ist leider immer noch nicht so wie vor dieser Pandemie. Auch mein Nachfolger muss anfangs auf fast sämtliche öffentlichen Auftritte verzichten.

Normalerweise wird der abtretende Präsident in seiner Abschiedsrede auch von den rund 200 bis 250 öffentlichen Auftritten berichten. Bei mir wird dies etwas anders sein. Ich werde nicht gross von diesen Anlässen berichten können. Mehr davon, wie ich als «reiner Parlamentspräsident» einen Rat durch eine nicht alltägliche Situation, durch eine Pandemie, führen musste, was nicht immer einfach war und nicht immer so aus dem FF funktionierte. Es lief nicht immer alles so reibungslos ab, wie ich mir das vorstellte, und es auch wurden Fehler gemacht. Ich bin aber immer noch der Meinung, dass man es als Parlamentspräsident nie allen einhundertachzig Kantonsrätinnen und Kantonsräten recht machen kann.

Die Anzahl Traktanden konnten auch trotz der sechs zusätzlichen Sitzungen nicht abgearbeitet werden. Und die gut 60 Corona-Vorstösse, welche während des Amtsjahrs eingereicht wurden, trugen ebenfalls nicht dazu bei. Alles in allem bin ich aber der Meinung, dass der Kantonsrat mehr recht als schlecht funktionierte. Der Rat hat sich auch in dieser Krise als miliztauglich erwiesen. Dankbar bin ich auch meiner Fraktion, welche ebenso im Krisenjahr jedes Geschäft kritisch begutachtete und deshalb ab und zu nicht geschlossen mit der Mehrheit des Rates stimmte. Das Volk macht dies auch nicht.

Ein Anlass blieb dann aber doch noch in besonderer Erinnerung. Bei der Einweihung des Waldlabors des Waldverbandes Zürich auf dem Hönggerberg durfte ich in einem symbolischen Akt eine junge Eiche pflanzen. Als passionierter Gärtner eine Ehrensache für mich. Einen kurzen Einblick in mein Amtsjahr konnte ich Ihnen auch während der digitalen DV der SVP des Kantons Zürich geben. Viel lieber wäre ich an einer richtigen Delegiertenversammlung bei Ihnen gewesen. Hoffen wir, dass es bald wieder so weit sein wird.

Das nächste Mal wird die SVP-Fraktion im Jahr 2024 das Kantonsratspräsidium stellen und dann wahrscheinlich drei Jahre später wieder. Vorausgesetzt, wir werden bei den Gesamterneuerungswahlen im März 2023 nicht verlieren.

Noch bleibt etwas Zeit, für einen erfolgreichen Wahlkampf vorzusorgen und die SVP auf die Seite der Sieger zu bringen, nützen wir diese. Das waren meine letzten «Worte des Präsidenten». Am 3. Mai geht mein spezielles Amtsjahr zu Ende. Bei dieser Gelegenheit bedanke ich mich bei der Leserschaft und grüsse Sie freundlich.

Bleiben Sie gesund.

30. April 2021 Roman Schmid