Führen durch Persönlichkeit statt mit Quoten

Hintergrund Führen durch Persönlichkeit statt mit Quoten - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Gipfeleinsamkeit: Es braucht Reife, diese nach dem Aufstieg zu ertragen. Bild: zVg

ENTSCHEIDUNGSTRÄGER: AUSWAHL UND ERFOLG
 Eine erfolgreiche Auswahl an Führungskräften richtet sich nach der individuellen Persönlichkeit – und nicht nach schematischen Vorgaben von Quoten.

Es ist für Politologen elementar, dass Kandidaten auf Wahllisten im Idealfall das Elektorat möglichst gut abbilden, das heisst, dass Frauen und Männer zu gleichen Teilen darauf Platz finden und die Jahrgänge gleichmässig verteilt sind; in einem Milizsystem sollten auch die Berufe eine Vielfalt repräsentieren. Die Realität weicht aber von der «reinen Lehre» ab: Auf der bürgerlichen Seite ist es – im Gegensatz zu den Links- Grünen – oft schwieriger, Frauen zu finden, die sich auf einer Liste engagieren wollen; bei den Berufen fallen viele weg, wenn es die Arbeitgeber nur ungern zulassen, dass ihre Mitarbeiter – vor allem im Kader – im Erfolgsfall für einen Tag politisch absorbiert sind; das schlägt sich oft auch bei den Jahrgängen nieder, wenn jüngere am Anfang einer Laufbahn stehen, in der sie so gefordert werden, dass sie sich politische Absenzen nur schwer leisten können.

Persönlichkeiten sind einzigartig

Dieses Konfliktfeld relativiert sich, weil Persönlichkeiten einzigartig sind, womit die rein arithmetische Sicht an Bedeutung verliert: Männer können sich wirkungsvoll für die Anliegen von Frauen einsetzen, auch wenn dies links-grüne Ideologinnen bestreiten; da muss man sich fragen, ob es diesen wirklich um die Sache für die Frau geht – oder mehr um die eigene Karriere; auch Frauen können durchaus männliche Eigenschaften verkörpern. Ähnlich verhält es sich mit dem wirklichen Alter, das nicht jenem auf dem Papier entsprechen muss: Hier gibt es Unterschiede, nicht nur medizinisch, sondern auch seelisch. Dabei spielt das mentale Alter («mentage») eine grosse Rolle: Um einen Angelpunkt von fünfzig herum können – in einer Spanne von zwanzig Jahren – in nicht so seltenen Ausnahmen auch Menschen mit dreissig geistig alt und starr, solche mit siebzig aber jugendlich, frisch und flexibel sein.

Aufbruch und Reife der Erfahrung

Natürlich ist die Jugend die Zukunft; und Junge bringen oft neue, kreative Ideen und Ansätze für einen Aufbruch ins Neuland. Ein kluger Aufbruch muss begleitet sein von Erfahrung und Weisheit. Da sind Persönlichkeiten gefragt, die in ihrem Leben einiges Potenzial an Reife erworben haben. Im Glücksfall können solche Vorbilder noch jung sein an Jahren. Es geht auch darum, die «Gipfeleinsamkeit » ertragen zu können: Verantwortung an der Spitze einer Organisation, also eines Staates, eines Unternehmens oder einer Kirche, wahrnehmen zu können, braucht Substanz.

Wer schnell dank Techniken der Machtgewinnung und des Integrierens seine Karriere macht, hat ein grosses Potenzial – zum Versagen, wie dies Beispiele belegen. Dennoch schaffen es immer wieder Versager nach ganz oben; paradoxerweise werden sie oft noch belohnt für den angerichteten Schaden. In der Basler Chemie hat es eine junge Managergeneration fertiggebracht, sich im kurzfristigen Erfolgsdenken von der Impfsparte zu verbschieden. Das rächt sich. Natürlich sind es nicht nur jugendliche Karrieristen, die ins Desaster führen; das könnten auch ältere Figuren sein, wenn sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung in der Pubertät steckengeblieben sind. Die Beispiele sind zahlreich – und prominent in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Verantwortung statt Fundamentalismus

Oft neigen idealisierte Figuren zu radikalen Positionen, wenn sie nur den Fundamentalismus kennen, nicht aber die Verantwortung an den Folgen der gefällten Entscheidungen. Hierzulande zeigen sich solche Phänomene just bei besonders Jungen auf der rot-grünen Seite. So ist es auch nicht verwunderlich, dass bei den Indigenen in Nordamerika dem Rat der Ältesten eine grosse Bedeutung zukam als Korrektiv zu jungen Häuptlingen, deren Griff zum Kriegsbeil allzu leicht erfolgte.

Es wäre auch in der Arithmetik ein Glücksfall für Parteien, wenn gerade auch an Jahren ältere Politiker über eine «jugendliche Vitalität» verfügen. Paradox der Aus-Wahl Im Idealfall würden Persönlichkeiten an die Spitze gewählt, die diese Position gar nicht gesucht und noch weniger, wie in der Realität fast üblich, mit allen Mittel angestrebt hätten: Das wäre die Garantie dafür, sich ohne Bindungen an Lobbys für eine Berufung und Aufgabe einzusetzen und verkrustete Strukturen zu durchbrechen – als Dienst und nicht als ein Spiel der Eitelkeit in der Gesellschaft.

13. März 2021 Bernhard im Oberdorf