Für jeden Schweizer 111 000 Franken an Devisen in der Bilanz

Geldpolitik Für jeden Schweizer 111 000 Franken an Devisen in der Bilanz - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Man muss kein Prophet sein: Wenn der (russische) Bär die Märkte wie jetzt auf Talfahrt schickt, wird die SNB wohl hohe Verluste einfahren. Bild Pixabay  

BILANZ DER SCHWEIZERISCHEN NATIONALBANK PER ENDE 2021
In der Bilanz der Schweizerischen Nationalbank (SNB) mit einer Gesamtsumme von 1056,776 Mrd. Franken sind 966,202 Mrd. an Devisen ausgewiesen. Diese sind innert eines Jahres wiederum um über 56 Mrd. angestiegen. Die aktuellen Marktverwerfungen durch den Krieg in der Ukraine rücken die Risiken dieser Geldpolitik in den Vordergrund.

RoMü. Wie kein anderes westliches Land in den letzten Jahren hat die SNB ihre Bilanz vor allem mit Devisenkäufen überdurchschnittlich aufgeblasen. Damit verfolgte sie das Ziel, den Franken gegenüber dem Euro und Dollar zu schwächen.

Doch ein Blick in die Bilanz zeigt, dass dies auch 2021 kaum gelungen ist. Während der Dollar innert Jahresfrist leicht um 2,5 Prozent gegenüber dem Franken gestiegen ist und somit an Wert gewonnen hat, nahm hingegen der Euro im Wert gegenüber dem Franken um 2,2% ab. Die gesamte Bilanz der SNB erreichte per Ende eine Summe von 1056,776 Mrd. Franken, was rund 150 Prozent des Bruttoinlandproduktes (700 Mrd. Franken) der Schweiz entspricht. Im Vergleich zur Europäischen Zentralbank (+/−60 Prozent) und der japanischen Zentralbank (+/−135 Prozent) hat somit die Schweiz ihre Bilanzsummer deutlich höher als die beiden anderen Zentralbanken mit der Druckmaschine in die Höhe getrieben.

Der starke Franken hat grundsätzlich zwei Seiten. Er bremst vor allem auf den Importgütern die steigenden Preise etwas aus und verhindert so eine grössere Teuerung respektive Inflation. Anderseits verteuert er die Exporte aus der Schweiz in die EU-Staaten und macht auch die Ferien für Touristen aus dem Euro- und Dollarraum in der Schweiz teurer. Zugleich begünstigt ein starker Franken aber auch den Einkaufstourismus. Konnten noch vor zwei Jahren bei einem Kurs von 1,15 für einen Franken 87 Cents gelöst werden, so sind es nun bereits 97 Cents oder fürs gleiche Geld erhält man 14,5 Prozent mehr.

Plus 5,4 Prozent

Innert eines Jahres ist diese Bilanzsumme der SNB um 57,75 auf 1056,776 Mrd. Franken angewachsen. Gerade in der aktuell sehr angespannten Zeit mit der Ukraine-Krise können sich diese Zahlen zu einem gewaltigen und gefährlichen wirtschaftlich toxischen Gemisch entwickeln, welches im Strudel der globalen Krise auch die Schweiz in den wirtschaftlichen Abgrund reissen könnte.

Das letztjährige Wachstum der Bilanz der SNB ist fast vollständig auf den Zuwachs an Fremdwährungen zurückzuführen, welche um 56,6 Mrd. auf 966,202 Mrd. Franken gestiegen sind. Pro Einwohner besass die Schweizer Nationalbank Ende Dezember 2021 immerhin beachtliche 110 000 Franken an Devisen, während es beim Gold rund 6960 Franken waren. Konkret hat die SNB die Devisenreserven durch Ausdehnung der Geldmenge beim Schweizer Franken vor allem durch Zukäufe von Euro und Dollar, seit Anfang 2012 von 247,484 Mrd. Franken auf rund 966,202 Mrd. Franken fast vervierfacht. Diese Devisen teilen sich auf 39 Prozent Dollar und 38 Prozent in Euro. Dazu kommen weitere acht Prozent in Yen und sechs Prozent in britischen Pfund.

Doch bereits liegen auch die neusten Zahlen für den ersten Monat 2022 vor. Diese zeigen, dass die SNB erneut wieder beachtliche Mittel für die Stabilisierung des Franken nach oben eingesetzt hat. So ist die Bilanz erneut um 6,11 Mrd. Franken auf 1062,886 Mrd. Franken geklettert.

Gleichzeitig hat sich der Devisenbestand um 10,7 Mrd. Franken erhöht. Zugleich werden in der Bilanz als zweitgrösster Posten die Goldreserven mit 55,690 Mrd. ausgewiesen.

18. März 2022 SVP Kanton Zürich