Herr Berset: Wo bleibt der Impfstoff?

Kantonsrat Herr Berset: Wo bleibt der Impfstoff? - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Im Kanton Zürich ist die Infrastruktur bereit – es fehlen jedoch die Impfdosen. Bild: istockphoto.com

BENACHTEILIGUNG DES KANTONS ZÜRICH
Kürzlich hat die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli an einer Medienkonferenz mit Bundesrat Berset und Regierungspräsidentin Silvia Steiner unmissverständlich darauf hingewiesen, dass im Kanton Zürich die ganze
Infrastruktur bereit sei, um die Corona-Impfungen rasch und umfassend voranzutreiben. Aber das nütze wenig, weil der nötige Impfstoff immer noch nicht vorhanden sei.

Der bevölkerungsreichste, junge Kanton Zürich werde bei der Zuteilung benachteiligt. Bundesrat Berset, den sie direkt angesprochen hat, blieb ihr eine Antwort auf diese zentrale Frage schuldig. In den meisten Print- und sozialen Medien und auf fast allen Fernsehkanälen dasselbe Bild.

Statt der entscheidenden Frage: «Warum ist in der Schweiz und vor allem im Kanton Zürich der nötige Impfstoff immer noch nicht vorhanden? Was tut der verantwortliche Gesundheitsminister, um diesen Missstand endlich zu beheben?» werden andere Schauplätze thematisiert: Promis werden als Vorbilder beim Impfen vorgeführt – obwohl der nötige Impfstoff für die breite Bevölkerung gar nicht vorhanden ist.

Man redet vom Sinn oder Unsinn von Massentests, von der Impfpflicht für bestimmte Berufe, und man äussert sich zur heiklen Frage, ob es zulässig sei, geimpfte Personen bei Restaurantbesuchen oder beim Reisen zu bevorzugen.

Ablenkung von der Kernfrage

Es macht den Anschein, als wolle man von der Kernfrage des fehlenden Impfstoffes ablenken und die Verantwortlichkeiten vertuschen. Gleichzeitig werden ganze Wirtschaftsbereiche, insbesondere die Gastrobetriebe, weiterhin ohne plausible Begründung lahmgelegt und zum Teil in den Ruin getrieben. Diese Betriebe sollen mit Schutzkonzepten möglichst bald wieder öffnen können. Es ist nun höchste Zeit, dass der Gesundheitsminister die Anliegen der Kantone ernst nimmt und – neben den flankierenden Massnahmen und Schutzkonzepten – alles daransetzt, um rasch genügend Impfstoff zu beschaffen. Es ist auch nicht verständlich, warum der Impfstoff von Astra- Zeneca in der Schweiz nicht geprüft und zugelassen wird.

In einzelnen Kantonen, wie im Kanton Aargau oder Zug, haben bereits junge Personen einen Impftermin; in Zürich warten selbst 70-jährige Personen immer noch auf eine Anmeldemöglichkeit, obwohl die Infrastruktur bereitsteht.

Der Verteilschlüssel resp. die Auslieferung der Dosen für den Kanton Zürich muss angepasst und vorangetrieben werden, damit jeder, der sich impfen lassen will, bald eine Möglichkeit hat. Eine Impfung sollte selbstverständlich immer freiwillig sein.

12. März 2021 Nina Fehr Düsel