Homonegatives Schulklima

Fadegrad Hasta la vista, Winterthur - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Letzte Woche forderten David Garcia Nuñez (AL) und Anna-­Beatrice Schmaltz (Grüne) die Umwandlung eines ehemaligen städtischen Alterszentrums in ein «LGBTIQ*-spezifisches Wohn­angebot für schutzbedürftige ­Jugendliche». Es handelt sich dabei um eine Villa im Kreis 7, die gemäss den beiden Zürcher Gemeinderäten ein «Ort der ­Zuflucht» für ­Jugendliche werden soll, die unter «LGBTIQ*-spezifischer Diskriminierung» leiden. Das Refugium für LGBTIQ*-Jugendliche sei notwendig, weil unsere Gesellschaft von «Homo-, Bi-, Trans- und Internegativität geprägt» sei und Menschen dieser Community in Zürich im «Alltag permanent strukturelle Ausschlusserfahrungen» erfahren müssten, schreiben die beiden in ihrem Vorstoss im Zürcher Gemeinderat. Diese Behauptungen erstaunen angesichts der Tatsache, dass
in Zürich vor rund einem halben Jahr 80 % der Stimmbevölkerung der «Ehe für alle» zugestimmt hat.

Auch der Besucherrekord von rund 40000 Menschen am diesjährigen «Pride»-Umzug unter dem Motto «Transvielfalt leben» lässt daran zweifeln, dass in Zürich eine besonders «transnegative» Stimmung herrschen soll. Die beiden Gemeinderäte schreiben weiter, dass Homosexuelle besonders in den Schulen von ihren Gspöndli «ständig entwertet» würden, sodass viele von ihnen «schwere mentale Probleme entwickeln» würden. Den Wahrheitsgehalt dieser Aussage untermauern die beiden mit einer kürzlich veröffentlichten Dissertation, bei der 2210 Schüler aus verschiedenen Deutschschweizer Kantonen bezüglich Homosexualität befragt wurden. In dieser Umfrage haben 82,2% der befragten Schüler angegeben, dass sie noch nie erlebt haben, dass «ein Schüler gehänselt, beleidigt, bedroht oder körperlich angegriffen wurde, weil er schwul ist oder für schwul gehalten wird». Weitere 15,3% gaben an, dies «selten/manchmal» erlebt zu haben.

Bezüglich der wenigen echten Problemfälle lautet der Befund der Dissertation, dass der «Migrationshintergrund» der Schüler einen «signifikanten Effekt» auf ein «homonegatives Schulklima» hat. Den Leser dieser Kolumne wird nicht überraschen, dass die beiden Gemeinderäte diesen Zusammenhang verschweigen. Es soll hier keinesfalls behauptet werden, dass homosexuelle Jugendliche an Schulen nie «gehänselt und beleidigt» werden. Dieses Schicksal ereilt aber auch andere, die irgendwie aus der Norm fallen, z.B. übergewichtige, ausgeprägt leistungsstarke und -schwache oder scheue Schüler. Eine ehrliche Hilfestellung hätte alle ausgegrenzten Jugendlichen im Fokus. Doch hier geht es um etwa anderes, nämlich um die Inszenierung einer Ideologie. Die Debatte zu diesem Vorstoss hat noch nicht stattgefunden. Das Geschehen im Zürcher Gemeinderat kann jeweils am Mittwoch live unter www.gemeinderat-zuerich.ch/sitzungen/live-uebertragung/ mitverfolgt werden.

1. Juli 2022 Stefan Urech