«Ich musste selten so häufig nacheinander den Kopf schütteln»

Stadt Zürich «Ich musste selten so häufig nacheinander den Kopf schütteln» - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Als Mitglied der Zunft zu Schneidern freut sich Attila Kipfer darauf, wenn endlich wieder ein richtiges Sechseläuten kommt. Bild zVg

NEU IM GEMEINDERAT: ATTILA KIPFER
Was es heisst, als Schweizer angefeindet zu werden, erfuhr Attila Kipfer bereits als Schulkind in Horgen. Im Zürcher Gemeinderat und mit Blick auf die Wahlen 2022 sieht der gelernte Wirtschaftsinformatiker (Configuration Manager) grosse Herausforderungen. Sein Motto daher: «Finger use ne und zäme ad Säck!»

Wie verlief Deine Feuertaufe im Gemeinderat?

Die war am 26. Juni mit der Verkehrsrichtplandebatte. Ich fand sie recht spannend und unterhaltsam, auch wenn ich dort zum ersten Mal richtig miterleben konnte, was passiert, wenn Rot-Grün eine Mehrheit im Parlament hat. Zürich soll in eine Velostadt umgebaut werden. Es soll flächendeckend Tempo 30 in der Stadt Zürich angestrebt werden und dies mit der Begründung, dass so das Tempo des Verkehrsflusses ganzheitlich erhöht werden würde etc. Weiter sollen noch mehr Parkplätze abgebaut werden und vieles mehr. Ich musste selten so häufig nacheinander den Kopf schütteln wie an der Sitzung dort, aber dennoch fühle ich mich am richtigen Ort, um hier politisch dagegenzuhalten und zu kämpfen. Jedenfalls wird es mir hier nicht langweilig werden!

In welche Themen bzw. Dossiers kniest Du Dich am intensivsten rein?

Zurzeit bin ich noch in keiner Kommission. Am Ehesten interessieren mich Themen im Bereich Sicherheit, Verkehr, Gewerbe, Soziales, Schule und eigentlich alles, was mit Technik oder IT zu tun hat. Je nachdem, welche Kommission ich dann besuchen darf, werde ich mich zu gegebener Zeit in gewisse Themengebiete vertiefen können, bin aber im Moment für alles offen und lerne gern etwas Neues dazu.

Was führte Dich zur SVP?

Ich bin in Horgen aufgewachsen und ging dort auch zur Schule. Bereits im Alter von 10 Jahren bemerkte ich, dass etwas nicht stimmte mit der Migration/ Einwanderung. Ich kam in Klassen mit einem bereits hohen Ausländeranteil und wurde dort bereits schikaniert und verprügelt aufgrund der Tatsache, dass ich gemäss denen ein «Scheiss- Schweizer» war. Schon dort sah ich Probleme kommen, wenn man hier nicht etwas unternehmen würde. Entsprechend bin ich dann mit 18 Jahren der JSVP ZH West beigetreten, da ich aktiv etwas gegen diese offenbar unkontrollierte Einwanderung unternehmen wollte.

Seit 2014 bist Du Stadtzürcher. Wie erlebst Du den Stadt-Land-Graben?

Ich stelle die Omnipräsenz von städtischen Institutionen fest, die immer mehr ausgebaut und aufgebläht werden. Anhand der Sitzverteilung im Stadtparlament sieht man, dass die SVP in Zürich stark in der Minderheit ist. An Standationen trifft man auch viele Linke und Grüne, die uns vorwerfen, dass wir unanständig seien, einfach weil wir bei der SVP seien, uns im selben Moment aber anschreien und uns persönlich beleidigen. Selbe Personen kommen dann regelmässig an unseren Stand, nur um uns zu beleidigen mit dem Versuch, uns zu demotivieren, was denen aber nicht gelingt, im Gegenteil. Dies ist ein Phänomen, das ich in den eher ländlich geprägten Gemeinden noch nicht gesehen habe.

Als Kreisparteipräsident von Zürich 11 agierst Du – innerhalb der Stadt – in einer SVP-Hochburg. Inwiefern ist das mit Blick auf die Wahlen 2022 Chance und Herausforderung zugleich?

Mit einem Wähleranteil von 19,22 Prozent im Jahre 2018, sehe ich den Kreis 11 nicht wirklich als SVP-Hochburg, wenn man bedenkt, dass die SP 31,77 Prozent gemacht hat. Auch wenn andere SVP-Stadtkreise weniger haben, das Jahr 2018 geprägt vom Klimawandel war, alle Medien gegen uns schossen, könnten wir ja eigentlich den Umständen entsprechend zufrieden sein? Nein, denn leider reicht dies bei Weitem nicht aus, um in der Stadt Zürich das benötigte Gleichgewicht herzustellen. Ich sehe, dass etwa 2/3 der wahlberechtigten Personen das letzte Mal nicht abgestimmt haben. Weiter sehe ich viele Neuzuzüger mit einem Schweizer Pass und ausländischen Wurzeln, die oft unsere politische Meinung teilen. Ich sehe dies als Chance, diese für unsere Sache abzuholen und zu mobilisieren. Wir haben herausgefunden, dass das letzte Mal die eigenen Leute uns nicht mehr gewählt haben. Dies wird eine Herausforderung sein, diese im Jahr 2022 besser zu mobilisieren und sicherzustellen, dass sie für uns an die Urne geht. Weiter scheint es Personen innerhalb der SVP zu geben, die entweder keinen Drive mehr haben oder die sich aus der Blocher-Ära gewohnt sind, regelmässig an Stärke zu gewinnen bei minimalem Einsatz. Hier gilt es umso mehr: Finger use ne und zäme ad Säck!

Wie steht es um Freizeit und Hobbys?

Zu meinen Hobbys gehört in erster Linie meine politische Arbeit innerhalb der SVP11 und neu auch im Gemeinderat. Ich habe einen 10-jährigen Sohn, der auch toll findet, was ich tue. Es geht soweit, dass er mal an der Seebacher Chilbi in das Gumpi-Zelt der FDP ging, dort rumhüpfte und laut immer wieder sagt, die SVP ist die beste Partei in Zürich, ganz zu meiner Freude und ganz zur Unfreude der hiesigen FDP. Sonst tanze ich gerne, verbringe Zeit auf dem Zürichsee, jogge und schwimme. Weiter bin ich noch Mitglied in der Zunft zu Schneidern Zürich und freue mich, wenn wir endlich wieder ein Sechseläuten feiern können.

23. Juli 2021 SVP Kanton Zürich