Im Kleinen steckt Grosses

Fadegrad Hasta la vista, Winterthur - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

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Die Stadt Zürich ist gut organisiert, denn die Stadtoberen kümmern sich um Details. Das gereicht uns Zürcherinnen und Zürcher zum Vorteil. Denn ein gut organisiertes Gemeinwesen muss wie ein Uhrwerk funktionieren, wo kleine Rädchen mit höchster Präzision arbeiten. Denken wir zum Beispiel an die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich. Wir verfügen über ein grosses Netz, die Busse und Tramzüge sind meist sicher und sauber und fahren in einem dichten Fahrplan. Bei der VBZ spielt der Mitarbeiter, der die Busse reinigt, eine ebenso grosse Rolle wie der Trampilot.

Ebenso verlässlich ist Recycling + Entsorgung Zürich, kurz ERZ. Niemals stapeln sich in Zürichs Strassen Abfallsäcke oder Papier und Karton. Wir Stadtbewohner werden pünktlich, gemäss einem detaillierten Plan, von unserem Abfall befreit. Die Mitarbeiter von Grün Stadt Zürich kümmern sich um die Grünanlagen, Friedhöfe und die Strassenbäume. Aber auch um die Grünfläche am Kreuzplatz. Dort bemüht sich die Stadt um eine hohe Biodiversität. Der Platz bietet «Nahrung und Unterschlupf für Insekten, Vögel und andere Kleintiere.» Dafür wurde dort ein Magerrasen und ein Blumenrasen ausgesät, eine Wildhecke gepflanzt und ein Steinhaufen platziert. Diese Liebe zum Detail ist nicht nur gut für die Natur, sondern erfreut auch das Auge des Betrachters: Im Frühling wartete der Platz mit einem überwältigenden Blumenmeer auf. Detailpflege zahlt sich also aus!

Im Kleinen steckt also Grosses. Die Stadt kümmert sich aber auch noch um weitere Details. Letzte Woche verkündete der Stadtrat, dass er Selbsthilfegruppen mit einem jährlichen Beitrag von 313 000 Franken unterstützen möchte. Nota bene definiert sich «Selbsthilfe» ja gerade dadurch, dass sich Private ausserhalb von staatlichen Strukturen organisieren. Mit der staatlichen Förderung wird «Selbsthilfe» in der Stadt Zürich zum halbstaatlichen Konstrukt und so ad absurdum geführt.

Damit Herr und Frau Zürcher lernen, dass sie mit Lebensmitteln sorgsam umzugehen haben, finanziert die Stadt Zürich das Foodsave- Bankett auf dem Bürkliplatz im September: «An langen Tafeln wird ein feines Menü aus geretteten Lebensmitteln aufgetischt und alle sind eingeladen, gemeinsam zu speisen.» So tönt Volkserziehung in der Stadt Zürich. Aber auch die Schülerinnen werden von der stadträtlichen Fürsorge nicht mehr vergessen. Sie müssen sich nicht mehr selber um ihre Körperhygiene kümmern. In Schulhäusern werden nun Gratis-Menstruationsartikel zur Verfügung gestellt. Wäre ja noch schöner, wenn sich die Mädchen selber darum kümmern müssten! Diese Aufgabe übernimmt die Stadt gerne. Ob die Mädchen diese Entmündigung begrüssen, interessiert die Stadtoberen nicht. Die Details wollen geregelt sein! Es sind viele kleine Dinge, die uns den Sozialismus zimmern. Im Kleinen steckt schrecklich Grosses.

3. September 2021 Susanne Brunner