Ist Mathematik rassistisch?

Kolumne Ist Mathematik rassistisch? - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Pythagoras käme aus dem Staunen nicht heraus, was heute in der «rassimusfreien» Mathematik alles möglich und richtig ist. Bild: Pixabay

EINMALEINS – VERSION 4.0
Die einen Kinder sind in der Schule erfolgreicher als die anderen. Und dass zu den anderen Kindern überdurchschnittlich viele mit Migrationshintergrund zählen, ist auch keine Neuigkeit. Aber jetzt endlich kommt die Lösung für dieses Problem: Auch falsche Antworten sollen richtig sein! Denn es sei rassistisch, nur eine Antwort als korrekt zu bezeichnen. Sogar in der Mathematik.

Schon immer versuchte unsere Volksschule, aus schlechten Schülern gute zu machen. Früher geschah dies, indem die Kinder lernten, übten, Hausaufgaben machten, Diktate schrieben und Verbesserungen erledigten. Bei den Bildungsverantwortlichen ist das aber seit Längerem alles verpönt. Lernen, das auf Fehlern basiere, nehme den schlechten Schülern nur die Motivation. Darum verschwanden die Diktate, das strenge Einüben und das Stöckli- Rechnen fast vollständig aus den Schulzimmern. Modern hingegen ist, dass die Schüler ihre Aufgabenblätter selbst kontrollieren dürfen (und dabei die meisten Fehler übersehen) oder dass im Aufsatz die Fehler vom Lehrer nicht markiert werden. Man sollte sich deshalb nicht wundern, dass viele Schulabgänger kaum mehr ein Wort richtig schreiben können.

Nur immer richtige Antworten

In den USA ist das nicht anders. Dort sind es die Schwarzen und die Latinos, die in der Schule im Durchschnitt am schlechtesten abschneiden. Im Zeitalter von Black Lives Matter sucht man aber die Problemlösung nicht bei den betroffenen Personen, sondern im bösen System, das grundsätzlich rassistisch sei. In Oregon, einem der linksten Bundesstaaten der USA, der im letzten Jahr den Weg in unsere Medien schaffte, weil linke Terroristen ganze Stadtviertel in Schutt und Asche legten, hat man nun die Lösung für dieses Problem gefunden: Wenn man bei Schwarzen und Latinos auch falsche Antworten als richtig akzeptiert, sind diese Kinder in der Schule plötzlich gleich gut wie die Weissen. Und die Lehrer, die auf einer einzigen korrekten Antwort beharren, seien einfach Rassisten und sollten also sowieso entlassen werden.

2 plus 2 ist 7

Es klingt wie ein Witz, ist aber tatsächlich ernst gemeint. Denn gemäss der Bildungsabteilung des Staates Oregon habe die «weisse Kultur der Überlegenheit » die Klassenzimmer infiltriert, insbesondere bei der Mathematik, wo der Leistungsunterschied zwischen den verschiedenen Hautfarben besonders gross ist. Wortwörtlich schreiben die Bildungsexperten: «Der Glaube, dass es neutrale Antworten gibt, ist allein schon ein Charakterzug weisser Überlegenheit.» Stattdessen brauche es eine «Ethnomathematik ». Diese verpflichtet die Lehrer, bei Schwarzen und Latinos auch falsche Resultate als richtig gelten zu lassen. 2 plus 2 ist dann also nicht mehr nur 4, sondern auch 5 oder 7 oder 125. Wenn der Schüler überzeugt sei, dass sein Ergebnis stimme, dann müsse es der Lehrer als richtig gelten lassen. Zumindest bei den nicht-weissen Kindern.

Keine Bildung, aber gute Zeugnisnoten

Diese neue Methode ist ein weiterer linker Unsinn, der die Probleme nicht löst, sondern ins Absurde verdreht und somit nur noch verschlimmert. Denn wenn man den Kindern gar nicht erst die Möglichkeit gibt, Fehler zu machen, können sie auch nicht aus ihren Fehlern lernen. In der Schweiz werden Unsummen in schulische Therapiemassnahmen gesteckt. Da ist die amerikanische Methode immerhin kostengünstiger. Wenn in den Prüfungen immer alle Lösungen richtig sind, verbessern sich auch die Zeugnisnoten, und es gibt keinen weiteren Handlungsbedarf. Es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis auch unsere Bildungsexperten das amerikanische Modell empfehlen werden. Somit werden dann bald alle Schulabgänger gleich gebildet oder eben ungebildet sein. Wir haben in der Schweiz übrigens 43 amtierende Bundesräte. Ich habe genau nachgezählt. Wer hier widerspricht, ist ein Rassist.

23. März 2021 Tobias Infortuna