JA zum Verhüllungsverbot

Kanton
DIE WÜRDE DER FRAU
Es geht nicht um ein Stück Tuch, es geht um unsere Werte und die Würde der Frau. Es geht um die Haltung, wie wir den Menschen begegnen, nämlich mit unverdecktem Gesicht. Es entspricht nicht unseren Werten, sich zu verhüllen, um seine Identität zu vertuschen, wenn man randalierend und zerstörend durch die Gassen zieht. Man kann zwar gegen etwas protestieren – aber: Man zeigt sein Gesicht.

Das Verhüllungsverbot hat aber vor allem mit der Würde der Frau zu tun. Und da reibe ich mir als Christin doch verwundert die Augen. Ich bin froh und dankbar, haben die Frauen heute einen anderen Stellenwert in unserer christlichen Gemeinschaft, und möchte nicht wieder einen Rückschritt in die finstere Zeit, als die Frau «weniger Wert» war. Aber mit der falsch verstandenen Toleranz gegenüber allem und allen verleugnen wir unsere eigenen Werte und zerstören alle bisherigen Fortschritte. Weshalb sollten wir plötzlich tolerieren, dass Frauen sich verhüllen müssen, weil das ganz offensichtlich so von den fundamentalistischen Muslimen bzw. Männern gefordert wird. Es ist schlicht inakzeptabel, dass wir dieses entwürdigende Verhalten diesen Frauen gegenüber tolerieren. Und nein, die meisten tun das nicht freiwillig. Sie beteuern es nur, weil ihnen sonst noch mehr Ungemach droht. Dabei ist die Verhüllung der Frau ja nur die Spitze des Eisberges. Wo ist der Aufschrei der Emanzen gegen Kinderehen und Frauenbeschneidungen? Ich frage Sie ganz konkret: Ist es Ihnen wirklich wichtiger, die Freiheit einiger Frauen in Sachen Klamottenwahl gegen das Elend der verstümmelten Beschnittenen und der zwangsverheirateten traumatisierten Mädchen aufzuwiegen? Das ist nur bequeme Toleranz, die ich so nie unterstützen werde, und deshalb sage

26. Februar 2021 Romaine Rogenmoser