Je komischer die Wortkonstellation der Titel ist, desto besser

Interview Je komischer die Wortkonstellation der Titel ist, desto besser - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Andreas Leupi (links) und Michael Frauchiger produzieren praktisch alle vierzehn Tage eine neue Folge. Bild zVg

BLICK HINTER DIE KULISSEN VON #KOMPROMIST
Mit ihrem Podcast #Kompromist haben die SVP-Nachwuchspolitiker Andreas Leupi und Michael Frauchiger einen Coup gelandet. Dem Zürcher Bote verrieten die beiden das Erfolgsrezept ihres neuen Formats, zu dem durchaus auch ein Schuss Selbstironie zählt.

Wie entstand die Idee zu Eurem Podcast #Kompromist?

Leupi: Anscheinend haben beide von uns schon länger mit dem Gedanken gespielt, Podcasts sind ja nicht unsere eigene Erfindung und wir hören uns beide vermutlich ein wenig zu sehr gerne selber sprechen. Als wir dann nach der Delegiertenversammlung im Januar in Solothurn zusammen zurück nach Zürich fuhren, sind wir per Zufall darauf gestossen. Ein paar Pizzen und Biere später stand das Konzept und die Pilotfolge.

Und was steckt hinter dem Wortspiel im Namen?

Frauchi: Es erklärt eigentlich die Schweizer Politik in einem Wort: Vieles in der Politik sind Kompromisse, welche am Schluss vielleicht beide Seiten irgendwie Mist finden. Da ausserdem von Anfang an damit zu rechnen war, dass wir zwischendurch auch mehr Mist als etwas anderes rauslassen, passt es auch ein wenig zu uns selber.

Die Titel jedes Podcasts sind kurz und knackig. Setzt Ihr sie vor oder nach dem Talk mit Eurem jeweiligen Gast?

Leupi: Wir gehen normalerweise ohne Script oder einen wahnsinnig detaillieren Plan in die Aufnahme. Somit sind auch Titel und Beschreibung vorher nie definiert; wir wissen ja nie, wo uns das Gespräch genau hinführt. Daher schreiben wir alles nachher passend zum Inhalt. Und je komischer die Wortkonstellation der Titel ist, desto besser.

Mit einer Dauer von rund dreissig Minuten habt Ihr Euch für ein längeres Format entschieden. Warum?

Frauchi: Um Themen ausreichend beleuchten zu können, braucht es eine gewisse Tiefe und damit auch Länge. Ziel ist es eigentlich, dass der Podcast auf dem Weg zur Arbeit gehört werden kann, zu lang sollen die Folgen dann daher auch nicht sein. Sonst stellen die Zuhörer noch ab. Die 30 Minuten klappen aber auch nicht immer. Letztens stellten wir mit knapp einer Stunde unseren eigenen Rekord auf.

2022 ist Wahljahr. Inwiefern kann ein Podcast ein attraktives komplementäres Mittel zur Profilschärfung einer Kandidatin bzw. eines Kandidaten sein?

Leupi: Er kann extrem hilfreich sein! In diesem Format hat man eben die Möglichkeit, sich zeitlich unabhängig mit Personen oder Themen auseinanderzusetzen. Gerade auch bei Kandidaten kommt dann noch die persönliche Note dazu. Ein solches Experiment haben wir beispielsweise mit unserem Gerichtspräsidentschaftskandidaten Benedikt Hoffmann gemacht, damit die Leute ihn ein wenig kennenlernen können.
Das Feedback war durchs Band positiv. Selbstverständlich steht und fällt das Ganze aber auch immer mit der Reichweite, da ist Social Media wieder unverzichtbar. Hier können gut einzelne Schnipsel aus dem Gespräch verwendet und gepostet werden. Besser wäre es noch mit Video, da stehen uns aber unsere Radiogesichter ein wenig im Weg.

Im Februar seid Ihr gestartet und habt nun schon über 20 Beiträge produziert. Wie geht es weiter?

Frauchi: Das Format entwickelt sich laufend. Anfangs hatten wir nur Ideen, null Erfahrung und die erste Folge mit Airpods über Zoom gemacht. In diesen 20 Folgen hat sich der Podcast zu einer Diskussionsplattform mit Internen wie aber auch Externen entwickelt. Einmal gab es zur kantonalen Delegiertenversammlung auch eine Spezialfolge als Warm-up, das wollen wir sicher weiterführen. Mal schauen, wo wir sonst noch hintreiben.

Aktuelle Folge: Deutsche Atome
Themen: Wie man ohne Wahl Kantonsrat wird, Atomkraft, Neue deutsche Regierung
Gast: Gianluca Looser, Kantonsrat Grüne/SH

#Kompromist

 

9. Dezember 2021 SVP Kanton Zürich