«Jugendliche machen sich grosse Sorgen um die Sicherung der Altersvorsorge»

Stadt

Ob in der Stadt Zürich oder im Säuliamt, wenn es um die Gewinnung neuer Mitglieder geht, gilt für Nicolas Rapser überall: «Der entscheidende Punkt ist der aktive und regelmässige Austausch mit den bestehenden Mitgliedern.»

AUF EIN WORT MIT NICOLAS RASPER
Die JSVP West/City umfasst ein grosses Einzugsgebiet: vier Bezirke und darunter die Stadt Zürich. Im Interview zeigt Präsident Nicolas Rasper auf, was Jugendlichen von Richterswil bis Dietikon unter den Nägeln brennt.

Was führte Dich zur SVP?

Im Gymnasium habe ich angefangen, mich für Politik zu interessieren. Die Europa- und Asylpolitik fand ich sehr spannend. Da bürgerliche Meinungen in Kantonsschulen meist untervertreten sind, hat mich dies umso stärker angetrieben und motiviert. Ausserdem fand ich grossen Gefallen daran, mit Mitschülern und Lehrern zu debattieren. Das Einzugsgebiet der JSVP Zürich West/City ist beachtlich. Es umfasst nebst der Stadt die Bezirke Horgen, Affoltern und Dietikon.

Worin siehst Du den gemeinsamen Nenner dieser vier Bezirke?

Unser Sektionsgebiet ist sehr gross und heterogen. Einen klaren gemeinsamen Nenner zu finden ist schwierig. Das langfristige Ziel sollte sein, die Bezirke als eigenständige Sektionen zu etablieren. Hierfür sind engagierte Mitglieder aus allen Bezirken gefragt.

Und was ist ggf. ein trennendes Element? So etwas wie ein Stadt- Land-Graben?

Der Albis! Spass beiseite: Ich würde es als Stadt-Agglo-Land-Graben bezeichnen. Stadtzürcher Junge beschäftigen andere Probleme wie Jugendliche aus dem Säuliamt oder aus dem Limmattal. Weiter sind die Wege im Sektionsgebiet lang, vor allem für nicht-motorisierte Jugendliche. Dies ist problematisch, da bei Jungen das Gesellschaftliche einen hohen Stellenwert einnimmt und Höcks aufgrund von langen Reisewegen seltener besucht werden.

2022 ist Wahljahr: Mit welchen Themen können wir bei der jüngeren Generation punkten?

Die AHV stellt eine grosse Baustelle dar. Jugendliche machen sich grosse Sorgen um die Sicherung der Altersvorsorge – dies zeigt auch das Jugendsorgenbarometer auf. Die Renteninitiative, welche von den Jungfreisinnigen sowie der Jungen SVP unterstützt wird, ist ein erster Schritt in die gewünschte Richtung. Eine Flexibilisierung und Erhöhung des Rentenalters ist unumgänglich, um die AHV langfristig zu sichern. Ein weiteres wichtiges Thema ist die (Jugend-)Arbeitslosigkeit – in Corona- Zeiten brandaktuell. Die Lehrstellensuche wird stets schwieriger. Eine prosperierende Wirtschaft ohne staatlichen Interventionismus ist die Lösung.

Stichwort Mitgliedergewinnung: wie geht Ihr vor? Und: wie gelingt es der JSVP, in etwa gleich viele junge Männer wie Frauen für ein aktives politisches Engagement zu gewinnen?

Der entscheidende Punkt ist der aktive und regelmässige Austausch mit den Mitgliedern. Wenn sich die Mitglieder wohl fühlen und aktiv sind, werden sie auch Freunde und Bekannte anfragen. Weiter sind die sozialen Medien ein wichtiges Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen. Unsere Sektion versucht, junge Menschen für eine bürgerliche Politik zu gewinnen unabhängig vom Geschlecht.

Du stehst auf der Zielgeraden für einen Master in Wirtschaftswissenschaften an der UZH. Wie siehst Du Deine berufliche und politische Zukunft?

Die Berufswahl betreffend bin ich sehr offen. Ich kann mir meine Zukunft in verschiedenen Branchen vorstellen: Industrie, Versicherung, Banken. Mein Wunsch wäre jedoch, Berufserfahrung im Ausland sammeln zu dürfen. Die Politik sollte stets eine nebenberufliche Tätigkeit bleiben, dies ist für das Milizsystem in der Schweiz essenziell. Ich sehe mich weiterhin im Gemeinderat Wädenswil oder eventuell im Kantonsrat Zürich. Auf jeden Fall freue ich mich auf weitere politische Herausforderungen.

Nicolas Rasper ist 1995 geboren und seit 2018 Mitglied im Gemeinderat Wädenswil.
19. Februar 2021 SVP Kanton Zürich