Kant, Nostradamus oder Uriella?

Worte des... Kant, Nostradamus oder Uriella? - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

War übrigens abgesehen von seiner Denkleistung ein guter Billard- und Kartenspieler: Immanuel Kant, gemalt von Gottlieb Doebler. Bild Wikipedia

WORTE DES STELLVERTRETENDEN PARTEISEKRETÄRS

1999 – da hätte die Welt durch einen grauenhaften, alles bisherige überbietenden Krieg aus ihren Angeln gehoben werden müssen. So jedenfalls deuteten Jünger und selbst ernannte «Experten» gewisse Passagen in den düsteren, verschlüsselten Prophezeiungen von Michel de Nostredame, genannt Nostradamus (1503–1566). Die Jahrtausendwende brachte uns weder den 3. Weltkrieg noch die IT-Katastrophe (Millenium Bug), auf welche uns die Medien gleichfalls mit viel Angstmache vorbereiteten.

Die Weltuntergangsszenarien haben seither – selbst nachdem Uriella das Zeitliche gesegnet hat – nicht ab-, sondern zugenommen. Höchste Zeit, sich den Leitgedanken einer Persönlichkeit in Erinnerung zu rufen, die 200 Jahre nach Nostradamus gewirkt hat und vor bald 300 Jahren geboren wurde: Immanuel Kant (1724–1804): «Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschliessung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.»

Selbst verschuldete Unmündigkeit – das war und ist ein (doppelt) happiger Vorwurf. Er ist jedoch heute trotz penetrantem linksgrünem Druck zu «sozio- ökologischem und gendergerechtem Wohlverhalten» berechtigter als zu Zeiten, da eine am Gottesgnadentum orientierte Standesgesellschaft und ein mächtiger Klerus es massiv erschwerten, sich des eigenen Verstandes zu bedienen. Genau diese Fähigkeit ermöglicht es uns, Herr der Lage zu bleiben, wenn Hysterie um sich greift. Geschürt zum Beispiel von Predigern der Klimakatastrophe. Ihre Ansteckungsgefahr ist gross. Nicht nur, weil sie taktisch geschickt sind, sondern weil sie wohl selbst im Glauben an eine unmittelbar drohende Apokalypse befangen sind. Mit Panik bzw. gar einer Massenpanik ist allerdings niemandem gedient. Im Gegenteil: In Panik getroffene Entscheide führen oft geradewegs ins Verderben.

Unsere Gesellschaft steht unbestritten vor Herausforderungen und unser Umgang mit Ressourcen bzw. Energie gehört dazu. Wie wäre es, statt mit unablässigen Schreckensszenarien postmoderner Dürren, Sintfluten, Seuchen und Hungersnöten zum Beispiel das Argument einer substanziell erhöhten Unabhängigkeit ins Feld zu führen? Als freiheitsliebender Schweizer bin ich nämlich durchaus offen für ein gut isoliertes (sparsameres) Haus, in dem ich primär mit hier vorhandenen Energierträgern wirtschafte, deren Preise nicht so leicht von zwielichtigen Potentaten manipuliert werden können. Für meine individuelle Mobilität gilt genau das Gleiche. Versorgung mit Nahrungsmitteln: dito. Demnächst bricht mit 2022 wieder ein Jahr mit drei gleichen Ziffern an. Wollen wir es da mit Kant, Uriella oder Nostradamus halten? Meine Antwort ist klar.

 

7. Oktober 2021 Thomas Ammann