Karin Egli über die Schulter geschaut

Winterthur Karin Egli über die Schulter geschaut - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Beruflich und auch privat vielseitig: In der (raren) Freizeit trifft man Karin Egli u.a. auf dem Motorrad oder auch zu Hause am Flügel an. Bild zVg  

WAS MACHT EIGENTLICH EINE STATTHALTERIN?
Führungserfahrung, Menschenkenntnis und ein funktionierendes Netzwerk sind wichtig, um das politische Amt von Karin Egli zu bekleiden. Ihr Werdegang hat die Winterthurerin für diese Aufgabe prädestiniert, wie im Gespräch mit dem Zürcher Bote klar wird.

Statthalter bzw. Statthalterin klingt als Begriff ziemlich abstrakt. Auch die kantonale Homepage führt kaum zu einem Aha-Erlebnis: «Das Statthalteramt ist Aufsichts- und Rechtsmittelinstanz.» Wie lautet Ihr Job-Beschrieb in zwei oder drei kurzen Sätzen?

Zuerst einmal muss ich konkretisieren: Ich bin Statthalterin und Bezirksratspräsidentin des Bezirks Winterthur. Das sind zwei verschiedene Ämter in einer Person. Das Statthalteramt ist für den Vollzug des Übertretungsstrafrechts verantwortlich, ist auch Aufsichtsbehörde über die Stadt- und Gemeindepolizeien, die Feuerwehren, die Feuerpolizei sowie das Strassenwesen der Gemeinden. Wir sind zuständig für die Beurteilung von Rekursen gegen Beschlüsse der Gemeindebehörden in verschiedenen Belangen und für die Erteilung von Waffentragscheinen als auch für die administrative Beschlagnahmung oder Einziehung von Waffen. Der Bezirksrat, welcher sich im Bezirk Winterthur aus fünf Mitgliedern inkl. mir als Präsidentin zusammensetzt, ist Rechtsmittelinstanz für Anordnungen der Gemeinden und der KESB. Wir beaufsichtigen die Gemeinden (Visitationen und Prüfung der Jahresrechnungen), öffentlichrechtliche Körperschaften und Stiftungen, sind Wahlbehörde der Bezirksbehörden und Bewilligungsinstanz bei Grundstückserwerb durch Personen im Ausland (Lex Koller). Die Aufzählung ist nicht abschliessend. Sie sehen aber, dass zwei/ drei kurze Sätze für die Beschreibung der Aufgaben nicht ausreichen.

Stimmt unser Eindruck, dass die Bezirksstatthalterin vorwiegend hinter den Kulissen agiert? Medienwirksame Auftritte sind die Ausnahme und nicht die Regel. Woran liegt diese Zurückhaltung?

Wir sind eine Vollzugsbehörde sowie Gerichtsinstanz und da liegt es in der Natur der Sache, dass wir unsere Arbeit nicht offenlegen und kommunizieren. Wir veröffentlichen Medienmitteilungen bei Entscheiden von öffentlichem Interesse. Schliesslich sind wir auch an das Amtsgeheimnis gebunden. Gleichwohl ist das Amt mit weitreichenden Kompetenzen verbunden. Erinnert sei z.B. daran, dass der damalige Needle-Park am Zürcher Platzspitz auf Weisung des Statthalters geschlossen wurde.

Wann mussten Sie seit Ihrem Antritt 2017 ein Machtwort sprechen?

Die Platzspitzräumung war vor 30 Jahren und sicher eine aussergewöhnliche Situation. Ich übe keine Macht aus, sondern erledige zusammen mit zehn Mitarbeitenden und den Bezirksratsmitgliedern die uns vom Staat zugeteilten Aufgaben nach den gesetzlichen Vorgaben.

Wie wird man Bezirksstatthalterin bzw. welche Qualifikationen sollte man mitbringen?

Statthalterin / Bezirksratspräsidentin ist (immer noch) ein politisches Amt. Man wird von der Partei vorgeschlagen und vom Bürger gewählt. Juristische Kenntnisse sind ein grosser Vorteil, zudem sollte eine politische Laufbahn wegbegleitend sein. Führungserfahrung, Menschenkenntnis und ein funktionierendes Netzwerk sind gute Voraussetzungen.

Was gefällt Ihnen persönlich in Ihrer Tätigkeit am meisten?

Die Vielfalt der täglichen Arbeit und dass all meine Lebenserfahrung, sei dies beruflicher, politischer oder familiärer Natur täglich zur Anwendung kommen.

Wo finden Sie privat Ausgleich?

Ich jogge gerne in der Natur, fahre leidenschaftlich Motorrad und mache Hausmusik auf meinem Flügel. Was ich noch sagen wollte: Ich bedanke mich für das Interview. Seitdem ich Statthalterin / Bezirksratspräsidentin bin, weiss ich, wie viele Leute nicht wissen, was meine zwei Ämter tun, dem ist somit Abhilfe geschafft ;-).

 

Beruflicher und politischer Werdegang

1979 Eidg. dipl. Kauffrau

1983 Polizeischule Kapo ZH

1983–1991 Kantonspolizistin Kapo Zürich Kripo/Spezialdienst

1991/1994 Geburt Sohn und Tochter

1992–2003 Direktionsassistentin in diversen KMU in Winterthur

2003–2017 Kantonspolizistin Kantonspolizei Zürich, Ermittlungsabteilung (Sexualdelikte)

2017– Wahl zur Statthalterin/Bezirksratspräsidentin

1998–2006 Präsidentin Sekundarschulpflege Elgg

2000–2005 Mitglied Bezirksjugendkommission Winterthur-Land

2002–2008 Kantonale Geschworene

2007–2011 Gemeinderätin Elgg (Vizepräs.)

2011–2019 Kantonsrätin 2017/2018 Kantonsratspräsidentin

11. April 2021 SVP Kanton Zürich