Kinderbetreuung auf Staatskosten

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Ein linker Denkfehler: Der Staat soll für die Kinderbetreuung aufkommen. Bild pixabay

KOMMENAR ZUR RATSSITZUNG

Im Kanton Zürich sind die Gemeinden für die familienergänzende Betreuung von Kindern im Vorschulalter zuständig. Sie gewährleisten ein bedarfsgerechtes Angebot und leisten eigene Beiträge. Die Gemeinden sind dabei frei, in welcher Form und in welchem Umfang sie sich an den Kosten der Betreuung von Kindern im Vorschulalter beteiligen. Auch sind die Gemeinden frei, ob sie eine Kindertagesstätte (Objektfinanzierung) oder die Betreuung eines Kindes (Subjektfinanzierung) unterstützen.

Die Ratslinke wollte mit verschiedenen Vorstössen das Krippenwesen in sozialistischer Manier umbauen. Kantonsweit sollen dieselben Regeln gelten, am besten gleich kostenlose 100%-Kinderbetreuung. Nicht nur während der Arbeitszeit der Eltern – nein, auch wenn die Eltern die Freizeit verbringen. Mit den planwirtschaftlichen Vorstössen der Ratslinken ist aber den Kindern und den Familien in keiner Weise gedient, sondern sie untergraben das traditionelle Familienmodell, wie es die Mehrheit der Zürcherinnen und Zürcher bevorzugt.

Die reine Subjektfinanzierung kann dazu führen, dass in ländlichen Gebieten KITAS, welche in den letzten Jahren entstanden sind, wieder verschwinden und sich in die Ballungszentren verlagern. KITAS, welche sich in der Nähe des Arbeitsortes befinden, haben für die Eltern den Vorteil, dass diese länger arbeiten und das Kind unmittelbar nach Arbeitsende rechtzeitig abholen können. Kleinkinder werden damit wie die Eltern zu Pendlern. Dabei würde ein Betreuungsplatz in der Wohngemeinde bereits im Vorschulalter die sozialen Kontakte in der Gemeinde stärken, bei Eltern und Kindern, und damit den Kindergarteneintritt erleichtern.

Mit den linken Vorstössen wird aber auch die Arbeit rund um die Kinderbetreuung abgewertet. Externe Kinderbetreuung darf und soll seinen Preis haben. Letztendlich sollen ja auch faire Löhne bezahlt werden, wie bei jedem anderen Gewerbe. Offenbar sind viele Eltern bereit, für Flötenunterricht 50 Franken die Stunde zu bezahlen. Ein KITA-Platz, welcher 10 Franken die Stunde kostet, wird von linker Seite als zu teuer taxiert. Offenbar haben linke Wähler den Anspruch, selber an einem Tag 400–600 Franken zu verdienen. Der KITA-Platz darf aber am Tag keine 100 Franken kosten.

Linke haben also den Anspruch, selber mehr zu verdienen als jene Menschen, welche dann auf die eigenen Kinder aufpassen. Hier haben wir einen grundsätzlichen linken Denkfehler. Es ist falsch, dass der Staat mit öffentlichen Mitteln diesen Denkfehler noch zementiert und er Anreize schafft, dass jeder Job grundsätzlich «wertvoller» ist als die Betreuung der eigenen Kinder. Der Staat soll es richten, den Krippenplatz bezahlen und gleichzeitig soll er eine hohe Qualität sicherstellen. Sodass man als blinder und staatsgläubiger Vater oder Mutter seine Kinder einfach abgeben kann. Die Zeche sollen die anderen bezahlen.

9. Juni 2021 Stefan Schmid