Klassenassistenzen ohne Ende

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Mit 18 zusätzlichen Klassenassistenzstunden pro Woche nimmt eine sogenannte «Problemklasse» im Schulhaus Walenbach unverhältnismässig viele Ressourcen in Anspruch. Bild: zVg

SVP WETZIKON FORDERT BERICHT VOM STADTRAT
Verhaltensauffällige Kinder, überforderte Lehrpersonen, jährlich steigende Kosten für Klassenassistenzen in Wetzikon. Nach mehrmaligen Hinweisen schreitet die SVP zur Tat und fordert in einem überparteilichen und breit abgestützten Postulat eine gründliche Analyse zur Problematik.

 

Ausschlaggebend für den Vorstoss waren die seit Jahren immer steigenden Kosten für Klassenassistenzen. Diese gründen zu einem grossen Teil auf der Überlastung des Lehrerpersonals an den Wetziker Schulen. Seit 2018 waren die geschätzten Löhne für Klassenassistenzen mit +275% beinahe um das Dreifache gestiegen, während die Schülerzahl lediglich ein Wachstum von 5,3% verzeichnete. Mit dem Postulat wird vom Stadtrat nun eine Auslegeordnung gefordert. In einem übergreifenden und detaillierten Bericht soll er die Ursachen und die bisher getätigten Massnahmen aufzeigen und wie er den Problemen nicht nur durch punktuelle Interventionen, sondern mittel- und langfristig begegnen will.

Klassenassistenz – von der Ausnahme zur Regel

Der Einsatz von Klassenassistenzen ist zwar berechtigt und wichtig, sollte aber die Ausnahme bilden. In den letzten Jahren ist er aber vermehrt zur Regel geworden, da Lehrpersonen immer öfter und vermehrt an ihre Grenzen kommen. Diverse Beschlüsse der Schulpflege Wetzikon zeigen auf, dass die Überforderungen mehrfach auf «verhaltensauffällige » Kinder zurückzuführen sind. In der Umgangssprache wäre hier von unerzogenen Kindern die Rede. Anstelle lediglich in Symptombekämpfung zu investieren, sollte die Schule unbedingt den Eltern wieder das Zusammenspiel von Pädagogik und Erziehung vermitteln und gleichzeitig die Verantwortlichkeiten klar aufzeigen. Denn nur eine gute Erziehung bildet die Grundlage für erfolgreiche Pädagogik. Mit diesem Ansatz könnten die Wetziker Schulen wieder gestärkt werden.

Überparteiliche Besorgnis über die Schulprobleme

Auch gilt es, den integrativen Ansatz kritisch zu hinterfragen. Die SVP-Fraktion tat dies bereits bei der Abschaffung der Sek C in Wetzikon – auch damals mit überparteilicher und breiter Unterstützung. Eine Integration «um jeden Preis» stellt unfaire und utopische Erwartungen an Lehrpersonen und führt sie erneut zu Ausgrenzungen innerhalb der Regelklassen mit dem Resultat, dass alle verlieren. Wird der Stadtrat das Postulat annehmen oder nicht? Mit 17 von 36 Unterschriften aus Parteien von rechts bis links gibt praktisch die Hälfte des Parlaments dem Stadtrat ein klares Signal. Eine Ablehnung würde also verwundern, doch schlussendlich wird das Parlament darüber entscheiden.

14. Februar 2021 Timotheus Bruderer