Leben und Tod

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7000 Öl- und 15 000 Gasheizungen müssen bis 2040 z.B. durch Wärmepumpen ersetzt werden. Bild Pixabay

AUS DEM ZÜRCHER GEMEINDERAT
Der Gemeinderat behandelte am Mittwoch die Weisung 2021/106 Wache Süd von Schutz & Rettung Zürich (SRZ), Umbau und Instandhaltungsarbeiten. Dabei geht es um die Erhöhung des Projektierungskredits. Die Wache Süd von SRZ an der Weststrasse 4 soll instandgehalten, betrieblich optimiert und mit einem Erweiterungsbau ergänzt werden.

In Zukunft werden auf dem Areal neben der Berufs-, die Milizfeuerwehr und die Sanität angesiedelt sein. Für dieses Bauprojekt wurde ursprünglich ein Projektierungskredit von 4,3 Mio. Franken bewilligt. Die Erstellungskosten wurden damals mit einer Machbarkeitsstudie auf 34 Mio. Franken geschätzt. Aus welchen Gründen muss nun der Projektierungskredit um 1,16 Mio. Franken erhöht werden?

Eine vertiefte Analyse hat gezeigt, dass die Kosten für die Instandhaltung der Gebäudetechnik und für den Erweiterungsbau höher als erwartet sind. Ebenso erhöhen zusätzliche gesetzliche Vorschriften im Bereich Hochwasserschutz, das Bauen unter Betrieb und der S-Bahn-Tunnel im Untergrund die Kosten. Detailliertere Informationen konnten auch aus der Planung der Wache Nord genutzt werden. Durch diese neuen Erkenntnisse geht man heute von einem Baukredit von 50,4 Mio. Franken inkl. Reserve aus.

SRZ kann schon heute die Zeitvorgabe, wonach die Feuerwehr und der Rettungsdienst innert 10 Minuten ab der Alarmierung vor Ort sein müssen, in mehreren Stadtkreisen nicht mehr einhalten. Aus diesem Grund plant SRZ neue Standorte in der Stadt, damit auch in Zukunft alle Menschen in Not rechtzeitig Hilfe bekommen. Wenn wir nichts unternehmen, wie lange müssten die Menschen in Zukunft auf Hilfe warten, wenn wir davon ausgehen, dass bis 2035 rund 100 000 Menschen mehr in der Stadt leben werden und was wären die Folgen? Mehr Tote! Beim Rettungsdienst müssen vor allem Patientinnen und Patienten in den Kreisen 2, 11 und 12 oft zu lange auf das Eintreffen von Hilfe warten. Nicht selten geht es bei Einsätzen der Feuerwehr und Sanität um Leben und Tod. Stephan Iten (SVP) hat ausgeführt, dass in der Kommission keine Argumente gegen die Mehrkosten gefunden wurden. Eine Kürzung des Projektierungskredits, wie es die GLP fordert, würde das Vorhaben zeitlich massiv verzögern. Die Arbeiten müssen eh gemacht werden, aus diesem Grund ist der Kürzungsantrag nicht logisch. Der Gemeinderat hat der Erhöhung des Projektierungskredits zugestimmt.

Zwangsersatz für Tausende von Heizungen

Die Weisung 2021 / 177 Netto-Null kommt bald in den Gemeinderat. Mit der Motion 2019/106 verlangten die Linken vom Stadtrat die Reduktion des CO2- Ausstosses pro Einwohnerin und Einwohner auf Netto-Null bis 2030. Gemäss Stadtrat ist die Reduktion auf Netto-Null der Treibhausgase bis 2030 nicht umsetzbar und schlägt deshalb vor, das Ziel bis 2040 zu erreichen.

Begründet wurde die Ablehnung mit der Vernichtung von Restwerten (grauer Energie), den langsamen Gesetzgebungsprozessen und einem koordinierten Vorgehen bei der Dekarbonisierung des Verkehrs. Im Weiteren können die thermischen Netze nicht so schnell ausgebaut werden, wie es hierfür nötig wäre.

Was bedeutet das nun konkret? 7000 Öl- und 15 000 Gasheizungen müssen bis 2040 z.B. durch Wärmepumpen ersetzt werden. Direkte Emissionen (Anteil 25 Prozent) sind z.B. Öl-, Gasheizungen und Fahrzeuge, die mit Benzin oder Diesel betrieben werden. Indirekte Emissionen (Anteil 75 Prozent) werden durch Stadtzürcher Aktivitäten ausserhalb der Stadt ausgelöst, wie z.B. die Mobilität, Flugverkehr, Herstellung und Logistik aller konsumierten Produkte und Dienstleistungen. Nur die direkten Emissionen werden bis ins Jahr 2040 auf null reduziert, die indirekten um 30 Prozent. Der Begriff Netto- Null ist somit nicht null CO2-Emissionen, sondern eine bewusste Täuschung!

Der Stadtrat rechnet für Netto-Null mit jährlichen Zusatzkosten von 520 Mio. Franken über einen Zeitraum von 20 bzw. 30 Jahren. Wir sprechen hier somit von Gesamtkosten von CHF 14,7 Mrd. Ist der verlorene Realitätssinn beim Stadtrat bereits eine Folge des Klimawandels?

27. August 2021 Walter Anken