Legislatur 2019–2023: Die erste Halbzeit ist um

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Zum letzten Mal in seinem Amtsjahr eröffnet Kantonsratspräsident Roman Schmid die Sitzung. Bild Christian Mettler, Kantonsrat

AUS DEM KANTONSRAT
Die 115. Sitzung des Zürcher Kantonsrates stand ganz im Zeichen des Stabwechsels des Ratspräsidiums. Doch der 3. Mai 2021 steht auch für die Halbzeit der laufenden Legislatur und für einen hoffnungsvollen Frühling, welcher das Ende der Corona-Krise einläuten könnte.

Traditionell fängt ein Montag, welcher ein neues Amtsjahr markiert, mit einem Gottesdienst der anerkannten Religionsgemeinschaften an. Letztes Jahr fiel er aus und dieses Jahr fand er, auf 50 Gäste limitiert, in der reformierten Kirche Oerlikon statt.

Für den scheidenden Kantonsratspräsidenten Roman Schmid, SVP Opfikon, markierte der Gottesdienst mit dem Segenswort der Geistlichen das Ende eines schwierigen aber hervorragend gemeisterten Amtsjahres. In diesem Amtsjahr war vieles anders als in den Jahrzehnten davor und so war es denn ein kleiner Trost, dass mir Joseph Bonnemain erstmals der Bischof des Bistums Chur den Segen für Zürichs Volksvertreter erteilte, da er notabene seinen Stellvertreter den Generalvikar stellvertreten musste. Doch seine Segensworte, «dass durch die Krise auch viele Freundschaften entstanden seien und vieles nun besser werden müsse», sind sicherlich ein Trost und Hoffnungsschimmer gerade für die bürgerliche Politik, mit Blick auf die nächsten Wahlen. Von der Kirche ging es dann direkt in die Messehalle 9, wo Roman Schmid pünktlich um 09.15 Uhr die letzte Sitzung seines Präsidialjahres eröffnete.

Rückblick und Ausblick – Gratulationen

Nach dem Neueintritt eines Ratsmitgliedes hielt der scheidende Ratspräsident seine Abschiedsrede und blickte dabei nochmals auf das spezielle Jahr zurück. «Ich war froh, dass unser Kantonsparlament ab dem 4. Mai 2020 im «Normalbetrieb» tagen und so die Demokratie aufrecht halten konnte. Das war für mich wichtig, das war für uns wichtig und ich denke, es war auch für unsere Bevölkerung wichtig. Sie wählten mich während dem Lockdown und Sie verabschieden mich in einer Phase der Hoffnung auf eine Abschwächung der Pandemie und auf eine baldige Öffnung und Normalisierung, zur Rückkehr zu altem Vertrautem und unserer geliebten Freiheit». Der Opfiker zeigte in seiner Rede die Schwerpunkte seines Amtsjahres auf und meinte etwas ironisch, dass diese Verpflichtungen meist im freien stattfinden mussten. Doch er konnte dieser Situation auch positive Seiten abgewinnen und meinte: «An einen Anlass erinnere ich mich besonders gerne zurück. An die Eröffnungsfeier des Waldlabors Zürich. Ich wurde spontan eingeladen, um mitzuhelfen, eine der symbolisch für diesen Anlass stehenden Eichen, zu pflanzen. Für mich als Gärtner war dies eine wunderschöne Sache. Ich nehme diese Stiel-Eiche als Symbol für mein Amtsjahr. » Wenn er nicht so viele Anlässe bestreiten konnte wie in einem normalen Amtsjahr, so versicherte Roman Schmid, dass er diese Zeit seiner Familie widmen konnte und zum Schluss stellte er ganz Präsidial klar: «Aber eines kann ich Ihnen mit Sicherheit beantworten: Wenn mir die Frage gestellt wird, wenn ich wählen könnte, mein Amtsjahr noch einmal so zu bestreiten oder ein anderes, normales Jahr zu wählen: Ich würde mich, ohne zu zögern, wieder für dieses Jahr entscheiden. Es ging mir nie nur um meine Person. Es ging mir um unsere gemeinsame Sache, unseren Kantonsrat». Mit grossem Applaus verdankte ihm der Rat und ganz speziell seine Fraktion dieses Präsidialjahr und danach ging es gleich mit der Wahl seines Nachfolgers weiter. Mit einem sehr guten Resultat von 161 Stimmen wurde der bisherige Ratsvizepräsident Benno Scherrer, GLP Uster, zum neuen Kantonsratspräsidenten gewählt. Nach der Bekanntgabe des Resultates wechselte Roman Schmid den Stuhl und der neue Ratspräsident verabschiedete seinen Vorgänger und übernahm das Zepter.

Ein herzlicher Dank

Als erster Fraktionssprecher im neuen Amtsjahr erhielt Martin Hübscher, SVP Wiesendangen, das Wort. In seiner Rede würdigte er nochmals die Leistungen von Roman Schmid und verdankte ihn mit einem kleinen Geschenk der Fraktion. Danach hielt Benno Scherrer seine Antrittsrede und führte die Geschäfte mit den Wahlen von den beiden Vize- Präsidien und eines WAK-Mitgliedes fort. So endete nach einem Gong mit der Ratsglocke kurz vor 12 Uhr ein andächtiger und würdiger Montagmorgen.

7. Mai 2021 Daniel Wäfler