Masterplan Winterthur Süd

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Abb. 1: Übersicht über die aktuelle Stossrichtung mit Tunnel, zwei Halbanschlüssen und S-Bahn-Haltestelle Dättnau-Steig.

EINE EINMALIGE CHANCE
Die Stadt Winterthur muss die städtebauliche Weichenstellung des Gebietes zwischen dem Autobahnanschluss Töss und der Bahnlinie vornehmen. Zur Bewältigung der hohen Anzahl an Projekten in diesem Raum und um diese in eine gemeinsame Richtung zu lenken, erarbeitet die Stadt Winterthur den «Masterplan Winterthur Süd». Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die weitere Überarbeitung des generellen Projekts für den 6-Spur-Ausbau der A1 im Abschnitt Töss mit dem ASTRA und dem Kanton.

Die Autobahn A1 ist die Hauptschlagader des Strassenverkehrs in der Schweiz von West (Genf) bis Ost (St. Margrethen). Rund um Winterthur, auf der sogenannten Umfahrung, verkehren heute täglich bis zu 85 000 (Seuzach) beziehungsweise 106 000 (Wülflingen) Fahrzeuge. Der Abschnitt Zürich-Nord bis Winterthur gilt als grösster Stauschwerpunkt im Schweizer Hochleistungsstrassennetz mit Stau an 349 Tagen pro Jahr. In den Räumen Anschluss Töss und Anschluss Wülflingen bestehen derzeit zwei der insgesamt 118 Schweizer Unfallschwerpunkte.

Das Projekt «N01/48 Engpassbeseitigung Winterthur-Töss bis Winterthur-Ost, 6-Spurausbau» des Bundesamts für Strassen ASTRA beinhaltet die Kapazitätserweiterung auf der A1 zwischen Winterthur-Töss und Winterthur-Wülflingen und zwischen Winterthur-Nord und Winterthur-Ost mittels Fahrstreifenergänzung auf 2 × 3 Fahrstreifen so­wie zwischen Winterthur-Wülflingen und Winterthur-Nord auf 2 × 4 Fahrstreifen.

Gleichzeitig ist eine umfassende Instandsetzung der bestehenden Strasseninfrastruktur geplant inklusive Anpassung des Lärm- und Gewässerschutzes an die aktuellen gesetzlichen Vorschriften, sodass mindestens 15 Jahre lang keine Intervention nötig sein wird.

Nach einer ersten Triage wurden bis Anfang 2018 die erfolgversprechenden Varianten hinsichtlich der Nachhaltigkeit (Kosten / Nutzen) bewertet, um eine wirtschaftlich tragbare Bestvariante zu erhalten. Diese wurde im Dezember 2019 dem Kanton Zürich und den betroffenen Gemeinden zur Stellungnahme unterbreitet. Aufgrund von Differenzen im Teilbereich Töss beantragte der Stadtrat im Dezember 2020 einen zeitlichen Aufschub und das Generelle Projekt wurde Anfang 2021 sistiert.

Töss von Autobahnüberbauung befreit

Im Masterplan Winterthur Süd, der zurzeit erarbeitet wird, bildet die Autobahn und die Bahnlinie mit der S-Bahnhaltestelle den infrastrukturellen Rahmen für das gesamte Gebiet um den südlichen Stadteingang Winterthurs. Die Autobahn soll mit einer Linienanpassung ab Höhe Dättnauerstrasse als Tunnel durch den Ebnet geführt und im Schlosstal mit der bestehenden Achse zusammengeführt werden. Der Autobahnanschluss Töss soll auf zwei Halbanschlüsse aufgeteilt und die im kantonalen Richtplan eingetragene S-Bahnhaltestelle soll nach Süden auf die Höhe der Dättnauerstrasse verschoben werden.

Daraus ergibt sich ein erhebliches Potenzial zur künftigen Neuausrichtung des gesamten Gebiets. Die Töss wird von der Autobahnüberbauung befreit und kann als durchgehender hochwertiger Freiraum das Potenzial des Flussraums in der Stadt vollständig ausschöpfen; durch das Führen der Autobahn im Tunnel kann die Lärmbelastung für ein sehr weitreichendes Gebiet massiv reduziert werden; durch die Verknüpfung von sämtlichen Verkehrsträgern ergibt sich eine Mobilitätsdrehscheibe am südlichen Stadteingang; durch neue Baufelder kann der gesamte heute abgehängte Stadtteil Dättnau und Steig räumlich mit der übrigen Stadt verschmolzen werden. Die freiwerdenden Flächen bieten die Möglichkeit für ein neues Stadtquartier für Arbeiten, Wohnen und Freizeit.

Im Herbst soll der Masterplan durch den Stadtrat verabschiedet werden. Da­mit werden die grundlegenden Entwicklungsabsichten für den Winterthurer Süden festgelegt. Zur planungsrechtlichen Festlegung wurde im Zuge der Teilrevision des Richtplans 2018 beantragt, die Planungsabsichten aufzunehmen und abzubilden.

Die entsprechenden Anträge wurden im Rahmen von zwei Anhörungen vor der kantonsrätlichen Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt (KEVU) erläutert und diskutiert. Der Entscheid durch den Kantonsrat ist noch ausstehend. Gleichzeitig laufen Gespräche mit sämtlichen kantonalen Ämtern sowie mit dem ASTRA und der SBB zur Aufgleisung der entsprechenden Projekte. Die Überarbeitung des Generellen Projekts zum 6-Spur-Ausbau der A1 durch das ASTRA sollen auf Basis der Erkenntnisse frühestens 2023 gemeinsam mit der Stadt Winterthur und dem Kanton wiederaufgenommen werden.

Der Baubeginn ist frühestens für das Jahr 2034 zu erwarten. Nach ersten Abschätzungen ist von einer Bauzeit von mindestens sechs Jahren auszugehen.

 

 

6. Mai 2022 Maria Wegelin