Medienschelte für den Tagesanzeiger

Kantonsrat Medienschelte für den Tagesanzeiger - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Der Kantonsrat tagt zur Zeit in der Halle 9 in Oerlikon. Bild: Christian Mettler, Kantonsrat SVP

KOMMENTAR ZUR RATSSITZUNG

Gähn … Montagmorgen, lustlos sitzen Sie in einer Sitzung und wundern sich, dass weder der internationale Frauentag noch der vergangene Abstimmungssonntag Emotionen in die laufende Debatte tragen. Haben Sie auch schon solche Situationen erlebt? Keine Blumen für die Frauen, keine Zimt- oder Nussschnecken für die Abstimmungssieger, eine Bildungsdirektorin der Mitte, die doziert, und es scheinbar niemanden interessiert … Politik, die nicht bewegt und sich in unmittelbare Nähe zur Bedeutungslosigkeit begibt! Ist es den Medienschaffenden des Tages-Anzeigers zu verübeln, dass sie sich lieber mit sich selbst und hausinternem Sexismus, Mobbing und weiteren Problemen beschäftigen als dem journalistischen Grundauftrag nachzukommen?

Der Qualitätsjournalismus ist zumindest im Hause Tamedia seit geraumer Zeit irgendwo zwischen Minarett, BLM und generischem Maskulinum verloren gegangen! Nun, geschätzte Damen (die Herren sind mit gemeint), sollte dies nicht bald ändern, dürften auch die Mediensubventionen und Covid-19-Unterstützungen des Bundes keine Abhilfe mehr leisten, der Tages-Anzeiger ist verloren.

Die Fraktionserklärung fast aller im Kantonsrat vertretenen Fraktionen (ohne AL/CVP), eine wahre Medienschelte für den Tages-Anzeiger, brachte zumindest wieder Bewegung und Schwung in die politische Debatte. Auslöser: die unsachliche, parteiische und vorgefasste Tamedia-Berichterstattung zur Medienkonferenz der Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit (ABG), zu den Vorkommnissen im Universitätsspital Zürich (USZ). Eine akribische Untersuchung mit 75 Empfehlungen wurde einzig und alleine vom Tagesanzeiger dilettantisch angegriffen! Der Kantonsrat und seine Aufsichtskommissionen müssen sicher selbstkritisch ihre Rolle bei selbstständigen und unselbstständigen Institutionen des Kantons überdenken. Vielleicht müssen Leitungsund Führungsstellen anders besetzt und Gesetze angepasst werden, aber Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Es bleibt zu hoffen, dass der Wink mit der politischen Keule (Fraktionserklärung) verstanden wurde, bevor noch mehr Köpfe rollen.

Abschliessend: Der Kantonsrat hat an dieser Morgensitzung acht weitere Geschäfte der Bildungsdirektion erledigt.

12. März 2021 Lorenz Habicher