«Milchsuppe für alle»

Abstimmungsvorlage «Milchsuppe für alle» - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Die weise Symbolik der «Kappeler Milchsuppe» zeigt uns auch bei der SVP, wie wir den Zusammenhalt über Diskrepanzen hinweg pflegen können. Quelle Wikipedia; Albert Anker

AUCH ZUR «EHE FÜR ALLE» EINEN KÜHLEN KOPF BEWAHREN
Die Kappeler Milchsuppe verhinderte im 16. Jahrhundert einen Bruderkrieg der damaligen Eidgenossenschaft. Als Partei mit grösster Wählerbasis ist die SVP gefordert, das heisse Eisen «Ehe für alle» gekonnt anzupacken, ohne dabei den Parteizusammenhalt aus dem Fokus zu verlieren. Möglich wird dies, indem sie intern keine Propaganda zulässt und eine verbleibende Diskrepanz akzeptiert. Ein Plädoyer für eine vernünftige und sachliche Auseinandersetzung mit gegenseitigem Respekt.

Es ist nicht ungewohnt, dass gewisse Abstimmungsvorlagen emotional geladen sind und zu keiner Einstimmigkeit führen. Doch Emotionen sind kein Freipass für plumpe oder abwertende Argumente, geschweige denn Agitationen. Beide Seiten haben stets das Recht auf Anhörung ihrer Sichtweisen und darauf, dass diese so stehengelassen werden.

Sobald Stigmatisierung in den Umlauf gelangt, sollte innegehalten und der Sache auf den Grund gegangen werden. Auch bei sensiblen Themen muss eine sachliche Diskussion möglich sein, ohne die eine unabhängige Meinungsbildung schwierig wird.

Als Partei mit der grössten Wählerbasis muss sich die SVP vor einer fundierten Auseinandersetzung zur «Ehe für alle» nicht scheuen. Auch davor nicht, dass unter den Mitgliedern womöglich keine Einstimmigkeit zustande kommt. Solange in der Hitze des Debatten- Gefechts vernünftige und sachliche Debatten dominieren, sollte dies für den Parteizusammenhalt kein Problem darstellen. In den Medien wird dieses Thema emotional aber derart hochgekocht, dass man sich fragen sollte, aus welchem Grund.

Aufklärung oder Propaganda?

Bei Aufklärungsarbeiten geht es darum, die Pros und Kontras eines Sachverhaltes möglichst neutral und sachlich zu beleuchten. Anschliessend wird mit Argumenten versucht, für die eine oder andere Sichtweise zu überzeugen. Mit Propaganda werden zielgerichtete Versuche bezeichnet, um politische Meinungen oder öffentliche Sichtweisen zu formen. Dies kann so weit gehen, dass entgegengesetzten Standpunkten entweder gar keine Plattform geboten wird oder diese gezielt abgewertet werden. Der Tiefpunkt ist erreicht, wenn noch dazu Personen diffamiert und stigmatisiert werden. Dadurch wird versucht, der Gegenseite ein negatives Etikett zu verpassen und diese einzuschüchtern.

Von Ewiggestrigen und anderen Vorwürfen

Wer sich gegen die Öffnung der Ehe stellt, sieht sich zwangsläufig mit einer oben beschriebenen Propaganda konfrontiert. Gegner der Vorlage wird (wohlbemerkt ausserhalb der SVP) kaum eine faire Plattform angeboten. Und sollten sie eine Erwähnung finden, werden sie meist rasch als Ewiggestrige und homophob abgestempelt. Bemerkenswert ist, dass es meist dieselben Kräfte hinter den Medien sind, die beispielsweise auch ihr «progressives » Gedankengut einer notwendigen Globalisierung und somit Ankopplung der Schweiz an die EU propagieren und auf der anderen Seite die Wahrung der nationalen Identität und Unabhängigkeit schlechtmachen. Als die SVP sich 2015 gegen die Migrationsströme aus dem arabischen Raum wehrte, wurden die Partei und deren Exponenten als «islamophob» und «fremdenfeindlich» abgestempelt. Solche Vorwürfe sind nicht sachlich begründet, sondern schlicht absurd. Doch genauso wie die Liebe zum Vaterland und zur Heimatkultur nicht zum Fremdenhasser macht, bedeutet das Festhalten an der traditionellen Ehe nicht einen Hass auf Homosexuelle. Leider werden solche Stereotypen von entsprechenden Lobby-Gruppen bewusst eingesetzt, um eine sachliche Auseinandersetzung zu verhindern.

«Milchsuppe für alle»

Die SVP ist mit ihren Mitgliedern somit gefordert, solchen Stereotypen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Einerseits dadurch, dass sie Stigmatisierung und persönliche Angriffe innerhalb der eigenen Reihen nicht duldet. Und andererseits, dass sie den Fokus auf den Parteizusammenhalt auch bei solchen Vorlagen nicht aus den Augen lässt. Der Zusammenhalt kann bei Meinungsverschiedenheiten stark bleiben, wenn beide Seiten respektvolle Anhörung finden und eine verbleibende Diskrepanz anerkennen. Vielleicht hilft gerade in solchen Situationen eine Stimmfreigabe, um nach getaner Parolenfassung – bildlich gesprochen – brüderlich die Milchsuppe essen zu können.

3. September 2021 Timotheus Bruderer