Nachlese

Gesundheitspolitik Nachlese - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Die Rufer in der Wüste haben das wohlige Gefühl, in der Mehrheit zu sein, nicht nötig. Bild Pixabay

COVID-GESETZ
Nach viel Gerede und viel Geschreibe ist das umstrittene Covid-Gesetz so angenommen worden, wie es wohl jedermann erwartet hat. Wie geht man damit um?

Die NZZ titelte auf der Frontseite: «Bittere Niederlage für die SVP».
Bitter? Ich gehörte zu den Nein- Stimmenden. Und bin stolz. Ob die Mehrheit meiner Meinung ist, ist für meine Haltung nicht entscheidend. Keinem Gesetz stimme ich zu, dass leichtfertig der Verwaltung zu viel Vollmachten gibt. Ich würde mich dagegen wehren, auch wenn ich der einzige Rufer in der Wüste wäre. Die NZZ hat offenbar vergessen, dass sie selber auf eine Parole verzichtet hat und dass der Chefredaktor vor der Abstimmung geschrieben hat: «Das Gesetz ist bei unserem Leserkreis und innerhalb der Redaktion sehr umstritten.» Alle Achtung, noch ist die Welt nicht verloren.

Starker Widerstand besser als euphorische Zustimmung
Warum sich aber standhaft wehren, wenn man doch weiss, man wird nicht durchdringen? Es ist immer besser, wenn etwas gegen starken Widerstand angenommen wird als in euphorischer Zustimmung. Das zwingt auch die Siegerseite, allfällige Nachteile und Gefahren zu sehen und nachher dafür zu sorgen, dass die aufgezeigten Gefahren und Nachteile überwunden werden oder wie diesen aus dem Weg gegangen wird. Ich habe Angst, wenn alle in grosser Euphorie hinter etwas herrennen. Besonders gefährlich wäre das bei einem Vollmachtengesetz. Das führte in der Geschichte oft genug zur Diktatur. Nach der Abstimmung soll man die Siegreichen feiern lassen. Wie Sie sich verhalten, deutet auf ihren Charakter hin. Nur: Die Rufer in der Wüste haben das wohlige Gefühl, in der Mehrheit zu sein, nicht nötig. Sie wissen um ihre wichtigen Aufgaben – gerade in der Demokratie. Die Demokratie ist die Möglichkeit, nein zu sagen. Selbst wenn man damit nicht durchkommt – bedeutungsvoll ist das so oder so!

10. Dezember 2021 Christoph Blocher