«Neue Wohn-Hochhäuser werden wir bekämpfen»

Parlamentsgemeinden «Neue Wohn-Hochhäuser werden wir bekämpfen» - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Dem Ruf der Bergwelt würde Beat Kilchenmann gern öfter folgen.

INTERVIEW MIT SCHLIEREMER STADTRATSKANDIDAT BEAT KILCHENMANN
Die SVP strebt mit Hans-Ulrich Etter und Beat Kilchenmann zwei Stadtratssitze an. Im Gespräch zeigt Beat Klichenmann auf, wie sich die knapp 20 000 Einwohner zählende Parlamentsgemeinde wirtschaftlich neu erfand. Künftig spielt für ihn die Qualität des Wachstums eine Schlüsselrolle.

Schon seit bald einem halben Jahr sind Sie Gemeinderatspräsident. Wie lautet Ihre Zwischenbilanz als höchster Schlieremer?

Erst mal bin ich froh, dass es dem Parlament trotz Corona-Pandemie immer möglich war, zu tagen. Schön ist auch, dass man sich nach den Sitzungen wieder überparteilich «in der Beiz» treffen kann. Sich in lockerer Umgebung, auch mit politischen Gegnern, auszutauschen ist wichtig. In Schlieren wird das zum Glück gelebt. Überhaupt wird bei uns viel Sachpolitik gemacht, Blockaden durch Links-rechts-Parteipolitik sind die Ausnahme. Auch der Umgangston ist in der Regel anständig und respektvoll. Falls mal nicht, helfe ich als Sitzungsleiter sanft nach. Dies alles ist Voraussetzung für Kompromisse zugunsten der Schlieremer Bevölkerung, für Wirtschaft und Gewerbe. Unser überparteilicher Austausch wurde auch am traditionellen Parlamentsausflug gefördert. Plausch-Hornussen war dafür bestens geeignet. Da waren mal alle gleich, nämlich blutige Anfänger und Laien. Dieser gesellige Anlass musste aber erst verdient werden. Die ersten drei von mir geführten Sitzungen waren lange Doppelsitzungen. Die wohl wichtigsten Geschäfte im bisherigen Amtsjahr waren der kommunale Richtplan Siedlung und Landschaft und die Totalrevision der Entschädigungsverordnung. Gegen Ersteres wurde inzwischen das Referendum ergriffen, trotz unzähliger Anträge, die von der RPK, aber auch aus dem Parlament, eingebracht wurden. Doch auch das gehört zur Demokratie, wie wir sie in der Schweiz praktizieren, dazu. Und das ist gut so.

Als hier Geborener und Heimatberechtigter überblicken Sie mittlerweile ein halbes Jahrhundert der Orts- bzw. Stadtentwicklung. Welches sind die grössten Veränderungen?

Das Bevölkerungswachstum und die Transformation von Schlieren als Arbeitsplatz. Beinahe alle grossen Industriebetriebe, z.B. die Schweizerische Wagon- und Aufzügefabrik und das Gaswerk, aber auch andere, gingen zu. Aus den damals tragischen Umständen ist jedoch viel Neues entstanden. Aus Industriebrachen wurden Wohngebiete und neue Firmen siedelten sich an. Die Bevölkerungszahl ist von ca. 12 000 Anfang der 70er-Jahre vor allem in den vergangenen 15 Jahren rasant angestiegen. Nun kratzen wir an den 20 000. Anstelle der traditionellen Industriebetriebe haben sich in Schlieren unter anderem Biotech-Unternehmen und Start-ups unterschiedlichster Art angesiedelt.

Welche Themen brennen aktuell aus SVP-Sicht am meisten unter den Nägeln?

Dies sind der Verkehr, die Bevölkerungsstruktur und das Wachstum. Die Verkehrssituation, vor allem in den Wohnquartieren, ist stark verbesserungswürdig. Fehler der jüngeren Vergangenheit müssen so gut wie möglich korrigiert werden. Dass ein Zentrumsplatz mit stark beschränkter Kapazität umgesetzt wurde, bevor die dazu zwingend notwendige Entlastung gebaut ist, versteht man nicht. Die aktuelle Bevölkerungsstruktur ist ein anderer Schuh, der drückt. Insbesondere in der Schule sind der hohe Fremdsprachenanteil und die kulturellen Unterschiede eine grosse Herausforderung, die es anzupacken gilt. Und trotz den Vorteilen und Chancen, die das Wachstum der Stadt Schlieren gebracht haben, ist eine gewisse Wachstums-Skepsis in der Bevölkerung spürbar. Das Wachstum muss verkraftbar und nachhaltig sein. Neue Wohn- Hochhäuser z.B. wird die SVP aus diesem Grund bekämpfen.

Als selbstständiger Fahrlehrer rangiert Mobilität mit Sicherheit hoch auf Ihrer Prioritätenliste. Was für Akzente möchten Sie als Stadtrat hier stärker gewichten?

Wie oben erwähnt, müssen die Verkehrsprobleme aktiv angegangen werden. Dabei soll eine gerechte/gleichmässige Verteilung erfolgen. Ebenso muss die Verkehrsinfrastruktur für alle Verkehrsteilnehmenden ausgewogen entwickelt werden. Dabei gilt es, zu beachten, dass die verschiedenen Verkehrspartner nebeneinander leben müssen, sie sollen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Und allgemein muss Verkehr einfach fliessen.

Auf welche Kanäle setzten Sie beim persönlichen Wahlkampf ganz besonders?

Ich bin vermehrt auf Instagram und Facebook aktiv, eine Website ist im Aufbau. Jedoch ist das direkte Gespräch mit den Schlieremerinnen und Schlieremern durch nichts zu ersetzen!

Steckbrief

52-jährig, verheiratet, 3 Töchter (12, 17, 19 Jahre)

Hobbies: Haus und Garten, alles was Räder hat (mit und ohne Motor, auch elektrisch), Politik, und gerne wäre ich mehr in den Bergen.

Berufliche Tätigkeiten: Berater im Bereich Händlernetz bei Automobilherstellern und Fahrlehrern

28. Oktober 2021 SVP Kanton Zürich